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Kettner Edelmetalle
19.08.2026
06:06 Uhr
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19 auf 22 Prozent: Star-Ă–konom will an Ihre Mehrwertsteuer!

19 auf 22 Prozent: Star-Ă–konom will an Ihre Mehrwertsteuer!
Symbolbild: KI-generiert

Der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Moritz Schularick, hat eine deutliche Anhebung der Mehrwertsteuer ins Spiel gebracht. Drei Prozentpunkte mehr – also von 19 auf 22 Prozent. Im Gegenzug sollen Einkommen, Gewinne und Sozialbeiträge entlastet werden. Medienberichten zufolge äußerte er sich Mitte August entsprechend gegenüber dem Magazin "Capital".

Das große Umschichten – und wer am Ende zahlt

Schulariks Logik: Wer Arbeit billiger machen wolle, müsse den Konsum stärker besteuern. "Ich denke, für eine echte Steuerreform und eine Entlastung von Einkommen und Gewinnen muss man an die Mehrwertsteuer ran", wird der Ökonom zitiert. Mit den Mehreinnahmen ließe sich die Belastung aus Steuern und Abgaben spürbar senken.

Klingt in der Theorie elegant. In der Praxis stellt sich die Frage, die jeder Kassenbon beantwortet: Die Umsatzsteuer trifft alle – aber nicht alle gleich. Wer einen großen Teil seines Einkommens für Miete, Lebensmittel, Strom und Handwerker ausgeben muss, spürt jeden Prozentpunkt sofort. Wer sparen und anlegen kann, deutlich weniger.

Ein Blick zurück: Versprechen, die nie eingelöst wurden

Die Geschichte gibt Skeptikern Munition. 1968 startete die Mehrwertsteuer in Deutschland bei 10 Prozent. Heute liegt sie bei 19 – zuletzt kräftig erhöht 2007 unter einer Großen Koalition, damals ebenfalls mit dem Argument, im Gegenzug die Lohnnebenkosten zu senken. Ein Punkt ging an die Arbeitslosenversicherung, zwei blieben beim Fiskus.

Aus Sicht unserer Redaktion ist genau das das Muster: Die Erhöhung ist dauerhaft, die Entlastung befristet. Wer erinnert sich noch an den Solidaritätszuschlag, der als Übergangslösung begann?

Berlin hat es schon einmal geprüft – und sich nicht getraut

Brisant: Union und SPD sollen die Anhebung der Mehrwertsteuer im Frühjahr 2026 bereits selbst durchgerechnet haben, um eine größere Steuerreform oder niedrigere Sozialbeiträge zu finanzieren. Wegen der infolge des Iran-Krieges erhöhten Inflation und aus Sorge vor Protesten habe man die Option jedoch wieder fallen gelassen. Übrig blieb, wie berichtet wird, eine kleine Reform – Schularick nennt sie mutlos.

Parallel warnt das Münchner Ifo-Institut vor den Steuerplänen der Bundesregierung. Andreas Peichl, Leiter des Ifo-Zentrums für Finanzwissenschaft, sagte der "Bild", die Belastung von Gut- und Besserverdienern liege bereits am Maximum; jede weitere Belastung bringe dem Staat weniger statt mehr Geld. Betroffene arbeiteten dann weniger oder setzten mehr ab.

500 Ausnahmen – und ein 35-Milliarden-Vorschlag

Peichls Alternative klingt für Steuerzahler allerdings ebenfalls unangenehm: weniger Absetzbarkeit. Über 500 Möglichkeiten gebe es derzeit – von Handwerkerleistungen bis zu Vereinsbeiträgen, mehr als doppelt so viele wie im OECD-Schnitt. Würde die Hälfte gestrichen, könnte der Fiskus laut Ifo rund 35 Milliarden Euro pro Jahr zusätzlich einnehmen.

"Wenn der Finanzminister die Staatseinnahmen erhöhen will, sollte er etwas anderes machen: Er sollte dafür sorgen, dass die Bürger weniger Dinge von der Steuer absetzen können."

Die Frage, die niemand stellt

Auffällig ist, was in dieser Debatte kaum vorkommt: Sparen. Nicht die Einnahmen des Staates sind das Problem, sondern seine Ausgaben – so sehen es viele Kritiker der Berliner Finanzpolitik. Solange 500 Milliarden Euro Sondervermögen als Investition verbucht werden, bleibt jede Steuerdiskussion eine Debatte über die Verteilung der Rechnung.

Für Bürger heißt das nüchtern: Kaufkraft steht unter Druck. Wer sein Vermögen breit aufstellen will, zieht traditionell auch physische Edelmetalle als Beimischung in Betracht – sie unterliegen keinem Kontrahentenrisiko und lassen sich politisch nicht per Federstrich entwerten.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt weder eine Steuer- noch eine Rechtsberatung dar und ist keine Anlageberatung oder Kaufempfehlung. Jeder Leser ist für seine finanziellen Entscheidungen selbst verantwortlich.

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