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24.02.2026
07:11 Uhr

Brüssel auf Konfrontationskurs: EU legt Handelsabkommen mit Washington auf Eis

Brüssel auf Konfrontationskurs: EU legt Handelsabkommen mit Washington auf Eis

Was für ein diplomatisches Trauerspiel. Die Europäische Union hat die Ratifizierung ihres mühsam ausgehandelten Handelsabkommens mit den Vereinigten Staaten vorerst eingefroren. Die großen Fraktionen im Europäischen Parlament – von den Konservativen über die Sozialdemokraten bis hin zu den Liberalen – wollen die gesetzgeberische Arbeit an dem Deal ab Montag aussetzen. Der Grund: Niemand weiß mehr, woran man bei Donald Trump eigentlich ist.

Trumps Zoll-Eskalation als Auslöser

Der unmittelbare Anlass für den Stopp ist einmal mehr die unberechenbare Handelspolitik des US-Präsidenten. Nach einer Niederlage vor dem Obersten Gerichtshof der USA kündigte Trump zunächst einen weltweiten Zusatzzoll von 10 Prozent an – nur um diesen kurz darauf auf 15 Prozent zu erhöhen. Details? Fehlanzeige. Planungssicherheit? Ein Fremdwort im Weißen Haus. Für europäische Unternehmen, die auf verlässliche Rahmenbedingungen angewiesen sind, ist das schlicht eine Katastrophe.

„Wir haben keine andere Option", erklärte Zeljana Zovko, Chefverhandlerin der konservativen EVP-Fraktion, gegenüber Bloomberg. Man brauche zunächst Klarheit über das neue US-Zollprogramm. Eine nüchterne Feststellung, die das ganze Dilemma auf den Punkt bringt: Wie soll man ein Abkommen ratifizieren, dessen Geschäftsgrundlage sich im Wochentakt ändert?

Ein Deal, der von Anfang an auf wackligen Beinen stand

Das Abkommen war erst im vergangenen Sommer zwischen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Donald Trump ausgehandelt worden. Die Konditionen lesen sich dabei alles andere als ausgewogen: 15 Prozent Zoll auf die meisten EU-Exporte in die USA, der Wegfall von Zöllen auf US-Industriegüter in die EU und – besonders bitter – weiterhin 50 Prozent US-Zoll auf europäischen Stahl und Aluminium. Viele EU-Abgeordnete hielten den Deal von Beginn an für einseitig. Die EU habe ihn nur akzeptiert, um einen offenen Handelskrieg mit Washington zu vermeiden. Man könnte auch sagen: Europa hat sich erpressen lassen.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Ratifizierungsprozess ins Stocken gerät. Bereits als Trump mit der Annexion Grönlands drohte, wurde die parlamentarische Arbeit am Abkommen gestoppt. Nach seinem Rückzieher nahm man den Prozess wieder auf. Nun also die nächste Vollbremsung. Man fragt sich unwillkürlich, wie oft dieses Spiel noch wiederholt werden soll.

Von der Leyens mahnende Worte

Kommissionspräsidentin von der Leyen wandte sich mit deutlichen Worten an den US-Präsidenten: „Ein Wort ist ein Wort. Beide Seiten haben die Pflicht, ihre Seite der Abmachung vollumfänglich einzulösen." Europas Unternehmen bräuchten nichts mehr als Verlässlichkeit in den Handelsbeziehungen. Schöne Worte – doch die Frage drängt sich auf, ob von der Leyen nicht selbst einen Deal ausgehandelt hat, der Europa in eine Position der Schwäche manövriert hat.

Deutschland als größter Verlierer?

Die Finanzmärkte reagierten prompt nervös. Der europäische Leitindex Stoxx Europe 600 fiel nach Bekanntwerden der Nachricht um 0,4 Prozent. Für die ohnehin angeschlagene deutsche Wirtschaft wäre eine weitere Eskalation des Handelsstreits verheerend. Die USA gehören zu den wichtigsten Absatzmärkten der Bundesrepublik. Autobauer, Maschinenbauer, die Chemiebranche – sie alle hängen am Tropf des transatlantischen Handels.

Und hier offenbart sich das eigentliche Versäumnis der vergangenen Jahre: Deutschland hat es versäumt, seine wirtschaftliche Abhängigkeit von einzelnen Märkten zu reduzieren. Statt die heimische Industrie zu stärken und neue Handelspartner zu erschließen, hat man sich in Berlin lieber mit Gendersternchen und Klimaneutralitätszielen beschäftigt. Das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen der neuen Bundesregierung unter Friedrich Merz wird die strukturellen Probleme nicht lösen – es wird sie allenfalls mit frisch gedrucktem Geld überdecken.

Gold als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten

In einem Umfeld, in dem Handelsabkommen über Nacht eingefroren werden, Zölle willkürlich erhöht werden und die Aktienmärkte nervös zucken, zeigt sich einmal mehr der zeitlose Wert physischer Edelmetalle. Während Papierwerte und politische Versprechen sich in Luft auflösen können, bleibt Gold das, was es seit Jahrtausenden ist: ein verlässlicher Wertspeicher. Wer sein Vermögen in Zeiten geopolitischer Verwerfungen schützen möchte, tut gut daran, physische Edelmetalle als festen Bestandteil eines breit diversifizierten Portfolios zu betrachten.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen und Einschätzungen entsprechen der Meinung unserer Redaktion und dienen ausschließlich zu Informationszwecken. Jede Anlageentscheidung sollte auf eigener, sorgfältiger Recherche basieren. Wir empfehlen, vor Investitionsentscheidungen einen qualifizierten Finanzberater zu konsultieren. Für etwaige finanzielle Verluste, die aus Anlageentscheidungen auf Grundlage dieses Artikels entstehen, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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