
Bauernaufstand 2.0: Landwirte legen Brandenburgs Autobahnen lahm

Was für ein Déjà-vu auf Deutschlands Straßen! Während die politische Elite in Berlin und Brüssel weiter an Abkommen bastelt, die den deutschen Bauernstand in seiner Existenz bedrohen, rollen die Traktoren wieder. Der Bauernbund Brandenburg und die Bewegung „Land schafft Verbindung MV" haben am Mittwoch ihre Protestaktionen gegen das EU-Mercosur-Freihandelsabkommen gestartet – und diesmal meinen sie es ernst.
Verkehrschaos von der Ostsee bis Berlin
Die Zahlen sprechen für sich: Mehr als 40 Anschlussstellen sind betroffen. Die Autobahnen A10, A11, A14, A19, A20 und A24 gleichen einem Flickenteppich aus blockierten Auffahrten und genervten Pendlern. Allein an der A20 wurden 20 Auffahrten dichtgemacht – von Schönberg über Tribsees bis Pasewalk Nord. Der Berliner Ring, jene Lebensader der Hauptstadtregion, ist ebenfalls betroffen.
Die Autobahn GmbH hatte bereits am Vorabend vor „erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen" gewarnt. In Brandenburg rechnet man mit Einschränkungen zwischen 6 und 20 Uhr, in Mecklenburg-Vorpommern zwischen 7 und 17 Uhr. Wer kann, sollte die betroffenen Bereiche großräumig umfahren – sofern das überhaupt noch möglich ist.
Spontane Solidarität und polizeiliche Räumungen
Besonders bemerkenswert: An einigen Auffahrten protestierten Landwirte ohne vorherige Anmeldung. Diese spontanen Versammlungen wurden von der Polizei aufgelöst. Bauernbund-Sprecher Reinhard Jung bestätigte, dass sich mehrere Menschen kurzfristig der Aktion angeschlossen hätten. Ein Zeichen dafür, wie tief der Frust in der Branche sitzt.
300 Polizeibeamte sind im Einsatz, um die Verkehrssicherung zu gewährleisten. Interessanterweise nehmen laut Polizeiangaben weniger Menschen an den Protesten teil als ursprünglich angemeldet. Doch die Wirkung ist dennoch spürbar – und gewollt.
Mercosur: Das trojanische Pferd für Europas Landwirtschaft?
Worum geht es eigentlich? Seit sage und schreibe 1999 verhandelt die EU mit den Mercosur-Staaten über ein Freihandelsabkommen, das die weltweit größte Freihandelszone mit mehr als 700 Millionen Menschen schaffen soll. Die ursprünglich für Dezember geplante Unterzeichnung wurde auf Drängen Italiens verschoben. Nun peilt die EU den 12. Januar in Paraguay als neuen Termin an.
„Die Bauern sind davon stark betroffen, denn ausländische Ware wird nicht so kontrolliert wie deutsche Produkte."
Diese Worte von Mitorganisator Mario Ortlieb treffen den Kern des Problems. Während deutsche Landwirte mit immer strengeren Auflagen, Dokumentationspflichten und Umweltvorschriften konfrontiert werden, sollen künftig Agrarprodukte aus Südamerika zu Dumpingpreisen auf den europäischen Markt strömen. Produkte, die unter Bedingungen hergestellt werden, die in Deutschland längst verboten wären.
Riss im Berufsstand
Nicht alle Bauern stehen hinter den Blockaden. Der deutlich größere Landesbauernverband lehnt die Autobahnblockaden als Protestform ab. Ein Riss geht durch den Berufsstand – zwischen denen, die auf Dialog setzen, und jenen, die nur noch im zivilen Ungehorsam einen Ausweg sehen.
Bereits 2024 hatten Bauern mit ähnlichen Blockaden protestiert – damals gegen die Abschaffung von Steuerentlastungen beim Agrardiesel. Die damalige Ampel-Regierung hatte die Landwirte mit ihren Sparplänen vor den Kopf gestoßen. Nun, unter der neuen Großen Koalition, scheint sich wenig geändert zu haben. Die Interessen der deutschen Landwirtschaft werden offenbar weiterhin dem Altar des globalen Freihandels geopfert.
Ein Weckruf für die Politik
Die Bauernproteste sind mehr als nur ein Verkehrshindernis. Sie sind ein Symptom einer Politik, die sich von den Sorgen der arbeitenden Bevölkerung entfremdet hat. Während in Brüssel Handelsabkommen ausgehandelt werden, die multinationalen Konzernen nutzen, kämpfen Familienbetriebe ums Überleben. Die Frage, die sich stellt: Wie lange will die Politik noch wegschauen, bevor der ländliche Raum endgültig ausblutet?
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