
6,5 Millionen versenkt: E-Fähre gescheitert – und jetzt der nächste Versuch

Schleswig-Holstein zieht bei seiner ersten Elektrofähre die Reißleine. Die „Missunde III“, die seit Jahren zwischen Brodersby und Missunde über die Schlei pendeln sollte, wird nicht mehr im Regelbetrieb eingesetzt. Kostenpunkt bis heute: mehr als 6,5 Millionen Euro Steuergeld – laut Landesbetrieb für Küstenschutz (LKN).
Und die Pointe? Der geplante Nachfolger soll erneut einen „klimafreundlichen“ Antrieb erhalten.
Aus 2,5 Millionen wurden 6,5 Millionen
Der Blick zurück liest sich wie ein Lehrstück staatlicher Planung. 2019 gab das Land eine Machbarkeitsstudie in Auftrag, Kosten laut Medienberichten rund 106.000 Euro. Ergebnis: Die alte Dieselfähre „Missunde II“ sei in schlechtem Zustand, eine Elektrifizierung würde mit etwa 1,7 Millionen Euro fast so viel kosten wie ein Neubau in gleicher Größe.
Doch das Land wollte mehr. Statt eines Ersatzes in vergleichbarer Größe entstand die Idee einer doppelt so großen Seilfähre mit Solardach – für Reisebusse und Landmaschinen. Konkrete Untersuchungen zur künftigen Verkehrsentwicklung habe es dem LKN zufolge vorab nicht gegeben.
Bei der Ausschreibung 2021 rechnete man mit rund 2,5 Millionen Euro. Den Zuschlag erhielt eine Werft aus Sachsen-Anhalt mit dem günstigsten Angebot von gut 3,3 Millionen Euro. Fertig sein sollte das Schiff im Herbst 2022.
Verkauft, zurückgekauft, sechsmal so teuer
Fertig wurde es im Sommer 2023, geliefert erst im Januar 2024 – Niedrigwasser blockierte den Transport. Dann zeigten Testfahrten: Das große Schiff kann bei Wind nicht sicher anlegen. Anleger und Fähre mussten mehrfach umgebaut werden, was Millionen zusätzlich verschlang.
Besonders bitter: Obwohl die Probleme längst bekannt waren, verkaufte das Land die alte „Missunde II“ im Februar 2024 zum Schrottwert von rund 17.000 Euro an einen dänischen Eigner. Wenig später musste sie zurückgeholt werden – für insgesamt etwa 100.000 Euro.
Im April 2026 nahm die „Missunde III“ endlich den Betrieb auf – mit vorläufigem Fährzeugnis und Gewichtsbeschränkung. Danach folgten Ausfälle in Serie: gerissener Antriebsriemen, Hydraulikfehler, ein sich lösender Fanghaken beim Anlegen. Anfang August war Schluss.
„Irgendeine Lösung wird sich finden“
Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sagte zum möglichen Nachfolgeschiff:
„Wir arbeiten daran, dass es ein Antrieb wird, der den Kriterien für den Klima- und Umweltschutz gerecht wird.“
Der Elektroantrieb selbst habe keine Probleme verursacht, betonte Günther. Was mit der millionenteuren Fähre passiert, ist offen. Seine Antwort darauf: „Irgendeine Lösung wird sich finden.“
Das Wirtschaftsministerium unter Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) lässt Medienberichten zufolge prüfen, ob Schadensersatzansprüche gegen das planende Konstruktionsbüro bestehen oder ob die Ursachen beim LKN liegen. Für personelle Konsequenzen sehe das Ministerium bislang keinen Grund.
Wenn Symbolpolitik den Fahrplan schreibt
Aus Sicht unserer Redaktion ist das kein Pannenpech, sondern ein Musterbeispiel dafür, was passiert, wenn politische Wunschbilder über nüchterne Bedarfsanalysen gestellt werden. Die Pendler, Anwohner und Touristen an der Schlei zahlten die Zeche mit jahrelangen Umwegen – die Steuerzahler mit Millionen.
Bemerkenswert bleibt: Die alte Dieselfähre, 2019 nahezu abgeschrieben, soll den Verkehr nun wieder übernehmen. Für Kritiker der grünen Transformationsagenda dürfte kaum ein Bild treffender sein.
Wer erlebt, wie leichtfertig mit öffentlichen Mitteln umgegangen wird, denkt zwangsläufig über den Schutz des eigenen Vermögens nach. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber gelten seit Generationen als bewährte Ergänzung zur Absicherung in einem breit gestreuten Portfolio.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und gibt ausschließlich die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger sollte eigenständig recherchieren und trägt für seine Entscheidungen selbst die Verantwortung.

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