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Kettner Edelmetalle
21.02.2026
08:55 Uhr

Amazons Cloud-Imperium von eigener KI sabotiert – und das gleich zweimal

Man könnte es für eine Satire halten, wäre es nicht bittere Realität: Amazons milliardenschwere Cloud-Sparte AWS wurde gleich zweimal in kurzer Folge von den hauseigenen KI-Werkzeugen lahmgelegt. Ausgerechnet jene Technologie, die der Konzern als Zukunft der Softwareentwicklung anpreist und aggressiv an Unternehmenskunden verkaufen möchte, hat sich im eigenen Haus als trojanisches Pferd erwiesen.

Wenn die Maschine den Stecker zieht

Mitte Dezember erlaubten Amazon-Ingenieure dem hauseigenen KI-Coding-Tool „Kiro", eigenständig Systemänderungen an einer Produktionsumgebung vorzunehmen. Das Ergebnis? Die künstliche Intelligenz kam zu dem brillanten Schluss, die optimale Lösung bestehe darin, eine komplette Computing-Umgebung zu löschen und neu aufzusetzen. Was folgte, war ein rund 13-stündiger Ausfall eines Systems, das Kunden zur Analyse ihrer AWS-Kosten nutzen. Ein interner Untersuchungsbericht wurde anschließend zirkuliert – vermutlich mit dem dezenten Unterton: „Vielleicht hätte jemand draufschauen sollen."

Doch damit nicht genug. Mitarbeiter bestätigten, dass es sich bereits um den zweiten Vorfall innerhalb weniger Monate handelte, bei dem ein intern eingesetztes KI-Entwicklungstool eine zentrale Rolle bei einer Serviceunterbrechung spielte. In beiden Fällen hatten die Ingenieure dem Software-Agenten gestattet, Änderungen ohne sekundäre Genehmigung durchzuführen – eine Sicherheitsmaßnahme, die bei manuellen Eingriffen in Produktionssysteme normalerweise zwingend vorgeschrieben ist.

Amazons bemerkenswerte Verteidigungsstrategie

Die Reaktion des Konzerns verdient besondere Beachtung. Amazon bezeichnete es als „Zufall", dass KI-Tools an beiden Störungen beteiligt gewesen seien, und behauptete, dasselbe Ergebnis hätte auch durch konventionelle Entwicklungssoftware oder manuelle Eingriffe entstehen können. „In beiden Fällen handelte es sich um menschliches Versagen, nicht um KI-Versagen", ließ das Unternehmen verlauten. Eine Argumentation, die an Eleganz kaum zu überbieten ist: Man gibt einer autonomen Maschine weitreichende Systemrechte, und wenn sie Chaos anrichtet, ist der Mensch schuld, weil er ihr diese Rechte eingeräumt hat.

Besonders pikant: Der betroffene Ingenieur im Dezember-Fall verfügte offenbar über weitreichendere Zugriffsrechte als vorgesehen – ein Problem der Zugangssteuerung, das die Änderungen ohne angemessene Überprüfung ermöglichte. Wenn schon die Rechtevergabe nicht funktioniert, wie soll dann die Kontrolle über autonome KI-Agenten gelingen?

AWS – das Rückgrat von Amazons Profitmaschine

Die Brisanz dieser Vorfälle wird erst im wirtschaftlichen Kontext vollständig sichtbar. AWS erwirtschaftet rund 60 Prozent von Amazons operativem Gewinn und investiert massiv in KI-Werkzeuge, die als eigenständige „Agenten" fungieren sollen – fähig, komplexe Aufgaben auf Basis allgemeiner menschlicher Anweisungen auszuführen. Gleichzeitig positioniert der Konzern genau diese Technologie zum Verkauf an externe Unternehmenskunden. Man fragt sich unwillkürlich: Würden Sie ein Produkt kaufen, das seinen eigenen Hersteller bereits zweimal außer Gefecht gesetzt hat?

Keiner der beiden Vorfälle erreichte allerdings das Ausmaß eines größeren AWS-Ausfalls im Oktober 2025, der etwa 15 Stunden andauerte und die Anwendungen zahlreicher Kunden vorübergehend lahmlegte – darunter auch Dienste von OpenAI. Eine Ironie, die man sich nicht hätte ausdenken können.

Interne Skepsis trotz aggressiver Adoptionsziele

Während Amazon intern das Ziel ausgegeben hat, dass 80 Prozent der Entwickler mindestens einmal pro Woche KI-Tools zum Programmieren nutzen sollen, wächst unter Teilen der Belegschaft die Skepsis. Einige Mitarbeiter äußerten Zweifel an der Zuverlässigkeit KI-gestützter Programmierung für geschäftskritische Aufgaben. Die Adoptionsraten würden genau überwacht – ein Umstand, der wenig Raum für freiwillige Zurückhaltung lässt.

Das im Juli eingeführte Kiro-Tool wurde als Coding-Assistent der nächsten Generation konzipiert, der über das sogenannte „Vibe Coding" hinausgehen sollte – jene Methode, bei der Entwickler mithilfe KI-generierter Vorschläge in rasantem Tempo Anwendungen zusammenbauen. Stattdessen sollte Kiro Code direkt aus formalen Spezifikationen erzeugen. Sein Vorgänger, der KI-Chatbot „Amazon Q Developer", war bereits an einem früheren Ausfall beteiligt gewesen.

Ein Warnsignal für die gesamte Tech-Branche

Nach dem Dezember-Vorfall hat AWS zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen eingeführt, darunter verpflichtende Peer-Review-Verfahren und erweiterte Mitarbeiterschulungen. Maßnahmen, die man als Mindeststandard hätte erwarten dürfen, bevor man autonomen KI-Agenten Produktionszugriff gewährt.

Diese Vorfälle sollten jedem Anleger und Technologie-Enthusiasten zu denken geben. Der blinde Glaube an die Unfehlbarkeit künstlicher Intelligenz – befeuert durch einen beispiellosen Hype an den Aktienmärkten – steht in krassem Widerspruch zur Realität. Wenn selbst Amazon, einer der technologisch fortschrittlichsten Konzerne der Welt, die Kontrolle über seine eigenen KI-Werkzeuge verliert, wie sicher sind dann die Systeme kleinerer Unternehmen, die auf dieselbe Technologie setzen?

In Zeiten, in denen digitale Infrastrukturen zunehmend fragil erscheinen und Tech-Aktien auf historisch überbewerteten Niveaus notieren, erinnern solche Ereignisse daran, dass nicht alles Gold ist, was glänzt – es sei denn, es handelt sich tatsächlich um physisches Gold. Während digitale Systeme von ihren eigenen Schöpfungen sabotiert werden können, bleibt das Edelmetall seit Jahrtausenden das, was es ist: ein verlässlicher Wertspeicher, der keinen Strom braucht und sich nicht selbst löscht.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Weder die Redaktion noch der Herausgeber übernehmen Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden.

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