
Airbus-Chef warnt vor geopolitischem Pulverfass: Europas Industrie im Würgegriff der Weltmächte

Die europäische Luftfahrtindustrie steht vor einem Scherbenhaufen, den die Großmächte hinterlassen haben. Guillaume Faury, der oberste Lenker des Flugzeugbauers Airbus, hat in einem internen Brandbrief an seine 160.000 Mitarbeiter Alarm geschlagen. Die Botschaft ist unmissverständlich: Das Jahr 2026 beginnt unter denkbar schlechten Vorzeichen, und Europa muss endlich aufwachen.
Ein Hilferuf aus der Chefetage
In dem Schreiben, das der Nachrichtenagentur Reuters vorlag, spricht Faury von einer „beispiellosen Anzahl von Krisen und beunruhigenden geopolitischen Entwicklungen". Die industrielle Landschaft sei mit Schwierigkeiten übersät, die durch die eskalierende Konfrontation zwischen den Vereinigten Staaten und China noch dramatisch verschärft würden. Der französische Manager fordert seine Belegschaft auf, „im Geiste der Solidarität und der Eigenständigkeit" zu handeln – ein kaum verhüllter Appell an die europäische Souveränität.
Airbus selbst hüllt sich in Schweigen und lehnte jegliche Stellungnahme zu dem brisanten Dokument ab. Doch die Fakten sprechen eine deutliche Sprache: Die handelspolitischen Spannungen haben bereits „erheblichen logistischen und finanziellen Kollateralschaden" verursacht, wie Faury unumwunden einräumt.
Trumps Zollkeule trifft Europa mit voller Wucht
Die Wurzel des Übels liegt einmal mehr in Washington. US-Präsident Donald Trump hatte im April seine umfassenden Zollerhöhungen durchgepeitscht – mit verheerenden Folgen für die globalen Lieferketten. China reagierte prompt mit Exportbeschränkungen für seltene Erden, jene kritischen Rohstoffe, ohne die keine moderne Hochtechnologie funktioniert. Die USA froren daraufhin zeitweise die Ausfuhr von Triebwerken und anderen essentiellen Komponenten nach China ein.
Was auf den ersten Blick wie ein rein amerikanisch-chinesischer Konflikt erscheint, trifft Europa als Kollateralschaden mit voller Wucht. Die eingefrorenen Triebwerke werden nämlich nicht nur für den chinesischen Konkurrenzjet C919 benötigt, sondern auch für Airbus-Flugzeuge, die in China montiert werden. Zwar hat die Luft- und Raumfahrtindustrie eine teilweise Ausnahmeregelung von den US-Zöllen erhalten, doch die Unsicherheit bleibt ein permanenter Störfaktor.
Die Abhängigkeit von amerikanischen Zulieferern
Besonders bitter für den europäischen Konzern: Die größten Schwierigkeiten hatte Airbus ausgerechnet mit den Triebwerken von Pratt & Whitney sowie dem Joint Venture CFM aus GE Aerospace und Safran Aircraft Engines. Diese Abhängigkeit von amerikanischen Schlüsselkomponenten offenbart die strukturelle Verwundbarkeit der europäischen Industrie in einer Welt, in der wirtschaftliche Verflechtungen zunehmend als Waffe eingesetzt werden.
Hausgemachte Probleme verschärfen die Lage
Als wären die geopolitischen Verwerfungen nicht genug, kämpft Airbus auch mit hausgemachten Problemen. Der bisher größte Rückruf in der Unternehmensgeschichte vom November wegen eines Software-Updates hat tiefe Spuren hinterlassen. „Wir müssen unsere Systeme und Produkte im Allgemeinen rigoroser managen", fordert Faury selbstkritisch. Hinzu kommen fehlerhafte Rumpfteile, die den Boeing-Rivalen zwangen, seine Auslieferungsziele zu senken – auch wenn die Finanzziele bislang gehalten werden konnten.
Die Lieferketten hätten sich nach der Corona-Pandemie zwar verbessert, blieben aber ein permanenter Störfaktor, räumt der Airbus-Chef ein. Eine vollständige Normalisierung ist offenbar noch immer nicht in Sicht.
Lichtblicke in der Rüstungssparte
Trotz aller Turbulenzen findet Faury auch anerkennende Worte für seine Belegschaft. Die Ergebnisse des vergangenen Jahres seien insgesamt „gut" gewesen. Besonders die Rüstungssparte Airbus Defence and Space stehe dank einer tiefgreifenden Umstrukturierung „auf einer viel stärkeren Basis". Die Hubschraubersparte sei „bemerkenswert beständig in der Stärke ihrer Leistung".
Diese Entwicklung ist angesichts der weltweiten Aufrüstung und der anhaltenden Konflikte wenig überraschend. Europa hat endlich begriffen, dass Verteidigungsfähigkeit kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit ist. Die Bilanz wird Airbus am 19. Februar veröffentlichen.
Europa muss seine Abhängigkeiten reduzieren
Der Brandbrief des Airbus-Chefs ist mehr als nur eine interne Warnung – er ist ein Weckruf für ganz Europa. Die Abhängigkeit von amerikanischen Zulieferern und chinesischen Absatzmärkten hat sich als strategische Achillesferse erwiesen. Während die Großmächte ihre wirtschaftlichen Interessen rücksichtslos durchsetzen, droht Europa zwischen die Fronten zu geraten.
Die Forderung nach „Eigenständigkeit" ist dabei keine bloße Floskel, sondern eine überlebenswichtige Notwendigkeit. Ob die europäische Politik den Ernst der Lage begreift und entsprechend handelt, bleibt abzuwarten. Die Erfahrung der vergangenen Jahre stimmt jedenfalls nicht optimistisch. Während andere Nationen ihre Industrien schützen und fördern, verliert sich Deutschland allzu oft in ideologischen Debatten und bürokratischen Hürden.
Die Luftfahrtindustrie ist nur ein Beispiel für die strukturellen Probleme, mit denen Europa konfrontiert ist. Ohne eine grundlegende Neuausrichtung der Wirtschafts- und Industriepolitik droht der Kontinent im globalen Wettbewerb weiter zurückzufallen – mit fatalen Folgen für Wohlstand und Arbeitsplätze.
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