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Betrugs-Epizentrum Minnesota: US-Justiz deckt 29 Millionen mehr auf!

Betrugs-Epizentrum Minnesota: US-Justiz deckt 29 Millionen mehr auf!
Symbolbild: KI-generiert

Das US-Justizministerium hat in Minnesota innerhalb eines Monats neue Fälle von Sozialbetrug im Umfang von rund 29,1 Millionen Dollar aufgedeckt. Zwischen dem 30. September und dem 30. Oktober wurden 13 Personen angeklagt, verurteilt oder bestraft. Der beabsichtigte Gesamtschaden für die Staatskasse liegt den Behörden zufolge bei fast 83 Millionen Dollar.

Washington spart dabei nicht mit Superlativen. Minnesota sei „das Epizentrum für Betrug in Amerika", erklärte der amtierende stellvertretende Justizminister Trent McCotter.

Kinderessen, Medicaid, Lebensmittelmarken

Im Visier stehen ausgerechnet die Programme, die den Schwächsten helfen sollen. Dazu gehören das staatliche Gesundheitsprogramm Medicaid, das bundesweite Kinderernährungsprogramm und die Lebensmittelhilfe SNAP. Einige Beschuldigte sollen laut Ministerium auch mit Bestechung gearbeitet haben.

Ein Beispiel: Ein 54-jähriger Mann aus Pelican Rapids muss sich wegen Überweisungsbetrugs und Geldwäsche verantworten. Er und seine Mitverschwörer sollen vier Monate lang behauptet haben, täglich Tausende Mahlzeiten an Kinder auszugeben. Mit diesen angeblich fingierten Essensausgaben soll er über die Organisation Feeding Our Future mehr als 1,1 Millionen Dollar kassiert haben.

In einem zweiten Fall wirft die Anklage einem 46-Jährigen aus New Brighton in elf Punkten Gesundheitsbetrug vor. Es geht um ein mutmaßliches Betrugssystem über 8,2 Millionen Dollar zulasten von Medicaid. Für alle Beschuldigten gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung. Ihre Anwälte äußerten sich laut Medienberichten zunächst nicht.

Ein Skandal mit langer Vorgeschichte

Der Name Feeding Our Future steht in den USA für einen der dreistesten Raubzüge der Pandemie-Jahre. Laut US-Justiz sollen die Verantwortlichen rund 91 Millionen Mahlzeiten abgerechnet haben, die nie bei Kindern ankamen. Der Schaden: knapp 250 Millionen Dollar. Das Geld floss den Ermittlern zufolge in Luxusautos, Immobilien und Auslandsreisen.

Die Gründerin der Organisation wurde im März 2025 von einer Jury schuldig gesprochen. Im Mai 2026 erhielt sie eine Haftstrafe von 500 Monaten, also mehr als 41 Jahren. Bemerkenswert ist dabei: Die zuständige Landesbehörde hatte laut Berichten mehrfach versucht, den Geldhahn zuzudrehen, gestoppt wurde das System aber erst durch FBI-Razzien im Jahr 2022. Jahrelang soll also kaum jemand genauer hingesehen haben.

Über 1.000 Vorladungen, 17 Razzien an einem Tag

Die Trump-Regierung macht daraus jetzt eine Machtdemonstration. In diesem Jahr habe das Ministerium in Minnesota mehr als 1.000 Vorladungen verschickt und über 40 Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt. Laut FBI-Direktor Kash Patel durchsuchten Ermittler allein am 29. Oktober 17 Objekte. Vier Personen wurden festgenommen. Sie sollen versucht haben, Tausende Opfer um mehr als 41 Millionen Dollar zu bringen.

Colin McDonald, Leiter der neuen Abteilung für Betrugsbekämpfung, berichtete von fünf weiteren Anklagen binnen einer Woche. Bei diesen Medicaid-Fällen geht es um beabsichtigte Schäden von 48 Millionen Dollar. Finanzminister Scott Bessent gab die Linie vor:

„The days of indifference are over ... wherever the money leads, the full weight of government will follow."

Sinngemäß heißt das: Die Zeit der Gleichgültigkeit sei vorbei, der Staat folge dem Geld mit voller Härte.

Das Geld soll ins Ausland geflossen sein

Schon im August hatte das Finanzministerium gewarnt, verschiedene Betrugsnetzwerke aus Minnesota hätten Gelder für Behinderte, Obdachlose und Bedürftige abgezweigt. Der Schaden könne in die Milliarden gehen, und ein Teil der Beute sei ins Ausland gewaschen worden. Deshalb müssen Banken und Geldtransferdienste in den Bezirken Ramsey und Hennepin nun jede Auslandsüberweisung ab 3.000 Dollar melden.

Die eigentliche Lehre geht weit über Minnesota hinaus. Wo Sozialtöpfe großzügig gefüllt, aber kaum kontrolliert werden, bedienen sich Betrüger, und zahlen müssen am Ende die ehrlichen Steuerzahler. Das gilt in Amerika wie in Europa. Für viele Bürger, die jeden Monat hohe Abgaben leisten, bleibt die Frage: Wer schaut eigentlich bei uns so genau hin, wohin das Geld fließt?

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