
Bombe statt Brot? Irans Hardliner wollen jetzt die Atomwaffe!

In Teheran fällt ein Tabu nach dem anderen. Fast acht Monate nach Beginn des Krieges mit den USA und Israel fordern iranische Abgeordnete und hohe Sicherheitsfunktionäre inzwischen offen den Bau einer Atombombe. In Washington wird derweil über einen Schlag gegen den Bunkerkomplex „Pickaxe Mountain“ nachgedacht.
Vom Tabu zur offenen Forderung
Jahrzehntelang hatte das Mullah-Regime eisern beteuert, sein Atomprogramm diene allein zivilen Zwecken. Als Beleg galt die Fatwa, die der damalige Oberste Führer Ali Chamenei 2003 erlassen hatte. Sie verbietet Entwicklung, Besitz und Einsatz von Atomwaffen nach islamischem Recht. Wer in Teheran laut über die Bombe nachdachte, galt als Außenseiter.
Damit ist es vorbei. Ahmad Bachschajesch Ardestani, Mitglied des einflussreichen Ausschusses für nationale Sicherheit und Außenpolitik, argumentiert Berichten zufolge, das Land habe für sein Atomprogramm längst bezahlt, jetzt sei die Zeit für Waffen gekommen. Sein Kollege Hossein Ali Haji-Deligani nennt die fehlende nukleare Abschreckung eine der größten Schwächen Irans. Ein Test sei in nicht allzu ferner Zukunft denkbar, deutete er an.
Selbst Mohsen Rezaei, Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, will die Option nicht ausschließen. Er gibt Trumps Politik die Schuld daran, dass die Welt in Richtung Atomwaffen gedrängt werde. Der konservative Kommentator Davud Modarresian treibt es auf die Spitze: Die Bombe sei „wichtiger als Nahrung“, schrieb er auf X.
Ausgerechnet Trump liefert die Steilvorlage
Modarresian stützt sich dabei auf einen Satz des US-Präsidenten. Mit Blick auf Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte Trump gesagt, wer elf Atomraketen besitze, mit dem komme man gern gut aus. Für Irans Hardliner ist das die Bestätigung: Nur die Bombe schützt vor dem Sturz.
Dazu kommt ein Machtwechsel. Ali Chamenei und große Teile der Militärspitze wurden Berichten zufolge gleich zu Kriegsbeginn am 28. Februar getötet. Sein Sohn Mojtaba Chamenei führt seither das Land. Der Abgeordnete Ahmad Naderi meinte laut Medienberichten, dessen Fatwa werde wohl „anders ausfallen“ als die des Vaters.
Die Gegenstimmen: Hormus statt Atombombe
Doch nicht alle ziehen mit. Mohammad Mokhber, Berater des neuen Obersten Führers, hält Iran für ausreichend abgeschreckt. Wer die Straße von Hormus kontrolliere, brauche keine Atombombe, sagte er am 19. Oktober. Eine Blockade treffe Milliarden Menschen, eine Bombe töte womöglich 50.000 bis 100.000.
Das ist eine zynische Rechnung, aber eine, die Europa ernst nehmen muss. Durch die Meerenge läuft ein erheblicher Teil des weltweiten Ölhandels. Auch US-Vizepräsident JD Vance hat Medienberichten zufolge vor steigenden Benzinpreisen gewarnt, sollte Iran den Schiffsverkehr kontrollieren. Andere Kritiker in Teheran warnen schlicht, die Gegner würden jeden Bombenbau entdecken und das Land zerstören, bevor eine Abschreckung überhaupt stehe.
Was vom Atomprogramm übrig ist
Militärisch ist Irans Anreicherung schwer getroffen. Die Anlagen in Natans und Fordo gelten als zerstört oder außer Betrieb, ebenso die Einrichtungen zur Urankonversion. Das größte Fragezeichen sind 440,9 Kilogramm Uran mit 60 Prozent Anreicherung. Laut IAEA-Chef Rafael Grossi lagerten im März noch mehr als 200 Kilogramm in Tunneln bei Isfahan. Im September räumte die Behörde ein, den Überblick schon vor über einem Jahr verloren zu haben.
Theoretisch reichen wenige Zentrifugen, um daraus waffenfähiges Material zu machen. Genau deshalb steht Pickaxe Mountain im Fokus: Tausende Zentrifugen sollen laut US- und israelischen Angaben dort lagern, 80 bis 100 Meter tief im Granit. Trump sagte, man müsse dort „vielleicht hin“. Irans Vorschlag einer siebentägigen Waffenruhe hat er abgelehnt, eine Seeblockade iranischer Häfen läuft weiter.
Fazit: Die Welt rückt näher an den Abgrund
Seit Trump 2018 aus dem Atomabkommen ausgestiegen ist, wird die Lage immer verfahrener. Verhandlungen stocken, Drohungen werden lauter. Und Berlin? Spielt kaum eine Rolle. Für Sparer in Deutschland heißt das: Ölpreisschocks und Inflation bleiben ein reales Risiko. Physisches Gold und Silber haben sich in solchen Krisen über Generationen als Anker bewährt und können als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen sinnvoll sein.
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