
Trump-Regierung verabschiedet sich von Preisgarantien für kritische Rohstoffe – Ein Rückschlag für die heimische Industrie

Die amerikanische Rohstoffbranche muss einen herben Dämpfer verkraften. Die Trump-Administration rückt offenbar von ihren ambitionierten Plänen ab, Mindestpreise für kritische Mineralien zu garantieren. Was zunächst als strategischer Schachzug gegen Chinas Dominanz auf den Rohstoffmärkten angekündigt wurde, entpuppt sich nun als leeres Versprechen – ein Eingeständnis fehlender Kongressfinanzierung und der schieren Komplexität staatlicher Preisfestsetzungen.
Vom Versprechen zur Ernüchterung
Bei einem vertraulichen Treffen Anfang dieses Monats, das von einem Washingtoner Think Tank ausgerichtet wurde, sprachen zwei hochrangige Regierungsvertreter Klartext gegenüber amerikanischen Bergbauunternehmen. Die Botschaft war unmissverständlich: Projekte müssen ihre finanzielle Unabhängigkeit ohne staatliche Preisstützung beweisen.
„Wir sind nicht hier, um euch aufzufangen. Kommt nicht zu uns und erwartet das."
Diese deutlichen Worte stammen von Audrey Robertson, der stellvertretenden Sekretärin des US-Energieministeriums und Leiterin des Büros für kritische Mineralien und Energieinnovation. Eine bemerkenswerte Kehrtwende, bedenkt man die vollmundigen Zusagen der Vergangenheit.
Der Fall MP Materials als Präzedenzfall
Noch im vergangenen Juli hatte die Regierung dem Unternehmen MP Materials einen Mindestpreis von mindestens 110 Dollar pro Kilogramm für bestimmte Seltene Erden zugesichert – als Teil eines umfassenden Investitionspakets. Damals hieß es noch, dies sei „kein Einzelfall" und man arbeite an Preisstützungen für weitere Projekte. Doch diese Zusagen scheinen nun Makulatur zu sein.
Besonders pikant: Der Senat prüft derzeit genau diese Preisgarantie für MP Materials. Mitglieder des Streitkräfteausschusses haben Pentagon-Mitarbeiter zu Erklärungen einbestellt, warum ausgerechnet dieses Unternehmen bevorzugt behandelt wurde. Die fehlende Autorisierung durch den Kongress wirft unbequeme Fragen auf.
Marktdynamik überholt staatliche Planung
Die Ironie der Geschichte zeigt sich in den aktuellen Marktentwicklungen. USA Rare Earth kündigte diese Woche an, dieselben Arten von Seltenen Erden für 125 Dollar pro Kilogramm auf dem freien Markt kaufen zu wollen – deutlich über dem garantierten Mindestpreis für MP Materials. Der Markt hat die staatliche Intervention schlichtweg überholt.
Kritische Stimmen warnen vor Risiken
Kritiker der Preisgarantien hatten von Anfang an gewarnt: Solche Zusagen könnten amerikanische Steuerzahler erheblichen finanziellen Risiken aussetzen. Wenn Marktpreise fallen, müsste die Regierung die Differenz ausgleichen – potenziell über Jahre hinweg. Rechtsexperten weisen zudem darauf hin, dass garantierte Mindestpreise unter amerikanischem Beschaffungs-, Handels- und Haushaltsrecht anfechtbar sein könnten, insbesondere wenn sie als Marktverzerrung interpretiert werden.
China bleibt der Elefant im Raum
Die amerikanische Bergbau- und Verarbeitungsindustrie hatte auf staatliche Unterstützung gehofft, um gegen Chinas Dominanz bestehen zu können. Branchenvertreter argumentieren seit Jahren, dass Chinas staatsgestützte Produzenten die Preise nach Belieben drücken können, um Konkurrenten zu bestrafen, Projekte zu untergraben und private Investitionen abzuschrecken. Ohne Preisgarantien stehen amerikanische Unternehmen diesem Wettbewerbsdruck weitgehend schutzlos gegenüber.
Alternative Maßnahmen bleiben möglich
Das Weiße Haus betont, man werde weiterhin Deregulierung, Steuersenkungen und gezielte Investitionen in diesem prioritären Sektor verfolgen – „während man ein guter Verwalter der Steuergelder bleibt". Der Rückzug von Preisgarantien schließt andere Maßnahmen nicht aus: Bevorratung, Kapitalbeteiligungen und Anforderungen an lokale Wertschöpfung bleiben im Werkzeugkasten der Regierung.
Edelmetalle als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten
Die Entwicklungen auf den Rohstoffmärkten unterstreichen einmal mehr die Volatilität und politische Abhängigkeit vieler Industriemetalle. Während kritische Mineralien den Launen staatlicher Förderpolitik und geopolitischer Spannungen ausgesetzt sind, bieten physische Edelmetalle wie Gold und Silber eine bewährte Alternative zur Vermögenssicherung. Als zeitlose Wertanlage, unabhängig von politischen Entscheidungen und staatlichen Garantieversprechen, können sie eine sinnvolle Ergänzung eines breit gestreuten Anlageportfolios darstellen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.












