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20.05.2026
06:00 Uhr

Atom-Deal mit Riad: Trump öffnet Saudi-Arabien die Tür zur Kernkraft – ohne starke Sicherheitsleinen

Atom-Deal mit Riad: Trump öffnet Saudi-Arabien die Tür zur Kernkraft – ohne starke Sicherheitsleinen

Ein brisanter Vertragsentwurf sorgt in Washington für hitzige Debatten: Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump steht kurz davor, mit dem Königreich Saudi-Arabien ein weitreichendes Abkommen über zivile Nukleartechnologie zu unterzeichnen. Doch das Papier, dessen Inhalt nun durch ein Schreiben des US-Außenministeriums an Senator Edward Markey publik wurde, verzichtet auf jene strengen Schutzmechanismen, die Demokraten und Nichtverbreitungs-Experten seit Monaten lautstark gefordert hatten.

Ein milliardenschwerer Pakt mit fragwürdiger Architektur

Laut dem Schreiben vom 18. Mai, das Reuters einsehen konnte, befinde sich das Abkommen in der finalen Prüfungsphase vor Trumps Unterschrift. Paul Guaglianone, ein hochrangiger Beamter im Bereich Legislative Affairs, bezeichnete den Pakt als „rechtliches Fundament einer jahrzehntelangen, milliardenschweren zivilen Nuklearpartnerschaft" zwischen beiden Staaten. Klingt eindrucksvoll – doch der Teufel steckt wie so oft im Detail.

Statt des sogenannten „Goldstandards" der Nichtverbreitung, dem sich das benachbarte Emirat 2009 vor dem Bau seines ersten Atomkraftwerks unterworfen hatte, sieht der Entwurf lediglich ein deutlich schwächeres „bilaterales Sicherungsabkommen" vor. Der Goldstandard hätte sowohl die Urananreicherung als auch die Wiederaufbereitung nuklearer Abfälle untersagt – also genau jene Prozesse, die als technologische Brücke zum Bau atomarer Sprengköpfe gelten.

Riads gefährliche Ambitionen

Brisant wird die Angelegenheit vor dem Hintergrund der Aussagen des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Der faktische Herrscher des Wüstenkönigreichs hatte mehrfach klargestellt, dass Riad ebenfalls den Schritt zur Atombombe wagen werde, sollte der Erzrivale Iran nukleare Kapazitäten entwickeln. Genau dieser Iran wurde vor wenigen Wochen von Israel und den USA militärisch attackiert – wegen seines Atomprogramms. Eine bemerkenswerte Doppelmoral, die kaum übersehbar ist.

Demokraten laufen Sturm

Senator Edward Markey wählt deutliche Worte. Die Trump-Administration „verkaufe die nationale Sicherheit", erklärte er. Trump überlasse einem „nuklearwaffen-ambitionierten Saudi-Arabien" jene Technologie, wegen derer man gerade noch gegen den Iran in den Krieg gezogen sei. Zwölf demokratische Abgeordnete hatten bereits im März Außenminister Marco Rubio aufgefordert, das UN-Zusatzprotokoll der Internationalen Atomenergiebehörde durchzusetzen – jenes Instrument also, das unangekündigte Inspektionen an nicht deklarierten Standorten ermöglichen würde. Vergeblich, wie sich nun zeigt.

Pikant: Rubio selbst hatte als Senator den Goldstandard für Saudi-Arabien noch befürwortet. Wie sich politische Überzeugungen ändern können, wenn man von der Oppositionsbank ins Außenministerium wechselt.

90 Tage Zeit für den Kongress

Sobald Trump das Abkommen unterzeichnet und an den Kongress übermittelt, haben Senat und Repräsentantenhaus 90 Tage Zeit, Resolutionen gegen den Deal zu verabschieden. Bleibt der Widerstand aus, tritt das Abkommen in Kraft und ermöglicht den Transfer amerikanischer Nukleartechnologie an Riad.

Henry Sokolski, Direktor des Nonproliferation Policy Education Center, warnt eindringlich: „Wenn man einem Land erlaubt, Kernbrennstoff herzustellen, sollte man besser hoffen, dass dieses Land für immer dein Freund bleibt." Eine Mahnung, deren historische Tragweite kaum überschätzt werden kann. Reaktoren laufen Jahrzehnte. Allianzen zerbrechen oft in wenigen Jahren.

Was bedeutet das für Anleger und Bürger?

Während Washington und Riad geopolitische Schachzüge planen, bleibt die Welt unsicherer denn je. Nahost steht nach den jüngsten Eskalationen zwischen Israel und Iran auf einem Pulverfass. Ein nuklear ambitioniertes Saudi-Arabien würde diese ohnehin explosive Region zusätzlich destabilisieren. In solchen Zeiten zeigt sich erneut, warum Vermögenssicherung durch krisenfeste, physische Sachwerte wie Gold und Silber für viele Anleger eine bewährte Säule eines breit aufgestellten Portfolios darstellt. Edelmetalle sind seit Jahrtausenden anerkannte Wertspeicher – unabhängig davon, welche politischen Pakte gerade geschmiedet werden.

Haftungsausschluss: Die in diesem Artikel geäußerten Einschätzungen stellen ausschließlich die Meinung unserer Redaktion dar und sind weder eine Anlage- noch eine Rechts- oder Steuerberatung. Jeder Leser ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und gegebenenfalls qualifizierten Rat einzuholen, bevor er Anlageentscheidungen trifft. Für etwaige finanzielle Verluste, die aus Handlungen auf Basis dieses Beitrags resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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