
„Da ändert sich nichts“: CDU-Mann kapituliert live bei Lanz

Ein CDU-Europaabgeordneter erklärt im ZDF, dass sich am Erscheinungsbild deutscher Städte auch dann nichts ändern werde, wenn jeder illegal eingereiste Migrant das Land verlassen hätte. Dennis Radtke sagte das am Donnerstagabend in der Sendung „Markus Lanz“ – und selbst der Moderator reagierte fassungslos. Medienberichten zufolge sprach Lanz von „totaler Selbstaufgabe“.
Der Satz, der die CDU-Basis erschüttern dürfte
Radtke, der dem Arbeitnehmerflügel seiner Partei zugerechnet wird, führte als Beispiel seine Heimatstadt Wattenscheid an. Selbst mit seinen Eltern diskutiere er darüber, dass der Stadtteil nicht mehr so aussehe wie früher.
„Selbst wenn wir jeden illegalen Migranten aus Deutschland abgeschoben haben, wird sich an vielen Stellen im Stadtbild nichts verändern! (…) Wattenscheid wird nie wieder so aussehen wie in den 70er-, 80er-Jahren. Es wird nicht wieder ein Kino in Wattenscheid geben. Und dass der letzte deutsche Metzger in Wattenscheid zugemacht hat und da jetzt nur noch ein Halal-Metzger ist – daran wird sich auch nichts verändern.“
Der Moderator, sonst nicht als Kritiker der Regierungslinie aufgefallen, zeigte sich nach übereinstimmenden Berichten entsetzt. Dass ausgerechnet im gebührenfinanzierten Abendprogramm ein solcher Moment entsteht, hat eine eigene Ironie.
Von „Nun sind sie halt da“ zu „Da kann man nichts machen“
Aus Sicht unserer Redaktion ist diese Aussage keine Entgleisung, sondern die logische Fortschreibung einer Haltung, die viele Bürger seit dem Herbst 2015 kennen. Angela Merkels berühmtes „Nun sind sie halt da“ war die Ansage, dass Gestaltung nicht mehr stattfindet. Radtkes Auftritt wirkt wie die Endstufe dieser Denkschule.
Politik bedeutet Entscheiden, Steuern, Korrigieren. Wer stattdessen erklärt, warum Zustände unabänderlich seien, betreibt Verwaltung des Unvermeidlichen – und liefert damit das Argument gegen die eigene Existenzberechtigung gleich mit.
Die Quittung steht längst in den Umfragen
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. In der jüngsten Allensbach-Erhebung, für die zwischen dem 1. und 13. August rund 1.000 Wahlberechtigte befragt wurden, kommt die AfD demnach auf 27,5 Prozent, die Union nur noch auf 22,5 Prozent. Es wäre der niedrigste Unionswert seit Oktober 2021 – und erstmals ein Vorsprung von fünf Punkten.
Wer nach den Ursachen sucht, findet sie in Sätzen wie jenen aus dem ZDF-Studio. Im Wahlkampf hatte die Union eine „Migrationswende“ versprochen. Seit dem Regierungsantritt im Mai 2025 erleben viele Wähler vor allem Erklärungen, warum das Versprochene angeblich nicht umsetzbar sei.
Kein Naturgesetz, sondern das Ergebnis von Entscheidungen
Natürlich verändern sich Städte. Kinos schließen, Geschäfte wandern ins Netz ab, Innenstädte wandeln sich – das ist ökonomische Realität. Aber die demografische Zusammensetzung eines Landes ist kein Wetterphänomen, sie ist das Ergebnis von Gesetzen, Verwaltungspraxis und politischem Willen.
Genau darin liegt der Kern der Empörung: Wer Migration, Integration und innere Sicherheit zur Naturgewalt erklärt, entzieht sich der Verantwortung. Und Wähler, die sich nicht mehr vertreten fühlen, suchen sich schlicht andere Vertreter. Das ist unbequem – aber es ist die Selbstkorrektur einer funktionierenden Demokratie.

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