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15.02.2026
06:49 Uhr

CDU-Arbeitnehmerchef warnt vor „sozialer Bombe" – und entlarvt die Schwächen der eigenen Partei

CDU-Arbeitnehmerchef warnt vor „sozialer Bombe" – und entlarvt die Schwächen der eigenen Partei

Kurz vor dem CDU-Bundesparteitag in Stuttgart knallt es intern. Dennis Radtke, Vorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), geht mit der eigenen Parteiführung hart ins Gericht. Seine Diagnose ist so schonungslos wie zutreffend: Die CDU habe in der Sozialstaatsdebatte eine gefährliche wirtschaftsliberale Schlagseite entwickelt – und verliere damit den Kontakt zu Millionen arbeitender Menschen im Land. Schlimmer noch: Die explodierenden Mietpreise hätten sich zu einer „sozialen Bombe" entwickelt, für die es dringend Lösungen brauche.

Wilde Einzelvorschläge statt tragfähiger Gesamtstrategie

Was Radtke beschreibt, dürfte vielen Bürgern bekannt vorkommen. Da werden Forderungen nach Einschnitten beim Teilzeitrecht in die Debatte geworfen, dort wird über längere Arbeitszeiten philosophiert, und Bundeskanzler Friedrich Merz persönlich kritisiert den angeblich zu hohen Krankenstand der Beschäftigten. Doch ein schlüssiges Gesamtkonzept? Fehlanzeige. „Es gibt aktuell viele einzelne Kommissionen, es gibt viele Einzelvorschläge, die wild in die Arena geworfen werden", so Radtke gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Eine „ordnende Hand", die diese Fragmente zusammenführe, sei nirgends erkennbar.

Man muss kein politischer Analytiker sein, um zu erkennen, was hier schiefläuft. Die CDU, einst stolze Volkspartei der Mitte, dümpelt seit geraumer Zeit in einem Umfragekorridor zwischen 24 und 27 Prozent. Das ist für eine Regierungspartei, die den Kanzler stellt, ein geradezu beschämendes Ergebnis. Und Radtke benennt den Grund dafür mit erfrischender Offenheit: Die Partei decke „nicht die Breite der Bevölkerung" ab.

Wenn Kommunikation zur Achillesferse wird

Besonders bemerkenswert ist Radtkes Hinweis auf die katastrophale Kommunikationsstrategie seiner Partei. Die Frage, wie man Sozialreformen vermittle, sei „fast so wichtig wie die eigentliche Reform selbst", mahnte der CDA-Chef. Wenn die Menschen am Anfang einer Debatte bereits Angst bekämen und eine ablehnende Haltung entwickelten, dann habe man „kommunikativ schon verloren". Eine Erkenntnis, die man sich in der Berliner Regierungszentrale vielleicht einmal einrahmen sollte.

Denn genau das ist das Problem, das die CDU unter Merz offenbar nicht in den Griff bekommt. Statt den hart arbeitenden Bürgern das Gefühl zu geben, dass ihre Sorgen gehört werden, erwecken die Vorstöße aus der Partei den Eindruck, als ginge es primär um die Interessen der Wirtschaft. Radtke formuliert es diplomatisch, aber unmissverständlich: „Wir reden hier nicht über abstrakte Gesetzgebungsoperationen, sondern über Veränderungen, die Millionen von Menschen in unserem Land betreffen."

Die Mietpreiskrise als Lackmustest

Besondere Brisanz hat Radtkes Warnung vor der Mietpreisexplosion. Das Thema bezahlbarer Wohnraum habe sich zu einer „sozialen Bombe" entwickelt, so der Arbeitnehmerchef. Und er hat recht. In deutschen Großstädten verschlingt die Miete mittlerweile bei vielen Familien die Hälfte des Nettoeinkommens – eine Entwicklung, die den sozialen Frieden in diesem Land massiv gefährdet. Wer sich nach einem normalen Arbeitstag die eigene Wohnung kaum noch leisten kann, dem nützen Debatten über Arbeitszeitverlängerungen herzlich wenig.

Vom Stuttgarter Parteitag müsse ein klares Signal ausgehen, fordert Radtke. Die CDU müsse beim Thema Mieten, Wohnen und Eigentumsbildung für spürbare Verbesserungen eintreten. Ob Friedrich Merz, der sich auf dem Parteitag im Amt des Vorsitzenden bestätigen lassen möchte, diese Botschaft beherzigt, bleibt abzuwarten. Die Zeichen stehen jedenfalls auf Sturm – und das nicht nur wegen der internen Kritik.

Ein Kanzler zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Man erinnere sich: Friedrich Merz trat mit dem Versprechen an, keine neuen Schulden zu machen und Deutschland wirtschaftlich wieder auf Kurs zu bringen. Stattdessen wurde ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen beschlossen, das kommende Generationen mit Zinszahlungen belasten wird. Die Inflation bleibt hartnäckig, die Energiepreise drücken auf die Wettbewerbsfähigkeit, und nun offenbart auch noch der eigene Arbeitnehmerflügel, dass die Partei den Draht zum einfachen Bürger verloren hat.

Was Radtke hier anspricht, ist im Kern nichts anderes als die alte Frage, für wen die CDU eigentlich Politik macht. Für die Konzernvorstände und Wirtschaftslobbyisten? Oder für die Krankenschwester, den Handwerker, die alleinerziehende Mutter, die am Monatsende jeden Cent umdrehen muss? Die Antwort auf diese Frage wird darüber entscheiden, ob die Union jemals wieder in die Nähe alter Stärke kommt – oder ob sie als weitere Mittelpartei in der politischen Bedeutungslosigkeit versinkt.

In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und steigender Lebenshaltungskosten suchen viele Bürger nach Wegen, ihr Erspartes vor Kaufkraftverlust zu schützen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Wertspeicher bewährt und können als sinnvolle Ergänzung eines breit gestreuten Anlageportfolios zur Vermögenssicherung beitragen – gerade dann, wenn die Politik keine überzeugenden Antworten auf die drängenden sozialen Fragen liefert.

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