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01.06.2026
18:17 Uhr

Bahn-Bankrotterklärung: Wenn vier von zehn ICE zu spät sind, gilt das als Erfolg

Bahn-Bankrotterklärung: Wenn vier von zehn ICE zu spät sind, gilt das als Erfolg

Es ist ein Trauerspiel, das längst zur Normalität verkommen ist. 61,3 Prozent der Fernzüge der Deutschen Bahn erreichten im Mai pünktlich ihr Ziel. Und das Bemerkenswerte an dieser Zahl ist nicht etwa, dass sie skandalös niedrig ist – sondern dass man sie im Berliner Verkehrsministerium offenbar als Fortschritt feiert. Willkommen im Deutschland des Jahres 2026, wo der Niedergang zum Triumph umgedeutet wird.

Die Mathematik des Scheiterns

Schauen wir uns die nüchternen Daten an, über die zunächst die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete und die der Konzern auf Nachfrage bestätigte. Im Mai kamen also rund 61 Prozent der ICE- und IC-Züge fahrplangerecht ans Ziel. Das klingt nach mehr als der Hälfte – und doch bedeutet es im Klartext: Beinahe jeder dritte Reisende durfte sich erneut die Beine in den Bauch stehen. Als „verspätet“ gilt ein Zug hierzulande übrigens erst, wenn er mehr als fünf Minuten und 59 Sekunden hinter dem Fahrplan liegt. Eine großzügige Definition, die das Desaster noch beschönigt.

Der Wert für das Gesamtjahr 2026 kratzt mit kümmerlichen 59,9 Prozent gerade so an der psychologisch wichtigen 60-Prozent-Marke. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) hat seine Erwartungen offenbar längst auf das Niveau eines resignierten Bittstellers heruntergeschraubt. Er sei schon froh, so habe er es mehrfach zu Protokoll gegeben, wenn am Jahresende bei der Pünktlichkeit „vorne eine 6“ stehe.

Wenn ein Bundesminister sich darüber freut, dass nur jeder dritte Zug zu spät kommt, dann ist das keine Verkehrspolitik mehr – sondern eine Kapitulation auf Raten.

Vom Vorzeigeprojekt zum Sanierungsfall

Ein Blick in die jüngere Vergangenheit offenbart das ganze Ausmaß des Verfalls. Noch im Corona-Jahr 2020 erreichten satte 81,8 Prozent aller Fernzüge ihr Ziel pünktlich. Im Folgejahr waren es immerhin noch 75,2 Prozent. Seitdem geht es unaufhaltsam bergab. 2025 markierte mit 60,1 Prozent den traurigen historischen Tiefstwert – und die Nachwehen dieses Absturzes wirken bis heute nach.

Man muss sich diese Entwicklung auf der Zunge zergehen lassen: Innerhalb weniger Jahre hat sich die einstige deutsche Wertarbeit in einen europaweiten Sanierungsfall verwandelt. Während die Schweiz oder Japan ihre Züge auf die Sekunde genau verkehren lassen, verkommt die deutsche Schiene zum Synonym für Verschleiß, Verspätung und Verwahrlosung.

Milliarden für die Schiene – und das Ergebnis?

Besonders bitter: Die neue Bundesregierung hat ein Sondervermögen von 500 Milliarden Euro für die Infrastruktur angekündigt. Geld, das letztlich durch Schulden finanziert wird – obwohl Bundeskanzler Friedrich Merz im Wahlkampf noch versprach, keine neuen Schulden aufzunehmen. Künftige Generationen werden diese Zeche über Steuern und Abgaben begleichen müssen. Und das ernüchternde Ergebnis dieser ausufernden Staatsverschuldung steht jeden Morgen auf den Anzeigetafeln deutscher Bahnhöfe: Verspätung.

Die Wahrheit ist unbequem. Jahrzehntelang wurde das Schienennetz auf Verschleiß gefahren, Investitionen wurden verschoben, Wartung vernachlässigt. Statt sich um Kernaufgaben des Staates zu kümmern – funktionierende Infrastruktur etwa –, verlor sich die Politik in ideologischen Nebenkriegsschauplätzen. Wer das Land regiert, sollte zuerst dafür sorgen, dass die Züge fahren.

Was bleibt dem Bürger?

Der deutsche Steuerzahler finanziert ein System, das ihn im Stich lässt, sobald er es am dringendsten benötigt. Diese Erkenntnis trägt eine tiefere Lehre in sich: Wer sich auf staatliche Strukturen und politische Versprechen verlässt, steht am Ende oft auf dem kalten Bahnsteig der Realität. Verlässlichkeit muss man sich selbst erarbeiten – und das gilt nicht nur für die Mobilität, sondern auch für die finanzielle Vorsorge.

Gerade in Zeiten ausufernder Staatsverschuldung, steigender Inflation und schwindendem Vertrauen in staatliche Institutionen erinnern sich viele Bürger auf bewährte Werte. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte hinweg bewiesen, dass sie unabhängig von politischen Verspätungen und gebrochenen Versprechen ihren Wert bewahren. Als krisenfeste Beimischung in einem breit gestreuten Vermögensportfolio bieten sie eine Stabilität, von der die Deutsche Bahn nur träumen kann.

Hinweis der Redaktion: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jede Anlageentscheidung sollte auf eigener, sorgfältiger Recherche beruhen. Für die eigenen finanziellen Entscheidungen ist jeder Anleger selbst verantwortlich.

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