
Banken-Poker ums Gehalt: 4,2 Prozent – aber erst ab Mitte 2027!

Endlich liegt ein Angebot auf dem Tisch. Bei der zweiten Verhandlungsrunde am Montag in Frankfurt haben die privaten Banken ihren rund 150.000 Tarifbeschäftigten 4,2 Prozent mehr Gehalt angeboten. Der Haken: Mehr Geld soll es erst ab Mitte 2027 geben, und der Vertrag soll ganze 36 Monate laufen.
Die Gewerkschaft Verdi verlangt deutlich mehr. Damit steuert der Tarifkonflikt in Deutschlands Geldbranche auf eine harte Kraftprobe zu.
„Fair“ oder Almosen? Die Zahlen sprechen eine klare Sprache
Der Arbeitgeberverband der privaten Banken (AGV Banken) lobt sein Angebot selbst. Verhandlungsführer Thomas A. Lange sagte:
„Das ist in diesen herausfordernden Zeiten ein faires Angebot.“
Man kann aber auch nachrechnen. Verteilt auf drei Jahre bleiben gut 1,4 Prozent pro Jahr. Medienberichten zufolge soll das Plus zudem in zwei Stufen kommen. Damit liegt es unter dem Inflationsziel der Europäischen Zentralbank von zwei Prozent. Wer so viel bekommt, verdient am Ende real womöglich weniger als heute. Das wäre Kaufkraftverlust mit Ansage.
Verdi will sechs Prozent – und noch einiges mehr
Die Gewerkschaft geht mit ganz anderen Zahlen in die Runde. Laut eigenen Angaben fordert Verdi sechs Prozent mehr Gehalt bei nur zwölf Monaten Laufzeit, dazu monatlich 300 Euro mehr für Auszubildende und Nachwuchskräfte. Begründet wird das mit wieder steigender Inflation und hohen Gewinnen der Branche.
Vor dem Treffen hatte Verdi mit Warnstreiks Druck gemacht, unter anderem in Hamburger Filialen von Deutscher Bank, Commerzbank und Unicredit. Verhandlungsleiter Jan Duscheck erklärte, die Beschäftigten hätten deutlich gemacht, dass sie sich nicht länger hinhalten lassen wollten. Ende Oktober hatte er bereits gesagt: „Bei den Gewinnen wird geliefert, beim Gehalt bleiben die Banken ihren Beschäftigten ein Angebot schuldig.“
Ein Wunschzettel, der weit über Geld hinausgeht
Verdi fordert außerdem Regeln für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, verbindliche Zusagen zu Personalplanung und Qualifizierung und die Möglichkeit, Gehaltsteile in bis zu 20 zusätzliche freie Tage im Jahr umzutauschen. Die Arbeitgeber lehnen das ab. Ihrer Rechnung zufolge liefe das auf fast zehn Prozent weniger Arbeitszeit hinaus und würde „jede seriöse Personalplanung ad absurdum“ führen.
Arbeitgeber warnen vor Überforderung
Lange hatte die Gewerkschaft schon vorab ermahnt. Deren Forderungen dürften, so wird er zitiert, „den Realitätsbezug nicht verlieren und zu keiner Überforderung führen“. Ein Tarifpaket solle nicht mit vielen komplexen Themen überfrachtet werden.
Bei diesem Punkt haben die Banken durchaus Argumente. Eine Branche, die gerade durch Digitalisierung, KI und Filialschließungen umgebaut wird, braucht Spielraum. Starre Vorgaben für die Personalplanung würden ihn einengen. Trotzdem wirkt ein Angebot, das bis Mitte 2027 keinen zusätzlichen Euro bringt, für viele Beschäftigte wie eine Provokation. Zum Vergleich: 2024 war Verdi noch mit einer Forderung von 12,5 Prozent in die Verhandlungen gegangen.
Das eigentliche Problem heißt Geldentwertung
Im Kern zeigt der Streit ein Problem, das alle Arbeitnehmer kennen. Was die Inflation wegfrisst, muss in Tarifrunden mühsam zurückgeholt werden. Gleichzeitig nimmt der Staat mit dem 500-Milliarden-Sondervermögen neue Schulden in Rekordhöhe auf. Kritiker fürchten, dass das den Preisauftrieb weiter anheizt und die Bürger am Ende über Steuern und Abgaben doppelt zahlen.
Wer seine Ersparnisse nicht allein von Lohnabschlüssen und dem Versprechen stabiler Preise abhängig machen will, sollte über eine Beimischung nachdenken. Physisches Gold und Silber gelten seit Jahrhunderten als Schutz gegen schleichende Geldentwertung. In einem breit gestreuten Vermögen können sie eine sinnvolle Ergänzung sein.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.
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