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Kettner Edelmetalle
17.08.2026
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Amerikas Ölreserve schrumpft: Experten warnen vor Schäden im Untergrund

Amerikas Ölreserve schrumpft: Experten warnen vor Schäden im Untergrund
Symbolbild: KI-generiert

Die strategische Ölreserve der USA ist erstmals seit den frühen 1980er-Jahren unter die Marke von 300 Millionen Barrel gefallen. Das geht aus Daten des US-Energieministeriums hervor, die zu Wochenbeginn veröffentlicht wurden. Der Grund: Washington schleust 172 Millionen Barrel in den Markt, um die Lieferausfälle infolge des Iran-Krieges abzufedern.

60 Salzkavernen – und ein Risiko, das kaum jemand auf dem Schirm hat

Die Strategic Petroleum Reserve (SPR) ist kein Tanklager im klassischen Sinn. Das Öl lagert in 60 Salzkavernen, tausende Fuß tief unter der Golfküste von Louisiana und Texas, verteilt auf vier große Standorte. Um Rohöl herauszuholen, pressen die Betreiber Wasser in den Boden der Kavernen – das Öl steigt auf und wird über Bohrlöcher in Pipelines gepumpt.

Genau dieses Verfahren ist der Knackpunkt. Denn das eingepresste Süßwasser löst Salz aus den Wänden. Nach Einschätzung des Petroleum-Engineering-Professors Siddharth Misra von der Texas A&M University entstehe dadurch ein flacheres, instabileres Kavernendach; die tragenden Salzpfeiler zwischen benachbarten Hohlräumen würden dünner – mit steigendem Risiko eines strukturellen Einsturzes.

70 Millionen Barrel als Untergrenze? Ein Ex-Berater widerspricht scharf

Das Energieministerium nennt 70 Millionen Barrel als Mindestbestand für einen sicheren Betrieb. Amos Hochstein, früherer Energieberater von Präsident Joe Biden, hält davon nichts. Im US-Sender CNBC sagte er:

"Glauben Sie nicht den Leuten aus der Regierung, die sagen, die SPR könne auf 70 Millionen Barrel sinken. Das ist Unsinn."

Bei diesem Niveau, so Hochstein, wäre die Reserve an einem Punkt angelangt, an dem sie sich nicht mehr wiederbeleben lasse. Schon unterhalb von 300 Millionen Barrel drohten Schäden. Ein Hurrikan in Florida oder Louisiana könnte die USA laut Hochstein derzeit in eine unangenehme Lage bringen: Es gehe nicht darum, dass gar nichts mehr fließe – aber der Fluss werde langsamer.

Das Ministerium hält dagegen

Ein Sprecher des Energieministeriums wies die Einsturz-Sorgen zurück. Die Kavernen seien stets voll, nur das Verhältnis von Öl und Wasser ändere sich; die Trump-Administration verwalte die Reserve verantwortungsvoll als das nationale Sicherheitsgut, für das sie geschaffen wurde.

Ein System, das für fünf Entnahmen gebaut wurde – und Dutzende erlebt hat

Der US-Rechnungshof GAO stellte in einem Bericht im Mai fest, dass wiederholte Teilentnahmen mit anschließender Befüllung dieselbe Stelle einer Kaverne immer wieder auslaugen und unerwünschte Formen entstehen lassen. Zwar seien die meisten Kavernen nach der Rekordfreigabe von 180 Millionen Barrel im Jahr 2022 in sehr gutem Zustand gewesen. Doch jeder Zyklus vergrößere das Volumen und verringere den Abstand zwischen den Hohlräumen.

Besonders bemerkenswert: Ministeriumsvertreter sollen dem GAO gegenüber eingeräumt haben, die Infrastruktur werde mit "Pflastern" zusammengehalten. Ende Dezember 2025 war laut GAO mehr als ein Viertel des Bestands wegen Bau- und Kavernenausfällen gar nicht abrufbar.

Was das für Europas Verbraucher bedeutet

Die SPR war lange der Stoßdämpfer der Weltmärkte. Wird dieser Puffer dünner, steigt die Anfälligkeit für jeden neuen Schock – Krieg, Hurrikan, Pipelineausfall. Brent notiert nach dem Kriegsausbruch deutlich über den rund 60 Dollar vom Dezember. Für deutsche Haushalte und eine ohnehin energiepreisgeplagte Industrie ist das keine akademische Debatte, sondern eine Rechnung, die an der Zapfsäule und in der Betriebskostenabrechnung ankommt.

Wer Vermögen gegen solche Energie- und Inflationsschocks absichern will, setzt traditionell auf breite Streuung – physische Edelmetalle können dabei als krisenerprobte Beimischung dienen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen ab. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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