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19.08.2026
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17 statt 300 Megawatt: Bayerns Wasserstoff-Traum platzt

17 statt 300 Megawatt: Bayerns Wasserstoff-Traum platzt
Symbolbild: KI-generiert

Bayern wollte beim grünen Wasserstoff vorpreschen — herausgekommen ist ein Rohrkrepierer. Bis 2025 sollten im Freistaat mindestens 300 Megawatt Elektrolyseleistung stehen. Tatsächlich sind es laut Angaben der Staatsregierung gut 17 Megawatt. Das sind keine sechs Prozent des selbst gesetzten Ziels.

Die Zahlen stammen aus der Antwort der Bayerischen Staatsregierung auf eine schriftliche Anfrage der AfD-Landtagsabgeordneten Florian Köhler, Oskar Lipp und Johannes Meier, über die zuerst berichtet wurde.

Vier Anlagen für ein ganzes Bundesland

In Betrieb sind demnach ganze vier Elektrolyseure. Die größte Anlage steht in Wunsiedel mit 8,75 Megawatt, dazu kommen fünf Megawatt in Pfeffenhausen, 2,25 Megawatt in Bamberg und 1,25 Megawatt in Haßfurt.

Zur Einordnung: Ein einziger moderner Gaskraftwerksblock liefert ein Vielfaches dieser Leistung. Das gesamte Wasserstoff-Portfolio des größten Bundeslandes passt damit rechnerisch in eine mittlere Industriehalle.

Der Zielwert entstammt der 2022 vorgestellten Bayerischen Wasserstoff-Roadmap. Bis 2030 sollte sogar ein ganzes Gigawatt stehen — also gut das Sechzigfache des heutigen Bestands. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger nannte Wasserstoff damals den „wichtigsten Energieträger der nahen Zukunft" und warb für einen „klimafreundlichen Umbau der Wirtschaft".

Erst Zuversicht, dann Kleingedrucktes

Noch 2023 gab sich sein Ministerium siegessicher: Man sei „auf gutem Weg", die 300 Megawatt zu schaffen. Ein Förderprogramm über 150 Millionen Euro sollte allein 120 Megawatt bringen, drei Großprojekte von Bund und Freistaat weitere 160 Megawatt.

Heute klingt das anders. Die Staatsregierung räumt in ihrer Antwort ein, die tatsächliche Dynamik des Hochlaufs sei bislang hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Viele Vorhaben hätten weiterhin Pilotcharakter oder seien schlicht Forschungsprojekte.

Das Fördergeld fließt trotzdem. Das bayerische Elektrolyse-Programm umfasst derzeit knapp 115 Millionen Euro, ausgezahlt wurden bislang gut vier Millionen. Die meisten geförderten Anlagen sollen erst zwischen 2027 und 2029 ans Netz gehen.

Warum die Industrie zögert

Die Begründung liefert das Ministerium selbst: Grüner Wasserstoff sei gegenüber fossilen Alternativen deutlich teurer, die künftige Preisentwicklung unklar. Verbindliche Abnahmezusagen von Unternehmen seien deshalb schwer zu bekommen, die Transportinfrastruktur stecke im Aufbau.

Kein Wunder: Wer in einem Hochkostenland mit Rekord-Strompreisen produziert, kalkuliert scharf. Und was sich nicht rechnet, wird nicht gekauft — auch nicht mit grünem Etikett.

„Weltspitze" — auf dem Papier

Aiwanger erklärte am 25. Juni dennoch:

Technisch sind wir bei Wasserstoff an der Weltspitze.

Die Abgeordneten fragten nach Messgrößen. Die Antwort des eigenen Hauses: Es handle sich um eine „politische Bewertung der Innovationskraft". Immerhin gehöre die Metropolregion München nach Patentanmeldungen zu den zehn führenden Wasserstoff-Innovationsclustern weltweit.

Bayern steht damit nicht allein. Bundesweit sieht die Nationale Wasserstoffstrategie zehn Gigawatt Elektrolyseleistung bis 2030 vor — Fachanalysen halten dieses Ziel Medienberichten zufolge inzwischen für kaum erreichbar.

Was Anleger daraus lernen können

Aus Sicht unserer Redaktion zeigt der Fall ein Muster: Politische Zielmarken ersetzen keine Wirtschaftlichkeit. Wo Milliarden in Technologien fließen, die sich am Markt (noch) nicht tragen, zahlen am Ende Steuerzahler und Stromkunden.

Für die private Vermögenssicherung heißt das: Substanz schlägt Ankündigung. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber sind unabhängig von Förderzusagen, Roadmaps und Legislaturperioden — und können ein breit gestreutes Portfolio sinnvoll ergänzen.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Einschätzung der Redaktion auf Basis der vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser trifft seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich und sollte sich vorab selbst umfassend informieren.

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