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Kettner Edelmetalle
04.06.2026
13:08 Uhr

Boomer als Sündenböcke: Wie SPD und Junge Union die Rentner zur Kasse bitten wollen

Es war einer jener Fernsehmomente, die man sich besser nicht entgehen lässt, wenn man verstehen will, wohin die Reise in diesem Land geht. Bei „Markus Lanz“ saßen sich zwei Vertreter der politischen Mitte gegenüber – der außenpolitische Sprecher der SPD, Adis Ahmetovic, und der Vorsitzende der Jungen Union, Johannes Winkel – und entwarfen in trauter Eintracht ein Szenario, bei dem dem ein oder anderen Rentner der Kaffee in der Tasse kalt werden dürfte. Die Idee, vornehm verpackt in das Vokabular der „Generationengerechtigkeit“: Man drücke den Rentenanstieg ein wenig, um die freiwerdenden Milliarden in andere Sozialtöpfe umzuleiten.

Ein „sehr, sehr guter Vorschlag“ – auf Kosten der Rentner

Winkel rechnete vor, dass die geplanten Mehrausgaben für die Rente allein in diesem Jahr rund 20 Milliarden Euro verschlingen würden. Die aktuell vorgesehene Erhöhung von 4,2 Prozent sei eine „schlechte und schiefe Prioritätensetzung“, befand der JU-Chef. Sein Gegenvorschlag klingt harmlos: Statt 4,2 Prozent solle die Rente eben nur um drei Prozent steigen – immer noch über der Inflation, wie er betonte. Das eingesparte Geld könne man dann anderweitig verteilen, etwa für die im Koalitionsvertrag versprochene Bafög-Reform oder die Erhöhung des Kindergeldes.

Und der SPD-Mann? Der zeigte sich begeistert. „Du hast gerade einen sehr, sehr guten Vorschlag gemacht, über den man diskutieren kann und auch diskutieren muss“, lobte Ahmetovic seinen Gesprächspartner. Man werde das „nicht dogmatisch ablehnen“. Eine bemerkenswerte Harmonie zwischen den vermeintlich so verfeindeten Lagern – immer dann, wenn es darum geht, dem Bürger in die Tasche zu greifen, herrscht plötzlich parteiübergreifender Konsens.

Das Märchen von der „reichsten Generation“

Besonders entlarvend war die Begründung. Die sogenannte „Boomer-Generation“ sei „trotz mancher Probleme die reichste Generation Deutschlands“, dozierte Winkel. Man könne ihr also durchaus etwas zumuten. Man muss sich diese Argumentation auf der Zunge zergehen lassen: Ausgerechnet jene Generation, die mit ihrer Hände Arbeit dieses Land nach dem Krieg wieder aufgebaut, jahrzehntelang in die Kassen eingezahlt und den heutigen Wohlstand erst geschaffen hat, wird nun als reicher Geldspeicher dargestellt, den man bei Bedarf anzapfen darf.

Es ist ein durchschaubares Spiel: Wer ein Leben lang gearbeitet und eingezahlt hat, soll verzichten – während die wahren Kostentreiber im Haushalt geflissentlich übergangen werden.

Dabei verschweigen die Herren auf dem Podium geflissentlich, dass die Rente eben keine großzügige Sozialleistung des Staates ist, sondern ein erworbener Anspruch. Wer Jahrzehnte Beiträge abführen musste – ohne gefragt zu werden –, der hat ein Recht auf eine angemessene Auszahlung. Die Rente in einen Topf mit anderen „Sozialleistungen“ zu werfen, ist nichts anderes als eine sprachliche Nebelkerze.

Wo das Geld wirklich versickert

Die entscheidende Frage stellt natürlich niemand in der gemütlichen Talkrunde: Wäre es nicht angebracht, einmal über die Ausgabenseite nachzudenken, bevor man fleißigen Beitragszahlern an die Rente geht? Eine Regierung, die mit einem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen jongliert und Milliarden in alle Welt verteilt, hat plötzlich kein Geld mehr für die eigenen Senioren? Während über jede Steigerung bei der Rente lamentiert wird, fließen anderswo die Mittel ohne große Diskussion.

Ahmetovic forderte, die Regierungsspitzen sollten sich zusammensetzen und „am besten vor der Sommerpause“ ein Reformpaket präsentieren. Man könnte fast meinen, es ginge um echte Generationengerechtigkeit. Tatsächlich aber handelt es sich um ein altbekanntes Manöver: Man spielt die Generationen gegeneinander aus, hetzt Jung gegen Alt, um vom eigenen finanzpolitischen Totalversagen abzulenken.

Der Bürger durchschaut das Spiel

Dass die Stimmung im Land kippt, ist kein Geheimnis mehr. In aktuellen Umfragen erreicht die Zufriedenheit mit der Bundesregierung historische Tiefstwerte, während oppositionelle Kräfte Rekordwerte einfahren. Kein Wunder: Wer den Menschen erst Jahrzehnte das Geld vom Gehalt abzieht und sie dann im Alter zu Verzicht auffordert, darf sich über Vertrauensverlust nicht wundern. Die Bürger schütteln zu Recht den Kopf, wenn ausgerechnet Politiker, deren eigene Altersversorgung fürstlich gesichert ist, den Sparkurs bei den kleinen Rentnern predigen.

Es ist die Meinung unserer Redaktion – und wohl auch die eines Großteils der arbeitenden und gearbeitet habenden Bevölkerung –, dass dieses Land dringend eine Politik braucht, die wieder für die eigenen Bürger regiert. Eine Politik, die fleißige Lebensleistung honoriert, statt sie als Steinbruch für ideologische Wunschprojekte zu missbrauchen.

Was schützt vor dem Zugriff des Staates?

Wer angesichts solcher Debatten ins Grübeln gerät, sollte sich eine Frage stellen: Wie krisenfest ist mein eigenes Vermögen eigentlich, wenn der Staat bei jeder Haushaltslücke kreativ wird? Papiergeldsysteme und umlagefinanzierte Versprechen leben vom Vertrauen – und genau dieses Vertrauen erodiert zusehends. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über die Jahrhunderte bewiesen, dass sie sich dem Zugriff politischer Tagespolitik weitgehend entziehen. Als solider Baustein eines breit gestreuten Vermögens bieten sie eine Möglichkeit, einen Teil der eigenen Lebensleistung jenseits staatlicher Umverteilungsfantasien zu bewahren.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Jeder Leser ist angehalten, eigenständig zu recherchieren und für seine finanziellen Entscheidungen selbst Verantwortung zu übernehmen. Für individuelle Fragen sollte ein entsprechend qualifizierter Berater hinzugezogen werden.

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