
Bloomberg-Millionen gegen Trump: 80 Mio. Dollar für die Demokraten!

Michael Bloomberg greift wieder tief in die Tasche. Der 84-jährige Milliardär und frühere New Yorker Bürgermeister hat im September und Oktober nach Angaben seines Teams rund 80 Millionen Dollar an demokratische Gruppen und Kandidaten überwiesen. Das Ziel: Bei den Zwischenwahlen im November soll das US-Repräsentantenhaus an die Demokraten fallen. Weitere rund zehn Millionen Dollar sollen noch folgen.
Berichtet hatte zuerst die New York Times. Die offiziellen Meldungen an die Wahlbehörden stehen allerdings noch aus. Sie sind erst in dieser Woche fällig. Ein Teil der Spenden lief zum Zeitpunkt des Berichts noch.
Wohin das Geld fließt
Mindestens 50 Millionen Dollar sollen in Rennen um das Repräsentantenhaus gehen. Die größten Schecks gehen an zwei Adressen: 24 Millionen Dollar an Everytown for Gun Safety, eine Organisation für schärfere Waffengesetze, die Bloomberg selbst mitgegründet hat. 16 Millionen Dollar an das House Majority PAC, das Super-PAC von Minderheitsführer Hakeem Jeffries. Bei beiden ist Bloomberg damit der größte bekannte Geldgeber.
Dazu kommen weitere Posten:
- 5 Millionen Dollar an das Super-PAC der Umweltlobby League of Conservation Voters
- 3,5 Millionen Dollar an eine Gruppe, die demokratische Wissenschaftler und Ärzte ins Amt bringen will
- 2,5 Millionen Dollar für James Talarico, Senatskandidat in Texas
- 8 Millionen Dollar für etwa sechs umkämpfte Gouverneurswahlen
- 2,5 Millionen Dollar für New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul
Zusammen sind das 61,5 Millionen. Wofür die restlichen gut 18 Millionen Dollar genau gedacht sind, bleibt offen. Auch eine Spende zugunsten von Pennsylvanias Gouverneur Josh Shapiro, einem möglichen Präsidentschaftsbewerber für 2028, wird ohne Betrag genannt. Transparenz sieht anders aus.
„Er erwartet ein Ergebnis"
Bloombergs Politikberater Howard Wolfson macht keinen Hehl aus den Absichten. Der Spender glaube an die Teilnahme an der Demokratie, Geld spiele im Wahlkampf eine Rolle, und Bloomberg erwarte ein Ergebnis. Ob die Demokraten am Ende 221 oder 230 Sitze hielten, mache einen echten Unterschied, so Wolfson.
Jeffries bedankt sich schon im Voraus. Bloomberg habe bei den Zwischenwahlen 2018 eine enorm wichtige Rolle gespielt, sagte er. Seine Unterstützung werde den Demokraten erneut helfen, das Haus zurückzuerobern.
Interessant ist, wo Bloomberg sich abgrenzt. Wolfson zufolge sieht sich der Milliardär als Mann der Mitte, der den Linksruck seiner Partei mit Sorge betrachte, gerade beim Thema Israel. Kandidaten der Democratic Socialists of America bekämen kein Geld. Einen Favoriten für 2028 habe er noch nicht.
Materialschlacht der Milliardäre
Das Geld trifft auf eine republikanische Gegenoffensive. Trump hat angekündigt, 400 bis 500 Millionen Dollar zu den Republikanern zu lenken. Das Trump-nahe No Going Back PAC hat Medienberichten zufolge Werbezeit für mehr als 74 Millionen Dollar reserviert. MAGA Inc. steckte zehn Millionen in den Senatswahlkampf in Texas. Elon Musks America PAC soll mehr als sieben Millionen Dollar für Online-Werbung, Textnachrichten, Anrufe und Postwurfsendungen ausgegeben haben.
Bei den Parteikassen liegen Welten zwischen beiden Lagern. Das Republican National Committee startete mit rund 126 Millionen Dollar in den September. Bis Mitte Oktober waren es noch 76 Millionen, nachdem über 44 Millionen an die Wahlkampfkomitees für Kongress und Senat geflossen waren. Das Democratic National Committee meldete dagegen fast den gesamten Zyklus über ein negatives Guthaben, wenn man die Schulden einrechnet. Ohne Großspender wie Bloomberg stünden die Demokraten finanziell blank da.
Das Drehbuch von 2018
Bloombergs Team orientiert sich offenbar an 2018. Damals versprach er im Juni mindestens 80 Millionen Dollar. Bis Ende Oktober waren es laut CBS News 110 Millionen. Die Demokraten gewannen das Haus.
Weniger glücklich lief es 2020: Mehr als eine Milliarde Dollar verpulverte Bloomberg damals für eine eigene Präsidentschaftskandidatur, die krachend scheiterte. Erst in diesem Frühjahr gab er elf Millionen Dollar aus, damit Micah Lasher die Vorwahl um den Sitz von Jerrold Nadler gewinnt.
Ob man das nun Bürgerengagement oder gekauften Einfluss nennt, ist Ansichtssache. Klar ist: In Amerika entscheiden immer öfter einige wenige Superreiche mit, wer regiert, und zwar auf beiden Seiten. Für Europa und Deutschland geht es dabei um viel. Ein Machtwechsel im Repräsentantenhaus würde Trumps Spielraum bei Zöllen, Haushalt und Außenpolitik spürbar einschränken.

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