
Brennende Rathäuser, leere Kassen: Zerbricht jetzt die EU?

Frankreich und Italien erleben die schwersten Unruhen seit Jahrzehnten. Mitten in diese Lage hinein schreibt Weltwoche-Chef Roger Köppel im Editorial der neuesten Ausgabe, die Europäische Union werde die Konflikte in ihren Städten womöglich nicht überleben. Seine These ist provokant, aber sie trifft einen wunden Punkt.
Paris, Mailand, Limoges: Europa in Flammen
Die Bilanz der vergangenen Wochen ist erschreckend. Am 17. Oktober eskalierten Demonstrationen gegen steigende Lebenshaltungskosten und marode öffentliche Dienste in ganz Frankreich. Medienberichten zufolge ging in Limoges das Rathaus in Flammen auf. In Marseille drangen Vermummte ins Rathaus ein, in Lyon brannte das Touristenbüro. Allein an diesem Wochenende soll es landesweit mehr als 2.700 Festnahmen gegeben haben.
Eine Woche später dann der „zweite Akt“: Nach Polizeiangaben marschierten rund 410.000 Menschen durch Frankreich, 110.000 davon in Paris. Wieder flogen Gegenstände, wieder brannten Barrikaden, wieder gab es rund 1.000 Festnahmen. Premierminister Sébastien Lecornu kündigte örtliche Ausgangssperren an und machte Ultralinke und Kriminelle für die Gewalt verantwortlich.
Auch in Italien gerät die Lage aus den Fugen. In Mailand gab es Berichten zufolge mehr als 200 Festnahmen, Läden wurden geplündert, Autos angezündet. Rom und Mailand sicherten sich zuletzt mit 1.500 beziehungsweise 1.800 Polizisten, Ordnungskräften und Soldaten ab. Ein Großaufgebot wie im Belagerungszustand.
Köppels Diagnose: Das Geld zum Ruhigstellen ist alle
Köppel deutet die Ausschreitungen als Ergebnis ungelöster Konflikte, die über Jahre angestaut worden seien. Der Staat habe sie bislang mit Geld gedämpft. Nun aber fehlten ihm dafür zunehmend die Mittel, so der Schweizer Publizist.
Das ist ein Gedanke, den man ernst nehmen sollte. Frankreich gehört seit Jahren zu den am höchsten verschuldeten Staaten der Eurozone. Wer gesellschaftlichen Frieden auf Pump kauft, steht irgendwann vor einer unbequemen Wahrheit: Die Rechnung kommt immer. Und sie kommt meistens dann, wenn es am wenigsten passt.
Die scharfe Abrechnung mit der Migrationspolitik
Besonders hart geht Köppel mit der europäischen Migrationspolitik ins Gericht. Er formuliert seine Kritik bewusst zugespitzt:
«Im Bestreben, Afrika zu retten, holten sie Afrika nach Europa. So aber rettet man nicht Afrika, sondern macht Europa zu Afrika.»
Mit seiner Kritik zielt er auf politische Eliten, die über Jahre Zuwanderung kaum gesteuert hätten, ohne die Folgen für Integration, Sozialkassen und innere Sicherheit zu Ende zu denken. Fairerweise muss man festhalten: Offiziell richten sich die Proteste vor allem gegen soziale Ungleichheit, hohe Preise und schlechte öffentliche Leistungen. Ob Köppels Deutung trägt oder nicht, die Debatte darüber dürfte Europa noch lange beschäftigen.
Zerfall der EU – Chance oder Chaos?
Köppel hält es für möglich, dass sich Staaten aus den bestehenden europäischen Strukturen lösen. Langfristig sähe er darin sogar etwas Gutes. Kurzfristig rechne er jedoch mit noch mehr Polarisierung und Gewalt.
Für Deutschland ist das alles andere als eine ferne Theorie. Auch hierzulande meldet die Polizeiliche Kriminalstatistik Rekordwerte, und die schwarz-rote Koalition unter Kanzler Friedrich Merz türmt mit dem 500-Milliarden-Sondervermögen neue Schuldenberge auf. Was passiert, wenn auch in Berlin das Geld zum Beruhigen ausgeht? Frankreich zeigt gerade, wie schnell Unmut auf der Straße landet. Und das wenige Monate vor der nächsten Präsidentschaftswahl.
Was Bürger jetzt daraus lernen
Wenn Staaten finanziell an ihre Grenzen stoßen und das gesellschaftliche Gefüge Risse bekommt, geraten Papierwährungen und staatliche Versprechen unter Druck. Physisches Gold und Silber haben über Jahrhunderte Krisen, Revolutionen und Währungsreformen überstanden. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können sie ein Stück Unabhängigkeit sichern, gerade in unruhigen Zeiten wie diesen.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Empfehlungen zum Kauf oder Verkauf einzelner Anlageprodukte. Jeder Anleger sollte sich selbst umfassend informieren und trifft seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich.
- Themen:
- #Insolvenzen
- #Wahlen
- #CDU-CSU
- #AFD
Kostenloses Live-Webinar
Der Great Reset fürs Geldsystem
Was sich bis 2029 an Ihrem Geld ändert und was Sie vorher tun können.

PeterHahne
ErnstWolff
Dr.Brandenburg
Prof. Dr.Polleit
MichaelMross
OutdoorChiemgau
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik













