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Kettner Edelmetalle
13.04.2026
08:16 Uhr

Blitzermarathon 2026: Der Staat kassiert wieder – doch bringt das wirklich etwas?

Blitzermarathon 2026: Der Staat kassiert wieder – doch bringt das wirklich etwas?

Es ist wieder soweit. Eine ganze Woche lang verwandeln sich Deutschlands Straßen in ein engmaschiges Netz aus Radarfallen, Laserpistolen und mobilen Messanlagen. Der bundesweite Blitzermarathon hat begonnen – und mit ihm die alljährliche Frage, ob es hier tatsächlich um Verkehrssicherheit geht oder doch eher um das Füllen chronisch leerer Staatskassen.

Die „Speedweek" – fast alle machen mit

Von Montag bis Sonntag kontrolliert die Polizei in nahezu allen Bundesländern verschärft die Geschwindigkeit. Einzig das Saarland hält sich aus der Aktion heraus – ein bemerkenswerter Sonderweg, der Fragen aufwirft. Der Hauptaktionstag fällt auf den Mittwoch, den 15. April. Im Visier stehen dabei besonders unfallträchtige Streckenabschnitte sowie sensible Bereiche rund um Schulen, Krankenhäuser und Baustellen.

Die offizielle Begründung klingt wie jedes Jahr edel: Man wolle die Risiken überhöhter Geschwindigkeit ins öffentliche Bewusstsein rücken. Das Polizeipräsidium Trier formulierte es so, dass man einerseits Verstöße erkennen und ahnden, andererseits aber auch Aufmerksamkeit generieren wolle. Klingt vernünftig. Doch hält diese Argumentation einer nüchternen Prüfung stand?

Erschreckende Unfallzahlen – trotz immer mehr Kontrollen

Ein Blick in die Statistik ernüchtert. Im vergangenen Jahr kamen 2.814 Menschen auf deutschen Straßen ums Leben. Das sind rund zwei Prozent mehr als noch 2024, als 2.770 Todesopfer zu beklagen waren. Die Zahlen steigen also – und das trotz der jährlich wiederkehrenden Kontrollaktionen, trotz immer schärferer Bußgeldkataloge, trotz einer Infrastruktur, die den Autofahrer zunehmend gängelt.

Überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit gehöre zu den häufigsten Unfallursachen, heißt es gebetsmühlenartig. Das mag stimmen. Doch wer ehrlich ist, muss auch fragen: Liegt es vielleicht auch am desolaten Zustand vieler Straßen? An mangelhafter Beschilderung? An einer Verkehrsinfrastruktur, in die seit Jahren zu wenig investiert wird, weil das Geld lieber in ideologische Prestigeprojekte fließt?

Wissenschaft zweifelt am Nutzen

Besonders brisant: Selbst die Wissenschaft stellt den Sinn solcher Aktionswochen infrage. Eine umfassende Studie der Universität Passau, die sämtliche 1,5 Millionen polizeilich gemeldeten Verkehrsunfälle zwischen 2011 und 2014 auswertete, kam zu einem ernüchternden Ergebnis. Temporär verstärkte Kontrollen brächten Autofahrer lediglich kurzfristig dazu, sich an die Regeln zu halten. Dauerhaft niedrigere Unfallzahlen ließen sich so nicht erzielen. Was tatsächlich wirke, seien dauerhafte Maßnahmen – etwa konsequente Geschwindigkeitsbegrenzungen an Gefahrenstellen.

Man könnte also zugespitzt formulieren: Der Blitzermarathon ist ein Strohfeuer. Laut, medienwirksam, einschüchternd – aber in seiner langfristigen Wirkung so nachhaltig wie ein Silvesterböller. Warum also hält der Staat Jahr für Jahr an diesem Ritual fest?

Abkassieren statt Schützen?

Der Verdacht liegt nahe, dass es bei der „Speedweek" weniger um den Schutz von Menschenleben geht als vielmehr um eine willkommene Einnahmequelle. Wer in eine Radarfalle gerät, muss mit den üblichen Sanktionen rechnen: Bußgeld, Punkte in Flensburg, im schlimmsten Fall ein Fahrverbot. Die Einnahmen aus Geschwindigkeitskontrollen spülen jährlich Hunderte Millionen Euro in die Kassen von Bund, Ländern und Kommunen. In Zeiten, in denen die Große Koalition unter Friedrich Merz ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen auf den Weg gebracht hat und die Staatsverschuldung neue Höhen erklimmt, dürfte jeder zusätzliche Euro hochwillkommen sein.

Der ADAC bewertet die Aktion zwar grundsätzlich positiv. Die intensive Medienberichterstattung sensibilisiere auch jene, die gar nicht selbst geblitzt würden, so ADAC-Verkehrspsychologe Ulrich Chiellino. Ein Tempolimit sei als Limit und nicht als Empfehlung zu verstehen. Dem ist grundsätzlich nicht zu widersprechen. Doch die Frage bleibt: Wenn selbst der Automobilclub einräumt, dass es vor allem um Sensibilisierung geht – warum dann nicht in dauerhafte Prävention investieren, statt einmal im Quartal die große Blitzer-Show abzuziehen?

Die nächste Runde kommt bestimmt

Autofahrer sollten sich den Termin schon einmal vormerken: Die nächste „Speedweek" ist bereits für den 3. bis 9. August geplant. Dann wird wieder kontrolliert, wieder geblitzt, wieder kassiert. Und die Unfallzahlen? Die werden vermutlich auch 2026 nicht sinken – jedenfalls nicht durch eine Woche verschärfter Kontrollen.

Was Deutschland wirklich bräuchte, wäre eine grundlegende Investitionsoffensive in die marode Verkehrsinfrastruktur: bessere Straßen, intelligentere Verkehrsführung, konsequenter Ausbau von Gefahrenstellen. Doch solche Maßnahmen kosten Geld und erfordern politischen Willen. Beides scheint in Berlin derzeit Mangelware zu sein. Da ist es natürlich einfacher, den braven Bürger auf dem Weg zur Arbeit zu blitzen und ihm anschließend einen Bußgeldbescheid ins Haus zu schicken. Willkommen in Deutschland, dem Land der unbegrenzten Kontrollmöglichkeiten.

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