
Wenn der Staat zum Raubritter wird: Rentner nach Steuerprotest unter Staatsfeind-Verdacht
Was sich in Baden-Württemberg abgespielt hat, liest sich wie eine Satire auf den deutschen Obrigkeitsstaat – wäre es nicht bittere Realität. Ein 72-jähriger Rentner wagte es, seinem Unmut über eine Strafgebühr von läppischen 9,50 Euro Luft zu machen. Seine Steuererklärung war sechs Tage zu spät eingegangen. Dafür schrieb er einen Brief an den grünen Finanzminister Danyal Bayaz. Das Ergebnis? Die Kriminalpolizei stand vor seiner Tür.
Der gefährliche Staatsfeind aus der Rentnerschaft
Karlheinz F., ein Mann, der sein Leben lang bei Roche gearbeitet und brav seine Steuern gezahlt hatte, wurde plötzlich zum potentiellen Staatsfeind erklärt. Sein Vergehen? Er hatte es gewagt, in seinem Brief die deutsche Steuerpolitik zu kritisieren. Die Steuern seien die höchsten in Europa, der "kleine Mann" werde ausgepresst, während Milliarden durch Cum-Ex-Geschäfte verschwänden – Aussagen, die wohl Millionen Deutsche unterschreiben würden.
Besonders pikant: Der Rentner hatte seinem Schreiben ein paar symbolische Bilder beigelegt – Raubritter und Wegelagerer. Eine bildhafte Darstellung dessen, was viele Bürger beim Blick auf ihre Steuerbescheide empfinden. Doch im grün regierten Baden-Württemberg scheint man für solche Metaphern kein Verständnis zu haben.
Die Paranoia der Behörden kennt keine Grenzen
Die Reaktion des Finanzamts offenbart eine erschreckende Paranoia: Eine "Duellszene" auf einem der beigelegten Bilder wurde als Bedrohung interpretiert. Man informierte umgehend die Polizei. Der "Reichsbürger-Erlass" von 2022 hat offenbar dazu geführt, dass jede Form von Kritik reflexartig kriminalisiert wird.
"Die Kolleginnen und Kollegen aus der Steuerverwaltung haben immer wieder mit Menschen zu tun, die unseren Staat zum Teil sehr aggressiv ablehnen. Das hat zu einer vorsichtigen Haltung geführt"
So rechtfertigte das Finanzministerium das Vorgehen. Eine "vorsichtige Haltung"? Wenn zwei Kriminalbeamte bei einem 72-jährigen Rentner aufkreuzen, um zu prüfen, ob er ein Staatsfeind sei, dann ist das keine Vorsicht mehr – es ist staatliche Einschüchterung.
Die späte Einsicht kommt zu spät
Erst nachdem mehrere Medien über den Fall berichtet hatten, ruderte das Ministerium zurück. Die Weitergabe des Schreibens sei "rückblickend überzogen" gewesen, hieß es kleinlaut. Eine Entschuldigung per E-Mail folgte. Doch der Schaden war angerichtet.
Besonders bitter für Karlheinz F.: Sein Onkel war von 1971 bis 1988 Polizeipräsident in Mannheim. In seiner Familie wurde Polizeiarbeit stets hochgeachtet. Der Vorwurf, ein "Staatsfeind" zu sein, traf ihn deshalb besonders hart.
Ein Symptom für den Zustand unseres Landes
Dieser Fall ist symptomatisch für die Entwicklung in Deutschland. Wer es wagt, die herrschende Politik zu kritisieren, muss damit rechnen, als Extremist gebrandmarkt zu werden. Die Grenze zwischen berechtigter Kritik und angeblicher Staatsgefährdung verschwimmt zusehends – besonders wenn grüne Ideologen das Sagen haben.
Die Empörung in den sozialen Medien zeigt: Die Bürger haben genug von dieser Art der Einschüchterung. Sie wollen keine Untertanen sein, die schweigend jeden Unsinn hinnehmen müssen. Sie wollen mündige Bürger sein, die ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahrnehmen können – auch wenn es um Steuerpolitik geht.
Was bleibt, ist ein bitterer Nachgeschmack: In einem Land, in dem ein Rentnerbrief mit Raubritter-Bildchen ausreicht, um polizeiliche Ermittlungen auszulösen, stimmt etwas gewaltig nicht. Die wahren Staatsfeinde sitzen möglicherweise nicht in den Wohnzimmern der Rentner, sondern in den Amtsstuben derer, die jeden kritischen Bürger unter Generalverdacht stellen.