
Bürokratie-Wahnsinn: Gesunder Wald soll für 750.000 Euro vernichtet werden – weil die Eichen aus der "falschen" Region stammen
Was sich derzeit in der Altmark abspielt, könnte als Realsatire durchgehen, wäre es nicht bitterer Ernst: Ein kerngesunder, sechs Jahre alter Mischwald bei Gardelegen soll komplett abgeholzt werden. Der Grund? Die dort gepflanzten Eichen stammen nicht aus den behördlich vorgeschriebenen Herkunftszonen. Während die Bäume prächtig gedeihen und ihre Funktion als Ausgleichsfläche für den A14-Ausbau bestens erfüllen, droht nun die Kettensäge – ein Paradebeispiel dafür, wie deutsche Bürokratie den gesunden Menschenverstand aushebelt.
Wenn Paragraphen wichtiger sind als die Natur
Das betroffene Waldstück zwischen Seethen und Hottendorf präsentiert sich in bester Verfassung. Hinter schützenden Zäunen wachsen Eichen, Hainbuchen, Birken und Ahorn zu einem vielversprechenden Mischwald heran. Die jungen Bäume haben ihre Wurzeln tief in den trockenen Altmarkboden geschlagen und zeigen keinerlei Anzeichen von Schwäche. Selbst die als sensibel geltenden Rotbuchen entwickeln sich prächtig.
Doch was zählt schon die Realität, wenn Vorschriften verletzt wurden? Die Forstbehörden pochen darauf, dass die Eichen aus den "falschen" Herkunftszonen stammen. Diese Regelungen sollen angeblich die Anpassungsfähigkeit an lokale Bedingungen sicherstellen. Forstminister Sven Schulze warnt vor möglichen Risiken wie schlechterem Wachstum oder höherer Sterblichkeit – Risiken, die sich nach sechs Jahren erfolgreicher Entwicklung offensichtlich nicht bewahrheitet haben.
Der Preis des Irrsinns: Dreiviertel Million Euro
Die wirtschaftliche Dimension dieses bürokratischen Exzesses verschlägt einem die Sprache. Die ursprüngliche Aufforstung kostete bereits mindestens 500.000 Euro. Eine komplette Neuanlage würde nach aktuellen Schätzungen bis zu 750.000 Euro verschlingen – bei einem Hektarpreis von 30.000 Euro inklusive Pflege und Wildschutzzaun. In Zeiten, in denen die neue Große Koalition unter Friedrich Merz bereits ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur plant und damit die Schuldenlast künftiger Generationen weiter erhöht, erscheint diese Verschwendung besonders grotesk.
"Man fordere stattdessen eine Nachbesserung durch standortgerechte Ergänzungspflanzungen, nicht durch Kettensägen"
So bringt es Ortsbürgermeister Gerald Adler aus Seethen auf den Punkt. Die lokale Bevölkerung versteht die Welt nicht mehr. Christian Glatz, ein Bäckermeister aus der Region, spricht von einer "absurden Entscheidung". Jens Neumann, Angestellter in der Autozulieferindustrie, fordert eine fachlich fundierte Neubewertung statt blindem Gehorsam gegenüber Paragraphen.
Symbolpolitik statt Sachverstand
Der Fall offenbart exemplarisch, was in diesem Land schiefläuft. Während die Politik von Klimaschutz und ökologischer Verantwortung schwadroniert, soll ein funktionierender Wald vernichtet werden – nur weil irgendein Lieferant Setzlinge aus der "falschen" Region geliefert hat. Die gleiche Politik, die Windräder in intakte Wälder stellt und dafür Hektar um Hektar rodet, zeigt hier ihr wahres Gesicht: Es geht nicht um Naturschutz, sondern um Regelkonformität bis zur Selbstaufgabe.
Besonders pikant: Die Autobahn GmbH, verantwortlich für diese Ausgleichsfläche, plant noch im November einen Vor-Ort-Termin. Man darf gespannt sein, ob sich dort der gesunde Menschenverstand durchsetzt oder ob die Bürokratie einen weiteren Pyrrhussieg feiert.
Ein Lehrstück deutscher Forstpolitik
Was bleibt, ist die bittere Erkenntnis, dass in Deutschland mittlerweile Vorschriften wichtiger sind als Ergebnisse. Ein gesunder, wachsender Wald soll vernichtet werden, weil er nicht den bürokratischen Vorgaben entspricht. Gleichzeitig werden andernorts Wälder für fragwürdige Windkraftprojekte geopfert, während man hier einen funktionierenden Naturraum aus reiner Prinzipienreiterei zerstören will.
Die Bürger haben recht, wenn sie gegen diesen Wahnsinn protestieren. Es ist höchste Zeit, dass Politik und Verwaltung wieder lernen, Augenmaß walten zu lassen. Statt stur auf Paragraphen zu pochen, sollte man sich fragen: Erfüllt dieser Wald seinen Zweck? Die Antwort ist eindeutig ja. Alles andere ist Verschwendung von Steuergeldern und Verrat an der Natur – getarnt als vorgeblicher Naturschutz.
Der Fall Gardelegen steht stellvertretend für ein Land, in dem Bürokratie und ideologische Verbohrtheit den Blick für das Wesentliche verstellen. Während man hier einen gesunden Wald vernichten will, explodieren andernorts die Kosten für grüne Prestigeprojekte. Die neue Bundesregierung täte gut daran, solche Auswüchse zu beenden und wieder Vernunft walten zu lassen. Doch wer die bisherige Politik kennt, wird wenig Hoffnung haben.

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