
Trump beruhigt Märkte: Keine militärische Gewalt gegen Grönland – Börsen atmen auf
Die Finanzmärkte reagierten am Mittwoch mit spürbarer Erleichterung auf eine überraschende Kehrtwende des amerikanischen Präsidenten. Donald Trump erklärte beim Weltwirtschaftsforum in Davos, dass er keine militärische Gewalt einsetzen werde, um Grönland zu erwerben. Eine Aussage, die nach den turbulenten Handelstagen der vergangenen Woche wie Balsam auf die geschundenen Anlegerseelen wirkte.
Börsen erholen sich nach dramatischem Ausverkauf
Der Dow Jones Industrial Average legte um beachtliche 331 Punkte zu, was einem Plus von 0,7 Prozent entspricht. Der S&P 500 gewann 0,8 Prozent, während der technologielastige Nasdaq Composite um 0,7 Prozent zulegte. Diese Erholung kam nach einem regelrechten Blutbad am Dienstag, als alle drei Leitindizes ihre schlechtesten Tagesperformances seit dem 10. Oktober verzeichneten und sowohl der S&P 500 als auch der Nasdaq ins Minus für das Jahr 2026 rutschten.
Trumps Worte in Davos waren dabei von bemerkenswerter Klarheit geprägt. Er betonte, dass die Vereinigten Staaten zwar mit "übermäßiger Stärke und Gewalt" praktisch unaufhaltsam wären, er diese Option jedoch nicht nutzen werde. "Das ist wahrscheinlich die wichtigste Aussage, die ich gemacht habe, weil die Leute dachten, ich würde Gewalt anwenden", so der Präsident wörtlich.
Die Renditen am Anleihemarkt reagieren prompt
Die Beruhigung an den Aktienmärkten spiegelte sich unmittelbar auch am Anleihemarkt wider. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen, die am Vortag noch kurzzeitig die Marke von 4,3 Prozent überschritten hatte, drehte nach Trumps Äußerungen wieder nach unten. Der US-Dollar-Index konnte seine Verluste gegenüber anderen Währungen ebenfalls eindämmen.
Besonders bemerkenswert erscheint in diesem Zusammenhang die Gelassenheit von Finanzminister Scott Bessent. In Davos erklärte er gegenüber Reportern, die Trump-Administration sei "nicht besorgt" über den Ausverkauf des Vortages. Eine Aussage, die angesichts der dramatischen Marktbewegungen durchaus als gewagt bezeichnet werden darf.
Europa zeigt sich kampfbereit
Die europäische Reaktion auf Trumps Zolldrohungen fiel hingegen deutlich schärfer aus. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete die neuen Zollvorschläge als "Fehler", der Europa und die USA in eine "gefährliche Abwärtsspirale" stürzen würde. Sie kündigte eine "unnachgiebige, geeinte und verhältnismäßige" Antwort an und betonte die "volle Solidarität" mit Grönland und Dänemark.
Der französische Präsident Emmanuel Macron ging noch einen Schritt weiter und brachte das Anti-Zwangs-Instrument der EU ins Spiel. Dieses könnte amerikanische Unternehmen vom Zugang zum europäischen Binnenmarkt ausschließen, sie von EU-Ausschreibungen fernhalten und Beschränkungen für ausländische Direktinvestitionen verhängen.
Bankaktien profitieren von Kreditkarten-Vorschlag
Für zusätzliche Bewegung sorgte Trumps Ankündigung, den Kongress um die Einführung einer Zinsobergrenze von 10 Prozent für Kreditkarten zu bitten. Obwohl die Erfolgsaussichten dieses Vorhabens angesichts mangelnder Unterstützung unter den Abgeordneten als ungewiss gelten, reagierten Bankaktien positiv. Citigroup legte rund 2 Prozent zu, Capital One gewann mehr als 1 Prozent.
Gold erreicht neues Rekordhoch
Während die Aktienmärkte ihre Wunden leckten, setzte das Edelmetall Gold seinen beeindruckenden Höhenflug fort. Der Preis kletterte auf ein neues Rekordhoch von über 4.800 Dollar je Unze. Die Flucht in sichere Häfen angesichts der Zolldrohungen aus dem Weißen Haus und erneuter Sorgen vor einem globalen Handelskrieg trieb Anleger in das gelbe Metall.
Nach einem bereits rekordverdächtigen Jahr 2025 startete Gold mit ungebrochenem Momentum ins neue Jahr. Geopolitische Spannungen, sinkende Realzinsen und die Bemühungen von Investoren sowie Zentralbanken, sich vom Dollar zu diversifizieren, festigen die Rolle des Edelmetalls als ultimativer sicherer Hafen. Silber durchbrach derweil die Marke von 90 Dollar.
"America First treibt still und leise die Diversifizierung weg von Dollar-Anlagen voran, insbesondere bei staatlichen Einrichtungen"
So beschrieb Joyce Chang, Leiterin der globalen Forschung bei JPMorgan, die aktuelle Entwicklung. Die "Sell America"-Narrative der Diversifizierung weg von Dollar-Anlagen seien "leise, aber beharrlich" zurückgekehrt.
Dänischer Pensionsfonds verkauft US-Staatsanleihen
Ein symbolträchtiges Signal sendete der dänische Pensionsfonds AkademikerPension, der am Dienstag den Verkauf von US-Staatsanleihen im Wert von 100 Millionen Dollar bekannt gab. Als Begründung wurden die "schlechten Staatsfinanzen" der USA angeführt. Finanzminister Bessent versuchte dies herunterzuspielen und bezeichnete Dänemarks Investitionen in US-Staatsanleihen als "irrelevant" – ebenso wie Dänemark selbst.
Netflix enttäuscht trotz Rekord-Abonnentenzahlen
Abseits der geopolitischen Turbulenzen sorgte Netflix für Gesprächsstoff. Der Streaming-Riese meldete zwar 325 Millionen zahlende Abonnenten weltweit – ein neuer Meilenstein – doch die Aktie fiel im vorbörslichen Handel um fast 7 Prozent. Die Quartalszahlen übertrafen die Erwartungen nur knapp, und Analysten zeigten sich besorgt über das nachlassende Wachstum bei den durchschnittlichen Sehstunden pro Mitglied.
Fazit: Unsichere Zeiten erfordern kluge Anlagestrategien
Die jüngsten Marktturbulenzen verdeutlichen einmal mehr, wie fragil das globale Finanzsystem auf geopolitische Spannungen reagiert. Die Flucht in Gold als sicheren Hafen zeigt, dass Anleger in unsicheren Zeiten verstärkt auf bewährte Wertaufbewahrungsmittel setzen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Schutz gegen politische und wirtschaftliche Verwerfungen erwiesen und können eine sinnvolle Ergänzung für ein breit gestreutes Anlageportfolio darstellen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.
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