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25.02.2026
06:46 Uhr

Baerbock bei Maischberger: Ohne die UN würden Flugzeuge abstürzen und Menschen verhungern

Es gibt Fernsehauftritte, die man sich am besten zweimal ansieht – nicht weil sie so gehaltvoll wären, sondern weil man beim ersten Mal schlicht nicht glauben kann, was man da gerade gehört hat. Annalena Baerbock, einstige Außenministerin der Bundesrepublik Deutschland und mittlerweile Präsidentin der UN-Vollversammlung, hat bei Sandra Maischberger einmal mehr unter Beweis gestellt, warum sie zu den schillerndsten – und zugleich umstrittensten – Figuren der jüngeren deutschen Politikgeschichte gehört.

Flugzeuge, die ohne die UN vom Himmel fallen

Im Gespräch ging es um die Frage, ob die Vereinten Nationen angesichts permanenter Blockaden im Sicherheitsrat durch China, Russland oder die USA überhaupt noch wirksam seien. Eine berechtigte Frage, die seit Jahren Experten und Diplomaten umtreibt. Baerbocks Antwort darauf war allerdings von jener entwaffnenden Schlichtheit, die man von ihr inzwischen gewohnt ist: Ohne die UN würden Flugzeuge „irgendwie zusammen krachen", erklärte sie mit Verweis auf die Internationale Zivilluftfahrtorganisation ICAO, eine Unterorganisation der Vereinten Nationen.

Was Baerbock dabei geflissentlich unterschlug – oder schlicht nicht wusste: Die ICAO legt lediglich gemeinsame Standards und Sicherheitsregeln fest. Die tatsächliche Flugsicherung, also das, was Flugzeuge tatsächlich davon abhält, kollidierend vom Himmel zu stürzen, wird von nationalen Flugsicherungsbehörden betrieben. Es sind Radarüberwachung, Fluglotsen und nationale Regulierungsbehörden, die tagtäglich dafür sorgen, dass der Luftverkehr funktioniert. Die UN als Garant dafür darzustellen, dass Flugzeuge nicht abstürzen, ist ungefähr so, als würde man behaupten, ohne die FIFA könne niemand mehr Fußball spielen.

„Die Menschen würden einfach komplett verhungern"

Doch damit nicht genug. Baerbock setzte noch einen drauf und erklärte, ohne die finanzielle Unterstützung der UN-Organisationen könne keine humanitäre Hilfe mehr geleistet werden – etwa im Sudan oder im Gazastreifen. Die Konsequenz? „Sonst würden die Menschen einfach komplett verhungern." Eine Aussage von jener absolutistischen Pauschalität, die jeden Faktencheck zur Verzweiflung treibt. Natürlich leisten UN-Organisationen wichtige humanitäre Arbeit. Aber die Behauptung, ohne sie würde die gesamte Menschheit in den betroffenen Gebieten schlichtweg verhungern, ignoriert die Arbeit unzähliger nationaler und privater Hilfsorganisationen, bilateraler Abkommen und lokaler Strukturen.

Man fragt sich unwillkürlich: Ist es Naivität? Ist es bewusste Übertreibung? Oder ist es jene spezifische Form der Selbstüberschätzung, die entsteht, wenn man jahrelang in einer Blase aus Zustimmung und ideologischer Selbstbestätigung lebt?

Grönland, die EU und die Kunst des Irrtums

Besonders entlarvend wurde es, als Maischberger ein Satzvervollständigungsspiel vorschlug – woraufhin Baerbock begeistert ausrief: „Das ist mein Lieblingsspiel!" Die nüchterne Antwort der Moderatorin, es sei „eigentlich kein Spiel, sondern hilft ganz gut, die Gedanken zu schärfen", sprach Bände. Im weiteren Verlauf behauptete Baerbock dann, Grönland sei „EU-Gebiet". Maischberger musste sie korrigieren: Grönland gehört zwar zum Königreich Dänemark, ist aber seit 1985 nicht mehr Teil der Europäischen Gemeinschaft – und damit auch nicht der heutigen EU. Baerbock versuchte sich mit dem Hinweis zu retten, die Grönländer seien EU-Staatsbürger und hätten damit auch die Außengrenze der EU.

Maischbergers trockener Kommentar – „Fakten, immer kompliziert" – dürfte als einer der diplomatischsten Sätze des Jahres in die Fernsehgeschichte eingehen. Man stelle sich vor: Eine Frau, die als Außenministerin die Bundesrepublik Deutschland auf der Weltbühne vertreten hat und nun die UN-Vollversammlung präsidiert, kennt die grundlegenden geopolitischen Zugehörigkeiten europäischer Territorien nicht. Das ist nicht nur peinlich – es ist symptomatisch.

Feministische Außenpolitik: Große Worte, magere Bilanz

Auch ihr Prestigeprojekt, die sogenannte „feministische Außenpolitik", verteidigte Baerbock bei Maischberger einmal mehr mit Verve. Alice Schwarzer, wahrlich keine Konservative, hatte Baerbock zuvor als „Meisterin der Worte, aber nicht der Taten" bezeichnet und ihr vorgeworfen, die Frauen in Afghanistan und im Iran im Stich gelassen zu haben. Ein vernichtender Vorwurf – und einer, der sitzt.

Baerbock konterte mit dem Verweis auf ein Aufnahmeprogramm, durch das „Zehntausenden" in Afghanistan geholfen worden sei. Feministische Außenpolitik bedeute auch, Frauen bei finanziellen Entscheidungen „mitzudenken". Klingt schön. Klingt progressiv. Klingt nach genau jener wolkigen Rhetorik, die Schwarzer offenbar gemeint hatte. Denn die Realität sieht anders aus: Die Taliban herrschen unangefochten in Afghanistan, Frauen dürfen dort weder zur Schule gehen noch arbeiten, und im Iran werden Protestierende nach wie vor brutal unterdrückt. Was genau hat die feministische Außenpolitik daran geändert? Die Antwort ist so kurz wie ernüchternd: nichts.

Ein Symptom des politischen Verfalls

Annalena Baerbock ist kein Einzelfall. Sie ist vielmehr das Symptom einer politischen Kultur, in der Haltung über Kompetenz gestellt wird, in der moralische Selbstgewissheit fachliches Wissen ersetzt und in der die Fähigkeit, wohlklingende Phrasen zu formulieren, wichtiger geworden ist als die Fähigkeit, komplexe Sachverhalte zu durchdringen. Dass eine solche Politikerin es bis zur Außenministerin und nun zur Präsidentin der UN-Vollversammlung gebracht hat, sagt weniger über sie selbst aus als über das System, das sie hervorgebracht hat.

Deutschland hat in den vergangenen Jahren unter der Ampelregierung international massiv an Ansehen verloren. Die ideologiegetriebene Außenpolitik, die moralisierenden Belehrungen gegenüber Partnern und Verbündeten, die eklatanten Wissenslücken bei grundlegenden geopolitischen Fakten – all das hat dazu beigetragen, dass die Bundesrepublik auf der Weltbühne zunehmend als unzuverlässig und realitätsfern wahrgenommen wird. Es bleibt zu hoffen, dass die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hier einen pragmatischeren Kurs einschlägt – auch wenn die bisherigen Signale aus der Großen Koalition nicht in jeder Hinsicht ermutigend sind.

Eines jedenfalls steht fest: Die Menschen werden auch ohne Annalena Baerbock nicht verhungern. Und die Flugzeuge werden weiterhin sicher landen – dank der Fluglotsen, nicht dank der UN.

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