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Kettner Edelmetalle
19.08.2026
09:06 Uhr
KI-generiert

5,4 Milliarden mehr: AWO will Sozialleistungen verschmelzen

5,4 Milliarden mehr: AWO will Sozialleistungen verschmelzen
Symbolbild: KI-generiert

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) fordert einen radikalen Umbau des deutschen Sozialstaats. Am Mittwoch stellte der AWO-Bundesverband in Berlin eine von ihm beauftragte Studie des Ifo-Instituts vor. Kernidee: Wohngeld, Kinderzuschlag und Grundsicherungsgeld sollen zu einem einzigen, "vollintegrierten" Sozialtransfer verschmelzen.

Was die Studie verspricht

Die Rechnung der Ökonomen klingt zunächst verlockend. Profitieren sollen vor allem Alleinerziehende und Familien mit Kindern in den unteren Einkommensschichten.

"Unseren Berechnungen zufolge steigt das verfügbare Einkommen in den unteren drei Einkommensdezilen deutlich an"

So Lukas Hochscheidt, AWO-Referent für politische Koordination und Interessenvertretung. Die Armutsrisikoquote sinke laut Studie um 0,9 Prozentpunkte, die Armutsrisikolücke um gut zwei Milliarden Euro. Der Vorschlag sei so gebaut, dass er die Arbeitsanreize "eher stärkt".

Der Preis: knapp 5,4 Milliarden Euro pro Jahr

Doch nichts davon ist gratis. Das Ifo-Institut bezifferte die "reformimmanenten fiskalischen Mehrausgaben" auf knapp 5,4 Milliarden Euro jährlich – vor allem, weil im existenzunterstützenden Bereich mehr ausgezahlt würde.

Und diese Summe trifft auf einen Sozialstaat, der ohnehin aus allen Nähten platzt: Laut dem vom Bundesarbeitsministerium veröffentlichten Sozialbudget summierten sich die Sozialleistungen in Deutschland 2025 auf rund 1.431 Milliarden Euro – etwa 32 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Ein Rekordwert.

Finanzieren will die AWO über die Kinderfreibeträge

Auf die Frage nach der Gegenfinanzierung verwies Hochscheidt gegenüber der Nachrichtenagentur dts auf einen AWO-Vorschlag aus dem Jahr 2025. Es gehe um die "große Lücke" zwischen Kindergeld und der steuerlichen Entlastung über die Kinderfreibeträge, insbesondere den Freibetrag für Betreuung, Erziehung und Ausbildung. Dort bestehe schon heute eine Besserstellung wohlhabender Familien; über drei Milliarden Euro ließen sich einsparen.

Das Kindergeld werde dadurch nicht gesenkt, betonte Hochscheidt. Wegfallen solle lediglich die zusätzliche Entlastung, die wohlhabendere Familien über die Freibeträge erhielten.

Umverteilung statt Entlastung?

Genau hier beginnt der politische Streit. Denn was die AWO als Schließen einer Lücke beschreibt, wäre am Ende eine Steuererhöhung für Familien mit mittleren und höheren Einkommen – also für jene, die den Sozialstaat bereits maßgeblich finanzieren.

Kritiker verweisen zudem darauf, dass die Kinderfreibeträge kein Geschenk sind, sondern das verfassungsrechtlich gebotene Freistellen des kindlichen Existenzminimums von der Einkommensteuer abbilden. Das Bundesverfassungsgericht hat diesen Grundsatz mehrfach bestätigt.

Aus Sicht unserer Redaktion offenbart der Vorstoß das strukturelle Problem der deutschen Sozialpolitik: Nicht Leistung und Eigenverantwortung stehen im Zentrum, sondern immer neue Umverteilungsschleifen. Gleichzeitig gilt: Der Papierkrieg zwischen Wohngeldamt, Familienkasse und Jobcenter ist ein echtes Ärgernis – Bürokratieabbau wäre überfällig.

Reform trifft auf Reform

Der Zeitpunkt ist brisant. Die Koalition aus CDU/CSU und SPD unter Kanzler Friedrich Merz hat das Bürgergeld bereits in eine "Neue Grundsicherung" umgebaut – erklärtes Ziel war ausdrücklich, Kosten zu senken und schärfer zu sanktionieren. Die AWO fordert nun das Gegenteil: mehr Geld ins System.

Dass die Armut trotz Rekordausgaben wächst, belegen die Zahlen des Statistischen Bundesamtes: 2025 waren 16,1 Prozent der Bevölkerung armutsgefährdet, rund 13,3 Millionen Menschen. Für Bürger, die ihr Vermögen gegen Kaufkraftverluste absichern wollen, bleiben physische Edelmetalle daher eine bewährte Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung dar. Er spiegelt unsere Einordnung auf Basis der uns vorliegenden Informationen. Auch eine Anlageberatung findet nicht statt – jede Anlageentscheidung erfordert eigene Recherche und liegt in der Verantwortung des Lesers.

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