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Kettner Edelmetalle
20.02.2026
04:02 Uhr

Atomare Luftschlösser: Warum Europas nukleare Träumerei an der Realität zerschellt

Es klingt nach großer Weltpolitik, nach strategischer Weitsicht, nach einem Europa, das endlich erwachsen wird. Bundeskanzler Friedrich Merz nutzte die Münchner Sicherheitskonferenz, um mit markigen Worten eine Debatte zu befeuern, die so alt ist wie die Bundesrepublik selbst: die Frage nach einer europäischen nuklearen Abschreckung. Ein „tiefer Graben" habe sich zu den USA aufgetan, erklärte Merz und verkündete, er habe mit dem französischen Präsidenten Macron „Gespräche über europäische nukleare Abschreckung aufgenommen". Klingt entschlossen. Klingt souverän. Klingt – bei nüchterner Betrachtung – nach einer kolossalen Selbsttäuschung.

Carl Schmitt und die nackte Wahrheit über Souveränität

„Souverän ist, wer über den Ausnahmezustand entscheidet." Dieser berühmte Satz des Staatsrechtlers Carl Schmitt trifft den Kern des Problems mit chirurgischer Präzision. In einer Welt der Nuklearmächte stellt sich unweigerlich die Frage, womit sich eine Nation gegen atomare Erpressung zur Wehr setzt. Die Antwort für Deutschland lautet seit Jahrzehnten: mit nichts Eigenem. Die Trump-Administration erinnert die Europäer – und insbesondere die Deutschen – seit ihrem Amtsantritt nahezu täglich daran, dass sie ohne den amerikanischen Atomwaffenschirm mit leeren Händen dastehen. Deutschland ist unter diesem Blickwinkel schlicht nicht souverän.

Dass ausgerechnet der grüne Ex-Außenminister Joschka Fischer – ein Mann, dessen politische Karriere auf Straßenkämpfen und pazifistischer Rhetorik fußte – nun eine eigene europäische nukleare Abschreckung fordert, entbehrt nicht einer gewissen bitteren Ironie. Die gleiche politische Klasse, die jahrzehntelang jede Form militärischer Stärke als Militarismus diffamierte, entdeckt plötzlich die Notwendigkeit der härtesten aller Waffen. Man möchte fast lachen, wäre die Lage nicht so ernst.

Franz Josef Strauß scheiterte – und Merz wird es auch

Historisch betrachtet ist die Idee einer deutschen Atombewaffnung alles andere als neu. Bereits 1958 forderte Franz Josef Strauß als Verteidigungsminister genau dies – und scheiterte krachend. Die Gründe von damals bestehen fort, ja sie haben sich sogar verschärft. Theoretisch wäre eine eigene nukleare Bewaffnung im Sinne größerer Souveränität durchaus sinnvoll. Praktisch jedoch türmen sich die Hindernisse zu einem unüberwindbaren Gebirge auf.

Das geringere Problem wäre dabei noch die technische Beschaffung. Die wahren Hürden sind gesellschaftlicher, juristischer und vor allem mentaler Natur. Denn Atomwaffen – und das ist der entscheidende Punkt – sind vollkommen wertlos, wenn der potenzielle Gegner dem Besitzer nicht abnimmt, sie im Ernstfall auch tatsächlich einzusetzen. Und genau hier liegt das fundamentale Problem: Wer traut dem heutigen Deutschland, seinen politischen Eliten und seinem Militär in ihrer derzeitigen Verfassung zu, im äußersten Fall den nuklearen Knopf zu drücken? Niemand. Absolut niemand.

Eine Armee im Zustand der Operette

Der ehemalige Außenminister Sigmar Gabriel brachte es mit entwaffnender Ehrlichkeit auf den Punkt: Deutschland sei nicht einmal in der Lage, eine konventionelle Verteidigung auf die Beine zu stellen, die bei Gegnern und Verbündeten tatsächlich Ehrfurcht auslöse. Eine Bundeswehr, der es an allem mangelt – an Munition, an einsatzfähigem Gerät, an Personal –, soll nun also den Sprung zur Atommacht wagen? Das ist, als würde ein Fahrschüler, der noch nicht einmal den Führerschein bestanden hat, ankündigen, demnächst die Formel 1 zu gewinnen.

Die jahrzehntelange Vernachlässigung der Bundeswehr, die systematische Abrüstung unter wechselnden Regierungen, die ideologische Verachtung alles Militärischen durch weite Teile der politischen Klasse – all das rächt sich nun bitter. Man kann nicht über Nacht eine Kultur der Wehrhaftigkeit aus dem Boden stampfen, die man über Generationen hinweg mutwillig zerstört hat.

Die Schnapsidee einer „europäischen" Atombombe

Bleibt die von Merz ins Spiel gebrachte „Europäisierung" der nuklearen Abschreckung. Gemeint ist damit im Kern die Idee, Frankreichs und Großbritanniens Nukleararsenale unter eine Art europäischen Schirm zu stellen. Wer auch nur einen Funken Realismus besitzt, erkennt sofort: Dies ist eine Chimäre ersten Ranges.

Weder Paris noch London werden im Traum daran denken, ihre Atomkoffer an EU-Gremien oder gar an die Deutschen abzutreten. Die Force de Frappe ist das Herzstück französischer Souveränität, das ultimative Symbol nationaler Unabhängigkeit. Kein französischer Präsident – gleich welcher politischen Couleur – wird die Entscheidungsgewalt über den Einsatz dieser Waffen mit Brüsseler Bürokraten oder Berliner Parlamentariern teilen. Die Vorstellung, dass ein EU-Ausschuss im Ernstfall über einen nuklearen Vergeltungsschlag abstimmt, ist so absurd, dass sie fast schon komisch wirkt.

Was Paris und London allerdings durchaus begrüßen dürften: eine deutsche Kofinanzierung ihrer Nuklearprogramme. Man lässt sich die eigenen Kernwaffen gerne vom zahlungskräftigen Nachbarn mitfinanzieren – ohne ihm dafür auch nur ein Quäntchen Mitspracherecht einzuräumen. Deutschland als Zahlmeister ohne Mitbestimmung – ein Muster, das uns aus der EU-Politik nur allzu vertraut vorkommt.

Die unbequeme Wahrheit

Die nüchterne Realität sieht so aus: Deutschland hat im Interesse eines Gleichgewichts der Kräfte im westlichen Bündnis keine Alternative zur Präsenz von US-Atomwaffen auf seinem Gebiet. Das mag dem nationalen Stolz zuwiderlaufen, es mag unbequem sein – aber es ist die Wahrheit. Statt sich in nuklearen Phantasien zu ergehen, sollte die Bundesregierung zunächst einmal die konventionelle Verteidigungsfähigkeit wiederherstellen, die sie selbst über Jahrzehnte hinweg sträflich vernachlässigt hat.

Doch selbst hier bleiben Zweifel angebracht. Ein Land, das seine industrielle Basis mit Windrädern und Solarpanelen „am Laufen" halten möchte, das seine Energieversorgung ideologiegetrieben demontiert und dessen Wirtschaft unter einer erdrückenden Bürokratielast ächzt – ein solches Land wird kaum die Ressourcen aufbringen, eine glaubwürdige militärische Macht zu werden. Geschweige denn eine nukleare.

Merz zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Friedrich Merz, der als Bundeskanzler angetreten ist, um Deutschland wieder auf Kurs zu bringen, droht sich in der Sicherheitspolitik in genau jene Widersprüche zu verstricken, die seine Vorgängerin Merkel so meisterhaft beherrschte: große Worte, minimale Taten. Das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur, das die neue Große Koalition aufgelegt hat, wird die Staatsfinanzen auf Jahre belasten – und ob davon genug in die Verteidigung fließt, steht in den Sternen. Gleichzeitig verspricht man den Bürgern, keine neuen Schulden zu machen. Wie das zusammenpassen soll, bleibt das Geheimnis der Regierungsarithmetik.

Was Deutschland tatsächlich bräuchte, wäre eine grundlegende Mentalitätsänderung: weg von der naiven Vorstellung, dass man sich in einer zunehmend gefährlichen Welt mit Diplomatie und Transferzahlungen allein schützen könne. Hin zu einer realistischen Einschätzung der eigenen Lage und der Bereitschaft, die notwendigen Konsequenzen zu ziehen. Doch solange die politische Klasse zwischen nuklearen Großmachtphantasien und der Unfähigkeit pendelt, auch nur genügend Munition für die Bundeswehr zu beschaffen, bleibt die europäische Atombombe das, was sie ist: ein rhetorisches Manöver für Sicherheitskonferenzen – nicht mehr und nicht weniger.

In Zeiten solcher geopolitischer Unsicherheit und einer zunehmend fragilen Weltordnung erweist sich einmal mehr, dass physische Edelmetalle wie Gold und Silber als bewährte Krisenwährungen ihren festen Platz in einem breit aufgestellten Vermögensportfolio verdienen. Wenn Staaten wanken und Bündnisse bröckeln, behält das älteste Geld der Welt seinen Wert – ganz ohne Parlamentsvorbehalt und ohne roten Knopf.

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