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20.02.2026
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Trumps „Board of Peace": Milliarden-Spektakel oder diplomatische Luftnummer?

Wenn Donald Trump ein Gremium als „das bedeutsamste, das jemals zusammengestellt wurde, gleich welcher Art" bezeichnet, sollten bei jedem nüchternen Beobachter sämtliche Alarmglocken schrillen. Am Donnerstag tritt sein sogenanntes „Board of Peace" in Washington zu seiner ersten formellen Sitzung zusammen – mit mindestens 27 teilnehmenden Staaten und Finanzzusagen von über fünf Milliarden Dollar. Doch was auf den ersten Blick wie ein historischer Friedensgipfel anmutet, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als ein meisterhaft inszeniertes Schauspiel, dessen eigentliche Bühne nicht der Nahe Osten, sondern die amerikanische Innenpolitik ist.

Eine Charta ohne Gaza – dafür mit absolutem Machtanspruch

Der Ursprung des Gremiums liegt in Trumps 20-Punkte-Plan für Gaza vom September 2025, den der UN-Sicherheitsrat mit Resolution 2803 absegnete. Soweit, so nachvollziehbar. Doch die in Davos unterzeichnete Gründungscharta erzählt eine völlig andere Geschichte. Das Wort „Gaza" taucht darin schlicht nicht auf. Stattdessen definiert sich das Board als internationale Organisation mit eigener Rechtspersönlichkeit – und einem Vorsitzenden, der über ein Einladungsmonopol für neue Mitglieder, ein faktisches Vetorecht über sämtliche Beschlüsse und die alleinige Auslegungshoheit über die gesamte Charta verfügt. Dieser Vorsitzende heißt Donald Trump.

Frankreichs Präsidialamt erkannte die Tragweite sofort und lehnte eine Teilnahme ab. Die Charta gehe weit über den Rahmen von Gaza hinaus und stelle die Prinzipien der Vereinten Nationen grundsätzlich infrage, so die Begründung aus Paris. Sloweniens Premierminister Robert Golob formulierte es noch drastischer: Das eigentlich Besorgniserregende sei das Risiko eines Zerfalls der gesamten UN-Struktur. Auch Deutschland unter Bundeskanzler Friedrich Merz lehnte eine Teilnahme ab – allerdings mit dem diplomatischen Hintertürchen, man sei offen für „neue Formen der Zusammenarbeit".

Eine Milliarde Dollar für den Dauersitz am Tisch der Macht

Besonders entlarvend ist die Finanzierungsarchitektur des Gremiums. Reguläre Mitglieder dürfen maximal drei Jahre am Tisch Platz nehmen. Es sei denn, sie überweisen innerhalb des ersten Jahres mehr als eine Milliarde Dollar in bar. Dann entfällt jede zeitliche Begrenzung. Was das Weiße Haus als „Bekenntnis zum Frieden" verkauft, ist in Wahrheit nichts anderes als ein Bezahlmodell für privilegierten Zugang – eine Art VIP-Lounge der Geopolitik, in der nicht diplomatisches Geschick, sondern die Tiefe der Taschen über den Einfluss entscheidet.

Die Historikerin Alanna O'Malley ordnet das Board denn auch als Versuch ein, „Trumps persönliche Autorität global zu institutionalisieren". Bruce Jones von der Brookings Institution geht noch weiter und spekuliert, Trump sichere sich mit dem lebenslangen Vorsitz eine Rolle für die Zeit nach seiner Präsidentschaft. Ein bemerkenswerter Gedanke – und einer, der angesichts der Charta-Konstruktion keineswegs abwegig erscheint.

Hamas-nahe Akteure im Exekutivausschuss

Die personelle Besetzung des Gaza-Exekutivausschusses wirft weitere schwerwiegende Fragen auf. Mit dem türkischen Außenminister Hakan Fidan und dem katarischen Vertreter Ali Al-Thawadi sitzen dort Repräsentanten zweier Staaten, die dokumentierte Kontakte zur Hamas unterhalten. Die Türkei bestätigt Treffen Fidans mit Hamas-Delegationen, Katar beherbergt seit Jahren ein politisches Büro der Organisation. Befürworter argumentieren, ohne solche Kanäle sei Kommunikation mit Hamas-nahen Strukturen unmöglich. Kritiker sehen darin hingegen eine fundamentale Untergrabung der Glaubwürdigkeit des gesamten Gremiums.

Noch brisanter ist die Berufung von Husni al-Mughni in das technokratische Verwaltungskomitee für Gaza. Der palästinenischstämmige Nahostexperte Ahmed Fouad Alkhatib vom Atlantic Council bezeichnet ihn unverblümt als „Hamas-Sprachrohr", der öffentliche Hinrichtungen durch die Organisation unterstützt habe. Sein vernichtendes Urteil: Das Board of Peace bewege sich in eine Richtung, die Hamas' fortgesetzte Herrschaft über Gaza sichere – ohne jede Aussicht auf Entwaffnung, Deradikalisierung oder Demilitarisierung.

Die Entwaffnungsfrage als unlösbarer Knoten

Und genau hier liegt der Kern des Problems. Trumps eigener 20-Punkte-Plan verlangt die vollständige Entwaffnung der Hamas als Vorbedingung für Amnestie, Stabilisierungstruppen und Wiederaufbau. Doch diese Forderung gleicht dem Versuch, Wasser bergauf fließen zu lassen. Hamas-Vertreter wiesen sie gegenüber Al Jazeera als bloße Drohkulisse zurück. Das Washington Institute stuft die Unsicherheit über eine vollständige Demilitarisierung als „primäre Bedrohung" für die nächste Phase ein.

Indonesien hat zwar rund 8.000 Soldaten für eine internationale Stabilisierungstruppe zugesagt, doch ohne vorherige Entwaffnung bleibt deren Einsatz in der Schwebe. Ein erfahrener US-Diplomat brachte es im Guardian auf den Punkt: Es handele sich um „Bewegung anstelle von ernsthaftem Fortschritt". Selten wurde diplomatisches Theater treffender beschrieben.

Scheitern als Erfolgsrezept

Für die innenpolitische Verwertung in der interventionskritischen MAGA-Sphäre ergibt sich daraus eine geradezu geniale Doppelstruktur. Gelingt die Mobilisierung von Milliarden und die Inszenierung medienwirksamer Gipfel, liefert das Gremium Bilder starker Führung. Scheitert es an der Entwaffnung oder am Widerstand europäischer Partner, lässt sich das Ergebnis ebenso verwerten – als Beweis dafür, dass Diplomatie, Multilateralismus und die Vereinten Nationen nicht funktionieren und nur transaktionale Abkommen im amerikanischen Interesse zählen. Trump gewinnt also in jedem Fall. Zumindest innenpolitisch.

Die Mitgliederliste als politisches Spiegelbild

Ein Blick auf die Teilnehmerliste offenbart die wahre Natur des Gremiums. Neben regionalen Akteuren wie Saudi-Arabien, Ägypten und Jordanien finden sich dort vor allem politische Verbündete Trumps: Ungarns Viktor Orbán, Argentiniens Javier Milei, El Salvadors Nayib Bukele. Letzterer trat dem Board bezeichnenderweise kurz vor einem Handelsabkommen bei, das die US-Zölle auf sein Land auf null Prozent senkte. Auch der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko unterzeichnete – was Irlands Vizepremier Simon Harris zu dem beißenden Kommentar veranlasste: „Alles, dem Putin beizutreten erwägt und das das Wort Frieden im Namen trägt, stimmt mich nicht zuversichtlich."

Trump selbst nutzt die Einladungen unverhohlen als politisches Druckmittel. Nachdem Kanadas Premierminister Mark Carney in Davos „amerikanische Hegemonie" kritisiert hatte, entzog Trump ihm kurzerhand die Einladung. Gegenüber Frankreich drohte er nach Macrons Absage mit einem „200-Prozent-Zoll auf Weine und Champagner". Diplomatie im Stil eines Immobilienmoguls – oder, je nach Perspektive, erfrischend unverblümte Machtpolitik.

Deutschlands Rolle: Zwischen Absage und Hintertür

Bundeskanzler Friedrich Merz lehnte eine deutsche Teilnahme „aus verfassungsrechtlichen Gründen" ab. Eine Entscheidung, die man durchaus begrüßen kann – wenngleich die gleichzeitig offengelassene Tür für „neue Formen der Zusammenarbeit" den typisch deutschen Reflex verrät, es sich mit niemandem ganz verderben zu wollen. Italiens Giorgia Meloni wählte einen ähnlichen Mittelweg: Sie erklärte Teile der Charta für verfassungswidrig, schickte aber eine Beobachterdelegation nach Washington.

Die Ukraine lehnte ebenfalls ab. Der Vorsitzende des Außenausschusses, Oleksandr Merezhko, nannte es „absurd", den „größten Friedensbrecher und Völkerrechtsverletzer" Russland und das mittäterschaftliche Belarus in ein solches Gremium einzuladen. Auch der Vatikan blieb fern – Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin betonte, auf internationaler Ebene solle vor allem die UNO Krisensituationen bewältigen.

Ein Klub der Willigen statt multilateraler Ordnung

Das Exekutivgremium besetzt Trump mit Vertrauten: Außenminister Marco Rubio, Sondergesandter Steve Witkoff, Schwiegersohn Jared Kushner, der frühere britische Premierminister Tony Blair, Finanzinvestor Marc Rowan und Weltbank-Präsident Ajay Banga. Das erste große Treffen findet in einem Gebäude statt, das Trump kürzlich nach sich selbst benannt haben soll. Symbolik ist hier kein Nebenprodukt – sie ist das eigentliche Produkt.

O'Malley beschreibt das Gremium als Ausdruck einer „dezidiert MAGA-geprägten Vorstellung von Weltordnung – einer Ordnung, die auf institutionalisierter amerikanischer Vorherrschaft beruht statt auf geteilter globaler Steuerung". Das Dilemma für klassische multilaterale Institutionen ist dabei klar umrissen: Mitmachen wertet ein personalisiertes Parallelformat auf. Fernbleiben bedeutet, Einfluss auf Ressourcenverteilung und Sicherheitsstandards zu verlieren.

Am Ende bleibt die ernüchternde Erkenntnis: Das „Board of Peace" ist weniger ein Friedensrat als ein brillant konstruiertes Narrativ-Instrument. Es produziert – unabhängig von seinem Ausgang – innenpolitisch verwertbare Erzählungen. Funktioniert es, beweist es Trumps Führungsstärke. Scheitert es, beweist es die Nutzlosigkeit internationaler Verhandlungen. Für die Menschen in Gaza, die unter den realen Folgen des Konflikts leiden, dürfte das ein schwacher Trost sein. In Zeiten solcher geopolitischer Unsicherheiten und fragwürdiger institutioneller Konstrukte erweist sich einmal mehr, dass physische Edelmetalle wie Gold und Silber als zeitlose Wertanker fungieren – unabhängig davon, welches politische Theater gerade auf der Weltbühne aufgeführt wird.

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