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28.08.2026
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Atom-Deal mit Riad: Trump setzt den US-Kongress unter Zugzwang

Atom-Deal mit Riad: Trump setzt den US-Kongress unter Zugzwang
Symbolbild: KI-generiert

Washington macht Ernst: US-Präsident Donald Trump hat das umstrittene zivile Atomabkommen mit Saudi-Arabien dem Kongress zur Prüfung vorgelegt. Gleichzeitig hält er an seiner politischen Bedingung fest — ohne einen Beitritt Riads zu den Abraham-Abkommen soll der Vertrag nicht in Kraft treten. Ein Regierungsvertreter erklärte gegenüber dem Wall Street Journal:

Die Haltung des Präsidenten hat sich nicht geändert: Das Abkommen wird nur dann vorankommen, wenn Saudi-Arabien den Abraham-Abkommen beitritt.

Dreißig Jahre Laufzeit — und ein Milliardenmarkt für US-Konzerne

Der Pakt ist auf dreißig Jahre angelegt und war bereits ausgehandelt und unterzeichnet, bevor Trump die Israel-Klausel nachschob. Er soll amerikanischen Unternehmen den Aufbau der saudischen Nuklearindustrie sichern — und ausländische Wettbewerber weitgehend draußen halten.

Man muss kein Zyniker sein, um darin vor allem Industriepolitik zu erkennen. Wer die Reaktoren baut, kontrolliert den Brennstoff, die Wartung, die Ersatzteile — jahrzehntelang. Für Washington ist das ein strategischer Fuß in der Tür am Golf.

Der heikle Punkt: Anreicherung auf saudischem Boden

Brisant ist die Urananreicherung. Zwei Jahre lang wollen Washington und Riad prüfen, ob eine von US-Firmen betriebene Anreicherungsanlage im Königreich wirtschaftlich sinnvoll wäre. Fällt die Studie positiv aus, dürften amerikanische Unternehmen bauen — sensible Technologie soll dabei laut Abkommen nicht an die Saudis übergehen.

Medienberichten zufolge bestätigte US-Energieminister Chris Wright, dass der Vertrag Riad grundsätzlich einen Weg zur Anreicherung auf eigenem Boden eröffne, dies aber erst in vielen Jahren relevant werde. Kritiker sehen darin einen Bruch mit jahrzehntelanger amerikanischer Nichtverbreitungspolitik.

Andrea Stricker von der Foundation for Defense of Democracies erklärte, der Kongress solle ein Abkommen ablehnen, das Anreicherung in Saudi-Arabien ermögliche — selbst unter amerikanischer Aufsicht. Berichten zufolge fehlt zudem das sogenannte Zusatzprotokoll der IAEA, das erweiterte Kontrollen erlaubt.

Der Vergleich, der alles erklärt

2009 verzichteten die Vereinigten Arabischen Emirate in ihrem Abkommen mit den USA ausdrücklich auf Anreicherung und Wiederaufbereitung. Dieser Verzicht gilt seither als Goldstandard der zivilen Nuklearkooperation. Riad hat ihn zurückgewiesen. Demokratische Abgeordnete warnten in einem gemeinsamen Beitrag bereits, der Deal sei der Startschuss für ein nukleares Wettrüsten in Nahost.

Warum der Kongress kaum stoppen kann

Formal läuft nun die Prüffrist nach Abschnitt 123 des Atomgesetzes. Der Kongress kann blockieren — dafür bräuchte es allerdings eine gemeinsame Resolution beider Kammern und im Fall eines Vetos des Präsidenten eine Zweidrittelmehrheit. Eine hohe Hürde.

Riad begründet sein Programm mit steigendem Energiebedarf und eigenen Uranvorkommen: Atomstrom soll im Inland Öl ersetzen und so zusätzliche Exportmengen freimachen. Die eigentliche Blockade bleibt politisch — seit dem Gaza-Krieg hat das Königreich eine Normalisierung mit Israel wieder auf Distanz gerückt.

Was das für Anleger bedeutet

Für Europa ist der Vorgang ein weiterer Beleg, wie schnell sich Machtachsen verschieben, während Berlin und Brüssel über Regulierungsdetails debattieren. Und für Sparer? Geopolitische Unsicherheit dieser Größenordnung ist historisch einer der stärksten Treiber für die Nachfrage nach physischem Gold und Silber — Sachwerte, die keine Gegenpartei und kein Parlament ausfallen lassen kann.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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