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147 Konzerne, 40 Prozent Kontrolle: Wem gehört eigentlich die Welt?

147 Konzerne, 40 Prozent Kontrolle: Wem gehört eigentlich die Welt?
Symbolbild: KI-generiert

Eine kleine Gruppe von Finanzhäusern hält die Fäden der Weltwirtschaft in der Hand. Das zeigte eine Studie der ETH Zürich schon 2011. Seitdem hat sich die Macht weiter verdichtet. Und Washington hat im August 2026 ausgerechnet die Regeln gekippt, mit denen man die wahren Eigentümer amerikanischer Firmen hätte sehen können.

Die Fliege im Netz der Weltkonzerne

Die Schweizer Forscher werteten 2007er Daten zu rund 43.060 transnationalen Konzernen in 116 Ländern aus. Dabei verfolgten sie mehr als eine Million Beteiligungsverbindungen. Heraus kam ein Netzwerk in Form einer Fliege, mit einem dichten Kern aus etwa 1.300 Unternehmen.

Darin steckt der eigentliche Befund: 147 Firmen, fast alle aus der Finanzbranche, kontrollierten knapp 40 Prozent des wirtschaftlichen Werts aller untersuchten Konzerne. Rund drei Viertel der Anteile im Kern blieben unter den Mitgliedern selbst. Die Autoren sprachen von einer ökonomischen „Super-Entität“. Eine geheime Weltregierung sahen sie darin nicht. Sie verwiesen vielmehr auf Fragen nach Wettbewerb und Finanzstabilität, die sich Forscher und Politik stellen müssten.

Aus zehn Riesen wurden drei Giganten

Zu den Top Ten von 2007 gehörten Barclays, Capital Group, Fidelity (FMR), AXA, State Street, JPMorgan Chase, Legal & General, Vanguard, UBS und Merrill Lynch. Danach kamen die Übernahmen: BlackRock schluckte 2009 Barclays Global Investors, Merrill Lynch ging an die Bank of America, und 2023 übernahm die UBS die Credit Suisse.

Heute bestimmen die „Big Three“ das Bild, also BlackRock, Vanguard und State Street. Berichten zufolge sind sie in etwa 88 Prozent der S&P-500-Unternehmen die größten Aktionäre. 2019 entfielen auf sie rund ein Viertel der abgegebenen Stimmen. Manche Prognosen sehen diesen Anteil bis 2050 bei 40 Prozent oder mehr. Der Motor dahinter ist der Boom bei Indexfonds und ETFs. Wer „passiv“ anlegt, gibt seine Stimme im Ergebnis an wenige Verwalter ab.

Wem gehört Vanguard?

Die Frage klingt einfach, die Antwort dreht sich im Kreis. Nach eigener Darstellung gehört Vanguard seinen US-Fonds und diese wiederum ihren Anlegern. Capital Group nennt sich privat gehalten, Fidelity ist nach eigenen Angaben seit 1946 in Privatbesitz. Weil diese Häuser nicht an der Börse notiert sind, gelten für sie nicht die Offenlegungspflichten, die die US-Börsenaufsicht SEC börsennotierten Gesellschaften auferlegt.

Washington schaltet das Licht aus

Mehr Durchsicht hätte das Transparenzgesetz Corporate Transparency Act bringen sollen. Firmen sollten ihre tatsächlichen Eigentümer der Finanzermittlungsbehörde FinCEN melden. Im März 2025 setzte das US-Finanzministerium diese Pflicht für inländische Firmen aus. Am 11. August 2026 machte FinCEN das endgültig: US-Unternehmen sind von der Meldepflicht befreit, und bereits gemeldete Daten von US-Personen sollen gelöscht werden. In Kraft ist die Regel seit dem 14. August.

Finanzminister Scott Bessent feierte das als Sieg für den Mittelstand und als Abbau unnötiger Bürokratie. Das hat durchaus etwas für sich. Der US-Rechnungshof GAO hatte aber schon im Mai 2026 gewarnt, die Ausnahme reiße Lücken in die Eigentumsdaten und erhöhe das Risiko illegaler Geldströme. Wie leicht anonyme Briefkastenfirmen zu haben sind, belegte schon 2012 die Studie „Global Shell Games“. Ausgerechnet Delaware, Nevada, Montana und Wyoming erwiesen sich dort als einfacher als manche Steueroase.

Was das für deutsche Sparer bedeutet

Das Ganze betrifft keineswegs nur Amerika. Millionen Deutsche haben Geld in ETFs oder Fonds dieser Häuser angelegt, oft auf Anraten der Politik, die seit Jahren für die „Aktienrente“ wirbt. Wer so anlegt, besitzt am Ende nur einen Anteil an einem Fonds und hat bei den Abstimmungen kaum ein Wort mitzureden.

Physisches Gold und Silber stehen dazu im Gegensatz. Wer eine Unze im eigenen Tresor liegen hat, muss niemanden fragen, wem sie gehört. Dazwischen steht kein Verwalter, der für den Anleger abstimmt, und kein Register, das plötzlich wieder abgeschafft wird. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen bleiben Edelmetalle deshalb ein Anker, gerade weil sich das Kapital auf immer weniger Hände verteilt.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Er gibt die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss selbst recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen allein.

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