
Arm-Mitgründer warnt: KI-Boom wird zur Achterbahn!

Er hat Acorn Computers 1978 gegründet, den Chip-Riesen Arm mit aufgebaut und investiert heute über Amadeus Capital in europäische Deep-Tech-Firmen: Hermann Hauser. In einem Podcast-Interview des US-Wirtschaftssenders CNBC zeichnet der Tech-Veteran ein Bild, das Anleger nachdenklich machen dürfte — gigantische Wertschöpfung, aber ein wilder Ritt.
Hauser gehört zu den wenigen Investoren, die jede große Technologiewelle der letzten vier Jahrzehnte selbst erlebt haben. Genau das macht seine Warnung so bemerkenswert.
"Mehr Wert als jede Revolution davor" — und trotzdem gefährlich
Die künstliche Intelligenz werde wohl mehr Wert schaffen als jede technologische Revolution zuvor, sagte Hauser dem Sender. Doch der Weg dorthin sei eine Achterbahnfahrt.
"Das ist eine Revolution, die wahrscheinlich mehr Wert schaffen wird als jede andere Technologierevolution, die wir jemals gesehen haben." (Hermann Hauser, übersetzt)
Manche Bewertungen seien "klar vorausgelaufen", so Hauser. Besonders kritisch sieht er die zuletzt bekannt gewordenen zirkulären Finanzierungsdeals der Branche: Konstruktionen, bei denen Chip-Hersteller und KI-Firmen sich gegenseitig Milliarden zuschanzen, die dann als Umsatz zurückfließen. Kritiker sehen darin eine Umsatzillusion, die Kurse künstlich stützt.
Die Schwergewichte selbst hält Hauser für krisenfest. OpenAI und Anthropic verfügten über gewaltige Kapitalreserven und dürften auch eine Neubewertung der Erwartungen überstehen. Für kleinere Mitläufer klingt das weniger beruhigend.
Der Flaschenhals: Strom, Kühlung, Speicher
Der Betrieb von KI-Modellen ist teuer, Chips lassen sich kaum noch kühlen, Speicher ist knapp und kostet. Das zwinge die Branche zu einem Umdenken bei der Rechnerarchitektur, erklärte Hauser und verwies auf In-Memory-Computing und photonisches Rechnen — Ansätze, die den Energiehunger beim Datentransport zwischen Prozessor und Speicher drastisch senken sollen.
Dass KI eine so fundamentale Änderung der Computerarchitektur auslöse, habe er nie erwartet, räumte der Arm-Mitgründer ein. Der Umbruch könne so bedeutend werden wie jene Durchbrüche, die Arm einst gegen die etablierten Chip-Giganten ins Spiel brachten.
Wie heiß das Rennen läuft, zeigen die Meldungen der letzten Tage: TSMC vermeldete für Juli einen kräftigen Umsatzsprung. Intel hat sein Aktienangebot Medienberichten zufolge von 15 auf 20 Milliarden US-Dollar aufgestockt, um die Nachfrage nach KI-Rechenleistung zu bedienen. Und SK Hynix stemmt in Südkorea einen Ausbau in astronomischer Größenordnung.
Europas bittere Wahrheit: Innovation ja, Konzerne nein
An Erfindergeist und Können fehle es europäischen Firmen nicht, betont Hauser. Das Problem sei der Sprung vom Start-up zum globalen Champion — er gelinge auf dem Kontinent kaum. Wer über Kapitalmangel, Bürokratie und einen zersplitterten Binnenmarkt klagt, findet hier reichlich Belege.
Daraus folgt seine zentrale Sorge: technologische Souveränität. Europa hänge bei KI-Modellen und Chip-Design-Software am Tropf ausländischer Anbieter — riskant in Zeiten von Exportkontrollen und geopolitischer Spannung. Die Partnerschaft mit den USA solle Europa pflegen, aber keine "Technologiekolonie der USA" werden, sagte Hauser.
Was Anleger daraus mitnehmen können
Wenn ein Mann, der Arm mit erschaffen hat, das Wort "Achterbahn" benutzt, ist Demut angebracht. Auch der Goldmarkt hat 2026 gezeigt, wie schnell Euphorie kippt: Nach dem Januar-Rekord von rund 5.595 Dollar je Unze folgte eine harte Korrektur — inzwischen notiert das Metall laut Marktberichten wieder deutlich über dem Jahrestief. Physische Edelmetalle sind kein Renditeversprechen, aber ein Anker, wenn Tech-Bewertungen ins Rutschen geraten — als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Er spiegelt unsere Einordnung auf Basis der uns vorliegenden Informationen. Jeder Anleger muss eigenverantwortlich recherchieren und entscheidet selbst über seine Investments.
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