
Bitcoin versagt als Krisenwährung – Gold triumphiert erneut

Während die Welt von geopolitischen Spannungen erschüttert wird, offenbart sich eine unbequeme Wahrheit für die Krypto-Enthusiasten: Bitcoin, das vermeintliche "digitale Gold", entpuppt sich in Krisenzeiten als das genaue Gegenteil dessen, was seine Befürworter versprechen. Statt als sicherer Hafen zu dienen, wird die Kryptowährung zum ersten Opfer panischer Verkäufe.
Die ernüchternde Realität der vergangenen Wochen
Die jüngsten Entwicklungen sprechen eine deutliche Sprache. Seit dem 18. Januar, als US-Präsident Donald Trump mit Zöllen gegen NATO-Verbündete drohte und Spekulationen über mögliche militärische Aktionen in der Arktis aufkamen, hat Bitcoin satte 6,6 Prozent seines Wertes eingebüßt. Gold hingegen? Das edle Metall legte um beeindruckende 8,6 Prozent zu und nähert sich der magischen Marke von 5.000 Dollar.
Diese Diskrepanz ist kein Zufall, sondern offenbart die fundamentalen Unterschiede zwischen beiden Anlageklassen. Greg Cipolaro, Global Head of Research bei NYDIG, bringt es auf den Punkt: Bitcoin funktioniert in Krisenzeiten wie ein "Geldautomat" – es wird als erstes verkauft, wenn Investoren schnell Liquidität benötigen.
Warum Bitcoin in Stresssituationen scheitert
Die Ironie könnte kaum größer sein. Genau jene Eigenschaften, die Bitcoin theoretisch attraktiv machen sollten – der Rund-um-die-Uhr-Handel, die tiefe Liquidität und die sofortige Abwicklung – werden ihm in turbulenten Zeiten zum Verhängnis. Investoren können Bitcoin jederzeit abstoßen, und genau das tun sie auch.
"In Phasen von Stress und Unsicherheit dominiert die Liquiditätspräferenz, und diese Dynamik schadet Bitcoin weit mehr als Gold", erklärt Cipolaro.
Gold hingegen, obwohl weniger leicht zugänglich, wird gehalten statt verkauft. Diese psychologische Komponente unterscheidet wahre Wertspeicher von spekulativen Anlagen.
Die Großinvestoren verschärfen das Problem
Erschwerend kommt hinzu, dass die großen Akteure am Markt völlig unterschiedliche Strategien verfolgen. Zentralbanken weltweit kaufen Gold in Rekordmengen und schaffen damit eine strukturelle Nachfrage, die den Preis stützt. Bei Bitcoin sieht das Bild düster aus: Langfristige Halter verkaufen ihre Bestände.
On-Chain-Daten zeigen, dass ältere Coins kontinuierlich zu den Börsen wandern – ein untrügliches Zeichen für anhaltenden Verkaufsdruck. Dieser "Verkäuferüberhang" untergräbt jegliche Preisstützung und macht Bitcoin anfällig für weitere Kurseinbrüche.
Die unterschiedliche Risikowahrnehmung der Märkte
Die aktuelle Marktvolatilität wird als episodisch betrachtet – ausgelöst durch Zölle, politische Drohungen und kurzfristige Schocks. Für genau diese Art von Unsicherheit dient Gold seit Jahrhunderten als bewährter Schutz. Bitcoin hingegen eignet sich laut Experten besser für langfristige Bedenken wie die Entwertung von Fiat-Währungen oder Staatsschuldenkrisen.
"Gold glänzt in Momenten unmittelbaren Vertrauensverlusts, bei Kriegsrisiken und Währungsentwertung", so Cipolaro weiter. "Bitcoin hingegen ist besser geeignet, um sich gegen langfristige monetäre und geopolitische Unordnung abzusichern."
Die Lehre für konservative Anleger
Was bedeutet dies für den deutschen Sparer, der sein hart erarbeitetes Vermögen schützen möchte? Die Antwort liegt auf der Hand: Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrtausende als verlässliche Wertspeicher bewährt. Sie unterliegen keinen digitalen Risiken, können nicht gehackt werden und behalten ihren inneren Wert auch dann, wenn Finanzsysteme ins Wanken geraten.
In einer Zeit, in der die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz trotz gegenteiliger Versprechen ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen plant und damit die Inflation weiter anheizt, erscheint die Beimischung physischer Edelmetalle zu einem breit gestreuten Portfolio vernünftiger denn je.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist für seine Investitionsentscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.

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