300.000
Kunden
Sicherer
Versand
23:07 Uhr
KI-generiert

„Dem Sieger die Beute“: Trumps Öl-Show – und Europa zahlt die Zeche

„Dem Sieger die Beute“: Trumps Öl-Show – und Europa zahlt die Zeche
Symbolbild: KI-generiert

Ein Tanker als Wahlkampfkulisse und ein Satz, der nach Feldherrenzelt klingt: US-Präsident Donald Trump hat am Dienstag im texanischen Corpus Christi die Ankunft von einer Million Barrel venezolanischen Öls gefeiert. Eine Woche vor den Zwischenwahlen verkauft er die Lieferung als Triumph. Europa geht derweil mit halbleeren Gasspeichern in den Winter.

Ein Satz, der alles sagt

„To the victor belong the spoils“, also: Dem Sieger gehört die Beute. Mit diesen Worten erinnerte Trump übereinstimmenden Medienberichten zufolge an die US-Militäroperation vom Januar, bei der der frühere venezolanische Machthaber Nicolás Maduro gefasst und abgesetzt wurde. Hinter ihm lag der Tanker „Angerona“ am Kai. Venezuela könne doch der 51. Bundesstaat werden, schob er nach.

Die Lieferung sei ein „Geschenk“ und koste den amerikanischen Steuerzahler keinen Cent, erklärte der Präsident. Auf seiner Plattform Truth Social sprach er von der ersten Ladung von „Milliarden Barrel“, die noch folgen sollten.

Ein Geschenk mit Haken

Ganz so einfach scheint die Sache nicht zu sein. Laut Agenturberichten stammt das Öl vom Produzenten North American Blue Energy Partners (NABEP). Nach Maduros Sturz schloss Washington mit der Firma ein Abkommen. Seitdem hält die US-Regierung 35 Prozent an der Muttergesellschaft und kann Rohöl verbilligt beziehen. NABEP soll außerdem 14 zusätzliche Ölfelder bekommen haben, ohne Ausschreibung.

Pikant ist ein Detail: Das Unternehmen hatte die Ladung zunächst als Kauf zum Selbstkostenpreis bezeichnet. Erst nach Trumps Auftritt änderte es seine Mitteilung. Abnehmer sollen nun Raffinerien von Exxon Mobil und Citgo sein.

Reicht für gut eine Stunde

Und die Menge? Eine Million Barrel klingt nach einem ganzen Ozean. Die USA verbrauchen allerdings rund 20 Millionen Barrel, und zwar pro Tag. Die gefeierte Ladung deckt also gut eine Stunde des Bedarfs. Öl und Benzin sind in den Vereinigten Staaten Berichten zufolge immer noch spürbar teurer als vor einem Jahr. Viel Show, wenig Wirkung.

Wichtiger ist das strategische Muster dahinter. Medienberichten zufolge sprechen Washington und Moskau am Rande der Ukraine-Verhandlungen darüber, ob US-Konzerne in russische Energieprojekte zurückkehren könnten. Amerika sichert sich also Quellen im Süden und im Osten.

Europas kalte Realität

Und Europa? Schaut nur zu. Laut Bundesnetzagentur waren die deutschen Gasspeicher am 28. Oktober nur zu 61,6 Prozent gefüllt. Medienberichten zufolge sind das rund 28 Prozentpunkte weniger als im Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2021. Im europäischen Großhandel kostete die Megawattstunde zuletzt rund 96 Euro. Die Behörde hält die Versorgung zwar für sicher. Wegen der Lage im Nahen Osten bittet sie aber, sparsam mit Gas umzugehen.

Für Mittelständler, Chemiewerke und Familien heißt das: Die Rechnung kommt so oder so. In den USA bleibt Erdgas vergleichsweise billig. Deutschland dagegen hat sich nach Ansicht von Kritikern selbst von teuren Importen abhängig gemacht, durch den Atomausstieg und eine ideologiegetriebene Energiewende. Eine klare Strategie, die über Appelle hinausgeht, ist auch bei der Regierung Merz bisher kaum zu erkennen.

Inflation als stille Steuer

Teure Energie heizt die Inflation an und bringt die Notenbanken in eine schwierige Lage. Die US-Notenbank Fed hat ihre Leitzinsen gerade unverändert gelassen. Öl, Gas und Geopolitik lassen sich nicht mehr getrennt betrachten. Zahlen müssen am Ende die Länder, die auf Importe angewiesen sind, und nicht die, die über die Rohstoffe verfügen.

Wer in einer solchen Welt seine Kaufkraft schützen will, sollte sich nicht nur auf Versprechen aus Papier verlassen. Physisches Gold und Silber hängen von keiner Regierung und keinem Tanker ab. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen haben sie sich über Jahrhunderte bewährt.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Vermögenswerten. Er gibt die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.

Wissenswertes zum Thema

Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende Einwilligungserklärung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberührt.“