
Aufschwung auf Pump: Jede vierte Firma will Stellen streichen!

Die Stimmung in Deutschlands Betrieben hellt sich auf, bei Investitionen und Arbeitsplätzen bleibt es aber eisig. Das zeigt die Herbstumfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) unter rund 23.500 Unternehmen, die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Fast jeder vierte Betrieb will demnach Personal abbauen.
Bessere Laune, wenig dahinter
Auf den ersten Blick klingen die Zahlen nach Entwarnung. Der DIHK-Stimmungsindex stieg von 88,1 auf 94,7 Punkte. Er liegt damit aber noch immer deutlich unter dem langjährigen Mittel von 110 Punkten. 26 Prozent der Firmen nennen ihre Lage „gut“, 23 Prozent „schlecht“.
Die DIHK hob ihre Wachstumsprognose für 2026 von 0,3 auf 1,0 Prozent an und erwartet denselben Wert für 2027. Zum Vergleich: 2025 wuchs die Wirtschaft um magere 0,2 Prozent. In den beiden Jahren davor war sie geschrumpft. Woher kommt also das Plus? Die Antwort von DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov fällt deutlich aus:
„Die Konjunktur gönnt uns eine Atempause, mehr aber auch nicht. Was wir derzeit sehen, ist ein Aufschwung auf Pump.“
Getragen werde die Erholung laut DIHK vor allem von kreditfinanzierten Staatsausgaben für Infrastruktur und Bundeswehr, von den Exporten und vom weltweiten KI-Boom. Melnikov zufolge ist Deutschland von selbsttragendem Wachstum „weit entfernt“.
Investiert wird nur noch, wenn etwas kaputtgeht
Am deutlichsten zeigt sich die Schwäche bei den Investitionen. Nur 24 Prozent der Unternehmen wollen ihre Budgets erhöhen, 30 Prozent wollen sie kürzen. Schon seit Herbst 2023 sind die Investitionspläne laut DIHK durchgehend negativ. Die Betriebe leben zunehmend von der Substanz.
Auch das Wofür sagt viel: 66 Prozent nennen den Ersatz alter Maschinen und Anlagen als Hauptmotiv. Neue Kapazitäten wollen nur 19 Prozent schaffen. Niedriger lag dieser Wert bisher nur im Herbst 2003. Man flickt also das Dach und baut nicht an.
Am Arbeitsmarkt kommt nichts an
Bei den Jobs ist von Aufbruch nichts zu sehen. Nur 11 Prozent der Betriebe wollen Personal einstellen, 24 Prozent planen mit weniger Mitarbeitern. Am schlechtesten sieht es im Handel und in der Industrie aus.
Auffällig ist auch: Nur noch 36 Prozent der Unternehmen sehen den Fachkräftemangel als Geschäftsrisiko. Nach der Pandemie waren es rund 60 Prozent. Das liegt nicht daran, dass Fachkräfte plötzlich leicht zu finden wären. Wer schrumpft, sucht schlicht niemanden mehr.
Schwere Vorwürfe an die Merz-Regierung
Die Gründe für die Zurückhaltung sind bekannt: hohe Energie- und Arbeitskosten, eine hohe Steuerlast, viel Bürokratie. Für 67 Prozent der Firmen sind die Energie- und Rohstoffpreise das größte Risiko. Nach dem Iran-Krieg und der Sperrung der Straße von Hormus sind sie erneut gestiegen. 58 Prozent sehen die Wirtschaftspolitik selbst als Risiko.
Melnikov zufolge hat die schwarz-rote Koalition zwar Reformen angestoßen, viel mehr aber angekündigt als umgesetzt. Die Rentenreform stocke. Über die versprochene Senkung der Stromsteuer werde endlos gestritten, „wie eine Dauerschleife“. Die Regierung verspiele damit Vertrauen.
Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) hatte am Mittwoch erklärt, 2027 müsse das Jahr der privaten Investitionen werden. Bessere Abschreibungen und eine sinkende Körperschaftsteuer hätten dafür den Weg bereitet. Melnikov antwortete knapp: „Das sehe ich nicht.“
Wachstum auf Kredit, die Rechnung kommt später
Für unsere Redaktion ist das Ergebnis ein Warnsignal. Kanzler Friedrich Merz hatte versprochen, keine neuen Schulden zu machen. Jetzt hängt die Konjunktur an milliardenschweren Krediten. Die Rechnung zahlen künftige Generationen über Steuern und Abgaben. Solange der Mittelstand nicht investiert, bleibt jedes Zwischenhoch zerbrechlich.
Wer seinem Vermögen in so einer Lage festen Halt geben will, kann physisches Gold und Silber als Beimischung in Betracht ziehen. Sie sind ein Baustein in einem breit gestreuten Portfolio und unabhängig von Haushaltsversprechen und Reformankündigungen.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzprodukten oder Edelmetallen. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.
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