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27.04.2026
06:12 Uhr

Bank of England im Würgegriff des Iran-Krieges: Zinsentscheidung wird zur Zerreißprobe

Bank of England im Würgegriff des Iran-Krieges: Zinsentscheidung wird zur Zerreißprobe

Während Westminster sich in geopolitischen Floskeln verliert und die Märkte zittern, steht die Bank of England (BoE) am Donnerstag vor einer ihrer heikelsten Zinsentscheidungen seit Jahren. Die Notenbanker dürften sich erneut für Stillstand entscheiden – doch unter der Oberfläche brodelt es gewaltig. Der Iran-Krieg hat die ohnehin fragile britische Wirtschaft in eine Zwickmühle manövriert, aus der ein einfaches Entkommen nicht möglich scheint.

Achtung, Inflationsfalle: Erinnerungen an 2022 werden wach

Die Erwartung der von Reuters befragten Ökonomen sei eindeutig: Mit acht zu eins Stimmen werde der geldpolitische Ausschuss (MPC) den Leitzins bei 3,75 Prozent belassen. Im März hatte das Gremium noch geschlossen – neun zu null – an dieser Linie festgehalten. Doch die Risse werden sichtbar. Manche Analysten halten es für denkbar, dass bis zu drei Mitglieder bereits jetzt eine Anhebung auf 4,0 Prozent fordern könnten, um einen erneuten Inflationsschub im Keim zu ersticken.

Die Furcht ist nicht unbegründet. Wer erinnert sich nicht an das Jahr 2022, als die britische Inflation auf über elf Prozent emporschnellte und Millionen Haushalte in die finanzielle Bredouille trieb? Der Internationale Währungsfonds prognostizierte erst kürzlich, dass die britische Teuerungsrate in diesem Jahr auf vier Prozent steigen dürfte – ein zweifelhafter Spitzenplatz innerhalb der G7.

Energiepreise als Achillesferse

Großbritannien hänge in besonderem Maße am Tropf des Erdgases, weshalb der durch den Iran-Krieg ausgelöste Energiepreisschock die Insel härter treffe als andere westliche Volkswirtschaften. Jüngste Daten zeigten einen sprunghaften Anstieg der Inputkosten bei Unternehmen, die ihre Preiserwartungen für die kommenden zwölf Monate so schnell wie noch nie nach oben korrigiert hätten. Das ist kein Sturm im Wasserglas – das ist der Vorbote einer neuen Inflationswelle.

Streit zwischen Gouverneur und Chefökonom

Bemerkenswert ist der offene Schlagabtausch im Inneren der Notenbank selbst. Während Gouverneur Andrew Bailey Wetten auf baldige Zinserhöhungen als verfrüht abkanzelte, konterte Chefökonom Huw Pill mit beißender Präzision: Wer abwarte und nichts sehe, habe schlicht zu lange gewartet. Eine elegante Spitze, die das Dilemma der Geldpolitik in Zeiten geopolitischer Verwerfungen offenlegt.

Pill und andere MPC-Mitglieder, denen die hartnäckige Inflation in Großbritannien bereits vor Kriegsausbruch Sorgen bereitete, dürften den Anstieg der Dienstleistungspreise im März und die starken Preisdrucksignale aus den Unternehmen besonders kritisch beäugen. Andere Ratsmitglieder hingegen verweisen auf die Risiken einer schwächelnden Beschäftigungslage und den Vertrauensverlust bei Konsumenten und Firmen.

Die Märkte preisen längst Erhöhungen ein

Während die Volkswirte mehrheitlich noch keine Zinserhöhungen in diesem Jahr erwarten, sehen die Investoren das ganz anders. Sie haben am Freitag eine Zinsanhebung um einen Viertelpunkt im Juli vollständig eingepreist, eine weitere im September und eine geringe Wahrscheinlichkeit für einen dritten Schritt zum Jahresende. Die Diskrepanz zwischen den Akademikern und der harten Marktrealität ist auffällig – und historisch betrachtet hatten die Märkte oft den schärferen Riecher.

Was der Iran-Krieg für deutsche Sparer bedeutet

Auch wenn die BoE-Entscheidung primär britisches Terrain ist, sollten deutsche Anleger genau hinschauen. Der Iran-Krieg verschärft die Energiepreisspirale in ganz Europa, und Deutschland hängt nach den ideologisch motivierten Energieentscheidungen der jüngeren Vergangenheit ebenso am Gashahn wie das Vereinigte Königreich. Schon der Ifo-Geschäftsklimaindex meldete einen Tiefstand seit 2020. Die Saat einer neuen Inflationswelle ist gelegt – und während Notenbanken hin und her schwanken, bleibt eines konstant: Die Kaufkraft des Papiergeldes erodiert.

Wer in solchen Phasen geopolitischer und monetärer Unsicherheit auf die Stabilität von Notenbanken vertraut, verkennt die historischen Lehren. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte hinweg als verlässlicher Anker bewährt – gerade dann, wenn Politiker und Zentralbanker zwischen widersprüchlichen Zielen lavieren. Eine sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio kann ein wirksames Schutzschild gegen die Folgen geldpolitischer Fehlsteuerung darstellen.

Pressekonferenz mit Sprengkraft

Am Donnerstag um 11:30 Uhr GMT wird Bailey gemeinsam mit weiteren MPC-Mitgliedern vor die Presse treten – eine halbe Stunde nach Bekanntgabe der Zinsentscheidung. Auch die ersten umfassend aktualisierten Wirtschaftsprognosen seit Kriegsbeginn werden dann veröffentlicht. Erwartet werden höhere Inflations- und niedrigere Wachstumsprojektionen für die Jahre 2026 und 2027. Anders ausgedrückt: Stagflation, das Schreckgespenst der 70er Jahre, kehrt zurück.

Thomas Pugh, Chefökonom für Großbritannien beim Beratungsunternehmen RSM, warnte davor, einen möglicherweise hawkishen Ton der BoE als Vorboten unmittelbarer Zinserhöhungen zu interpretieren. Die wirtschaftlichen Daten dürften sich in den kommenden Monaten eintrüben, was die Aufmerksamkeit wieder auf die Konjunktursorgen lenken könnte.

Eines steht fest: Die Notenbanker sitzen zwischen allen Stühlen. Sie können den Inflationsdruck nicht ignorieren, ohne ihre Glaubwürdigkeit zu riskieren. Sie können aber auch nicht voreilig die Zinsen erhöhen, ohne eine ohnehin angeschlagene Wirtschaft in die Rezession zu treiben. Es ist genau jene Sackgasse, in die jahrelange ultralockere Geldpolitik die westlichen Notenbanken geführt hat.

Haftungsausschluss

Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen stellen keine Anlageberatung dar. Sie geben ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Anlageentscheidungen sollten stets auf Grundlage eigener Recherche getroffen werden. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich. Bei Bedarf empfehlen wir die Konsultation eines unabhängigen Finanz-, Steuer- oder Rechtsberaters.

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