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Asyl-Zahlen im Sturzflug: Tiefster Oktober-Wert seit 15 Jahren!

Asyl-Zahlen im Sturzflug: Tiefster Oktober-Wert seit 15 Jahren!
Symbolbild: KI-generiert

Im Oktober 2026 hat Deutschland nur noch 5707 Asylerstanträge und Neuzugänge registriert. Das sind rund 35 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Wie Medien unter Berufung auf Zahlen des Bundesinnenministeriums berichten, gab es einen noch niedrigeren Oktoberwert zuletzt 2011. Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) sieht darin die Bestätigung seines Kurses.

Die Zahlen im Ăśberblick

Der Vergleich mit den Vorjahren fällt deutlich aus. Er zeigt, wie stark sich die Lage in nur zwei Jahren verändert hat:

  • Oktober 2024: 19.785 Neuzugänge
  • Oktober 2025: 8823 Neuzugänge
  • Oktober 2026: 5707 Neuzugänge
  • Oktober 2011 (zum Vergleich): 4106 Neuzugänge

Gegenüber 2024 ist die Zahl damit um gut 70 Prozent gesunken. Der Rückgang zieht sich durch das ganze Jahr. Berichten zufolge lag der Wert im September bei 5276 Erstanträgen, im Juli und August jeweils unter 4000.

Dobrindt: „Wir drängen die illegale Migration erfolgreich zurück“

Der Minister gibt sich entsprechend selbstbewusst. Er sagte der „Bild“:

„Wir drängen die illegale Migration erfolgreich zurück. Jetzt geht es darum, diese Entwicklung dauerhaft zu sichern: Wir ordnen, steuern und kontrollieren illegale Migration konsequent und mit klarem Kurs – in Deutschland und gemeinsam mit unseren Partnern auf europäischer Ebene.“

Zum Vergleich: In den Rekordjahren 2015 und 2016 zählte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge allein 2016 über 720.000 Erstanträge. Noch 2023 waren es mehr als 320.000. Diese Belastung hatten Kommunen, Schulen und Sozialkassen zu tragen. Für viele Bürger stellt sich deshalb eine unbequeme Frage: Warum ging es nicht schon früher?

Grenzkontrollen und EU-Asylreform

Mehrere Hebel greifen gleichzeitig. Seit September 2024 kontrolliert die Bundespolizei an den Grenzen zu allen neun Nachbarländern. Angeordnet hatte das noch Dobrindts Vorgängerin Nancy Faeser (SPD), allerdings erst nach langem Zögern und unter dem Druck der Ereignisse.

Unter Dobrindt werden an den Grenzen auch Asylsuchende zurückgewiesen. Das ist politisch und juristisch umstritten. Kritiker halten die Praxis für unvereinbar mit europäischem Recht. Hinzu kommt seit Juni 2026 das neue Gemeinsame Europäische Asylsystem (GEAS). Es soll Verfahren vereinheitlichen und die Außengrenzen strenger schützen.

Ob der Rückgang vor allem Berlin zu verdanken ist oder auch der europäischen Abschottung und der Lage in den Herkunftsländern, ist umstritten. Die Regierung beansprucht den Erfolg verständlicherweise für sich.

Der zweite Blick: Was die Statistik nicht zeigt

So erfreulich der Trend ist, die Zahlen erzählen nicht die ganze Geschichte. Die Zahl der Folgeanträge steigt. Laut amtlicher Statistik lag sie im ersten Halbjahr 2026 um 47 Prozent über dem Vorjahreswert. Berichten zufolge hängt das mit einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs zusammen. Hier stellen Menschen, die schon länger im Land leben, einen weiteren Antrag.

Auch die mehr als 1,3 Millionen Schutzsuchenden aus der Ukraine tauchen in der Asylstatistik kaum auf, da sie kein Asylverfahren durchlaufen müssen. Die Integrationsaufgabe für Länder und Gemeinden bleibt also enorm, Rekordtief hin oder her.

Fazit: Ein Etappensieg

Weniger neue Anträge bedeuten noch keine gelöste Migrationskrise. Entscheidend wird sein, ob Abschiebungen konsequent folgen, ob die geplanten EU-Rückführungszentren tatsächlich kommen und ob die Grenzkontrollen vor Gericht Bestand haben. Ein einzelner guter Monatswert reicht dafür nicht. Gefragt ist eine Politik, die den Kurs auch dann hält, wenn der öffentliche Druck nachlässt.

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