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Kettner Edelmetalle
11.08.2026
06:19 Uhr
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21,7 Milliarden für Bürgergeld an Ausländer – Faktencheck gibt AfD recht

21,7 Milliarden für Bürgergeld an Ausländer – Faktencheck gibt AfD recht
Symbolbild: KI-generiert

Ein Wahlkampf-Satz, zwei empörte Ministerien – und am Ende ein Faktencheck, der dem Kritisierten recht gibt. Der AfD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, hatte im Interview mit MDR Aktuell Milliardensummen für Bürgergeld an Ausländer und Ukraine-Hilfen genannt. Innen- und Sozialministerium in Magdeburg widersprachen – konkrete Gegenzahlen legten sie dem Bericht zufolge nicht vor.

Die Zahlen, die niemand hören wollte

Siegmunds Aussage: Über 20 Milliarden Euro flössen allein an nicht-deutsche Staatsbürger im Bürgergeld, jede Minute gingen 20.000 Euro in die Ukraine. Klingt nach Wahlkampfrhetorik. Ist aber, so das Ergebnis der MDR-Faktenprüfung, rechnerisch korrekt.

Laut den herangezogenen Daten wurden im Haushaltsjahr 2025 insgesamt rund 46,65 Milliarden Euro Bürgergeld ausgezahlt. Der Anteil ausländischer Leistungsempfänger lag demnach bei 47,6 Prozent – macht etwa 21,7 Milliarden Euro. Der Sender ergänzt korrekterweise: Fast dieselbe Summe geht an deutsche Staatsbürger.

21.880 Euro pro Minute – für die Ukraine

Auch die zweite Zahl hält der Prüfung stand. Die im Bundeshaushalt 2026 vorgesehenen Ukraine-Hilfen von rund 11,5 Milliarden Euro entsprechen etwa 21.880 Euro pro Minute. Siegmund hatte also sogar untertrieben.

Noch eindrucksvoller wird es im Gesamtbild: Seit Beginn des russischen Angriffskriegs hat Deutschland nach Angaben der Bundesregierung mehr als 100 Milliarden Euro an ziviler und militärischer Unterstützung geleistet oder zugesagt – im Schnitt rund 43.000 Euro pro Minute. Einer MDRfragt-Umfrage zufolge lehnen etwa zwei Drittel der Befragten eine weitere Erhöhung dieser Hilfen ab.

Wenn Behörden widersprechen, aber nicht belegen

Bemerkenswert ist weniger die Zahl als die Reaktion. Beide Landesministerien wiesen die Darstellung zurück – Nachweise, die Siegmunds Rechnung widerlegen würden, wurden dem Bericht zufolge nicht geliefert. Begründung: Die Kosten seien schwer zu beziffern, weil sie teils vom Bund, teils von den Ländern getragen werden.

Genau hier liegt aus Sicht unserer Redaktion das eigentliche Ärgernis. Ein Staat, der jedes Jahr dreistellige Milliardenbeträge umverteilt, sollte in der Lage sein, seinen Bürgern zu sagen, wohin das Geld fließt. Wer nicht rechnen will, muss sich über Misstrauen nicht wundern.

Immerhin liefert die Statistik Anhaltspunkte: Für Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz gab Sachsen-Anhalt zwischen 2016 und 2025 rund 1,2 Milliarden Euro aus – bundesweit summierten sich diese Bruttoausgaben im selben Zeitraum auf etwa 58,7 Milliarden Euro.

Wahlkampf mit Sprengkraft

Am 6. September 2026 wird in Sachsen-Anhalt gewählt. Im jüngsten Sachsen-Anhalt-Trend von Infratest dimap liegt die AfD, deren Landesverband vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft wird, bei 41 Prozent – vor der CDU mit 24 und der Linken mit 13 Prozent. SPD, Grüne und BSW rangieren im einstelligen Bereich.

Andere Aussagen Siegmunds hielten dem Faktencheck übrigens nicht stand, etwa zu angeblich tausenden Rückkehrern oder zur Kriminalitätsentwicklung. Doch der Umgang mit den Haushaltszahlen zeigt: Wer unbequeme Fakten reflexhaft abwehrt, statt sie sauber zu widerlegen, stärkt am Ende genau jene, die er schwächen wollte.

Was Bürger daraus mitnehmen

Rekordausgaben, Sondervermögen, wachsende Schuldenlast: Wer sein Vermögen gegen politische Fehlsteuerung und Kaufkraftverlust absichern will, setzt seit jeher auch auf physische Edelmetalle als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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