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Kettner Edelmetalle
30.03.2026
12:05 Uhr

100-Milliarden-Kampfjet vor dem Aus: Merz schickt Panzer-Manager als letzten Rettungsanker

Es ist ein Prestigeprojekt, das seit Jahren mehr Schlagzeilen durch Streit als durch Fortschritt produziert: Das „Future Combat Air System", kurz FCAS, sollte einst das Herzstück europäischer Verteidigungsfähigkeit werden. Ein Kampfjet der nächsten Generation, entwickelt von Deutschland und Frankreich, mit einem geschätzten Volumen von über 100 Milliarden Euro. Doch statt Ingenieurskunst dominieren Eitelkeiten, Kompetenzgerangel und industriepolitische Grabenkämpfe das Geschehen. Nun unternimmt Bundeskanzler Friedrich Merz einen letzten, fast schon verzweifelten Versuch, das Vorhaben vor dem endgültigen Scheitern zu bewahren.

Frank Haun: Der Mann, der Panzer fusionierte, soll jetzt Jets retten

Merz hat den erfahrenen Rüstungsmanager Frank Haun als Vermittler benannt. Haun, langjähriger Chef der Panzerschmiede Krauss-Maffei Wegmann (KMW), gilt in der Branche als einer der wenigen Deutschen, die das komplizierte Geflecht deutsch-französischer Rüstungskooperation nicht nur verstehen, sondern auch navigieren können. Seine Bewährungsprobe? Die Fusion von KMW mit dem französischen Unternehmen Nexter – ein Unterfangen, das ebenfalls von zähen Verhandlungen und kulturellen Differenzen geprägt war, am Ende aber gelang.

In der Verteidigungsbranche heißt es, Haun sei durch diese Erfahrung „gestählt" wie kaum ein anderer. Ob diese Stählung ausreicht, um den gordischen Knoten zwischen Dassault und der Militärsparte von Airbus zu durchschlagen, steht freilich auf einem anderen Blatt. Denn der Kern des Konflikts ist so alt wie die europäische Rüstungskooperation selbst: Wer führt? Wer bekommt die lukrativsten Arbeitspakete? Und wer darf am Ende seinen Namen auf das fertige Produkt schreiben?

Paris kontert mit eigenem Schwergewicht

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat seinerseits nicht untätig zugesehen. Er stellte den ehemaligen Leiter der französischen Generaldirektion für Rüstung (DGA), Laurent Collet-Billon, als Gegenstück zu Haun auf. Collet-Billon kennt seinen deutschen Counterpart bestens – beide arbeiteten bereits bei der Nexter-KMW-Fusion zusammen. Zudem begleitete der Franzose das notorisch pannengeplagte Transportflugzeug-Projekt Airbus A400M, das in seinen Anfangsjahren ebenfalls von Streitereien und technischen Rückschlägen gezeichnet war.

Man könnte also sagen: Beide Seiten schicken ihre erfahrensten Veteranen ins Feld. Die Frage ist nur, ob Erfahrung allein genügt, wenn die politischen Grundlagen bröckeln.

Merz stand kurz vor dem Abbruch

Bemerkenswert ist, wie nah das Projekt offenbar bereits am Abgrund stand. Merz habe in den vergangenen Monaten mehrfach versucht, Macron zu einer klaren Entscheidung über die Zukunft des FCAS zu drängen – vergeblich. Der Kanzler sei zeitweise kurz davor gewesen, das gesamte Vorhaben abzubrechen. Dass er stattdessen nun auf Schlichtung setzt, dürfte weniger romantischen Motiven entspringen als vielmehr der nüchternen Erkenntnis, dass ein offenes Scheitern des deutsch-französischen Leuchtturmprojekts verheerend für die ohnehin fragile europäische Verteidigungsarchitektur wäre.

Ein Symptom tieferliegender Probleme

Das FCAS-Debakel ist dabei weit mehr als ein industriepolitischer Streit zwischen zwei Konzernen. Es offenbart die fundamentale Schwäche europäischer Verteidigungspolitik: Während die geopolitischen Bedrohungen wachsen – der Ukraine-Krieg dauert an, der Nahe Osten brennt, und die USA unter Präsident Trump zunehmend eigene Prioritäten setzen –, verliert Europa kostbare Zeit mit internem Gezänk. Hundert Milliarden Euro stehen im Raum, und man kann sich nicht einmal darauf einigen, wer das Cockpit designen darf.

Für den deutschen Steuerzahler, der bereits durch das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur und die ausufernden Staatsschulden belastet wird, ist dieses Schauspiel kaum noch erträglich. Jeder weitere Monat der Verzögerung kostet nicht nur Geld, sondern auch strategische Handlungsfähigkeit. Denn eines ist klar: Sollte FCAS endgültig scheitern, stünde Deutschland ohne modernes Kampfflugzeug-Programm da – und müsste sich womöglich bei den Amerikanern einreihen, um deren Systeme zu kaufen. Von europäischer Souveränität könnte dann keine Rede mehr sein.

Es bleibt zu hoffen, dass Haun und Collet-Billon das Kunststück vollbringen, das Politikern und Konzernchefs bisher nicht gelungen ist. Die Uhr tickt. Und sie tickt laut.

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