
Cannabis-Revolution aus dem Weißen Haus? Trump erwägt historische Neueinstufung von Marihuana
Was unter der Biden-Administration begann und dann im politischen Niemandsland versandete, könnte nun ausgerechnet unter Donald Trump seine Vollendung finden: Die Neueinstufung von Marihuana im amerikanischen Betäubungsmittelrecht. Der Präsident bestätigte am 15. Dezember bei einer Zeremonie im Weißen Haus, dass seine Regierung einen entsprechenden Erlass ernsthaft in Betracht ziehe.
Von der härtesten Kategorie zum regulierten Medikament?
Derzeit wird Cannabis in den Vereinigten Staaten als Schedule-I-Substanz geführt – eine Klassifizierung, die es auf eine Stufe mit Heroin, LSD und Ecstasy stellt. Diese Einstufung bedeutet per Definition, dass der Substanz keinerlei medizinischer Nutzen zugeschrieben wird und ein hohes Missbrauchspotenzial besteht. Eine Einordnung, die angesichts der mittlerweile in zahlreichen Bundesstaaten legalisierten medizinischen und teilweise auch freizeitlichen Nutzung zunehmend absurd erscheint.
Trump erklärte gegenüber Journalisten, dass viele Menschen eine Neueinstufung wünschten, da diese „enorme Mengen an Forschung ermöglichen würde, die ohne Neueinstufung nicht durchgeführt werden kann". Eine bemerkenswert pragmatische Haltung des Präsidenten, der das Thema als „sehr kompliziert" bezeichnete.
Bidens unvollendetes Erbe
Die Geschichte dieser möglichen Reform reicht bis ins Jahr 2022 zurück, als Joe Biden das Gesundheitsministerium anwies, den Status von Marihuana zu überprüfen. Nach Abschluss der Prüfung im Jahr 2023 empfahl das Ministerium tatsächlich eine Verschiebung in Schedule III – eine Kategorie, in der sich auch anabole Steroide, Testosteron und Ketamin befinden.
Das Justizministerium unter Biden folgte dieser Empfehlung im Mai 2024 und kündigte formell an, die Neueinstufung voranzutreiben. Doch dann kam der Regierungswechsel, und das Schicksal der Initiative war ungewiss. Dass ausgerechnet Trump diesen Prozess nun fortführen könnte, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.
Wissenschaft versus Bürokratie
Die aktuelle Einstufung erschwert die medizinische Forschung erheblich. Kent Vrana, Direktor des Penn State Center for Cannabis and Natural Product Pharmaceuticals, beschreibt die Situation als frustrierend: „Ich kann Cannabis und Cannabinoide nur von einer Handvoll bundesweit zugelassener Quellen beziehen", erklärte er und fügte hinzu, dass dies die Finanzierung seiner Universität gefährde.
Dabei haben aus Cannabis gewonnene Verbindungen bereits zu FDA-zugelassenen Medikamenten geführt. Epidiolex, ein aus Cannabidiol hergestelltes Präparat, behandelt schwere Formen kindlicher Epilepsie. Kinder, die zuvor bis zu hundert Anfälle täglich erlitten, können durch dieses Medikament erhebliche Linderung erfahren.
Breite Unterstützung in der Bevölkerung
Eine Umfrage von Fabrizio, Lee & Associates vom März zeigt, dass 72 Prozent aller Wähler und bemerkenswerte 67 Prozent der republikanischen Wähler eine Neueinstufung von Schedule I zu Schedule III befürworten. Diese Zahlen verdeutlichen, wie weit die öffentliche Meinung der Gesetzgebung vorausgeeilt ist.
Wichtig zu verstehen ist jedoch: Eine Neueinstufung würde Cannabis weder legalisieren noch entkriminalisieren. Sie würde lediglich bürokratische Hürden für legale Märkte in jenen Bundesstaaten abbauen, die bereits eigene Gesetze zur medizinischen oder freizeitlichen Nutzung erlassen haben. Auch könnten Banken dann leichter mit Unternehmen der Branche zusammenarbeiten, was bisher aufgrund des Schedule-I-Status problematisch war.
Ob Trump tatsächlich den historischen Schritt wagen wird, bleibt abzuwarten. Seine ambivalenten Äußerungen – einerseits Anerkennung medizinischer Vorteile, andererseits Bedenken hinsichtlich anderer Auswirkungen – deuten auf einen vorsichtigen Kurs hin. Doch allein die Tatsache, dass diese Diskussion im Weißen Haus geführt wird, markiert einen bemerkenswerten Wandel in der amerikanischen Drogenpolitik.
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