
Stahlindustrie am Abgrund: Produktion auf tiefstem Stand seit der Finanzkrise

Die Zahlen sprechen eine erschreckend deutliche Sprache: Mit gerade einmal 34,1 Millionen Tonnen Rohstahl hat Deutschland im vergangenen Jahr so wenig produziert wie seit der globalen Finanzkrise 2009 nicht mehr. Ein Rückgang von neun Prozent gegenüber dem ohnehin katastrophalen Vorjahr – und das vierte Krisenjahr in Folge. Was einst das Rückgrat der deutschen Industriemacht war, kämpft heute ums nackte Überleben.
Kapazitätsauslastung unter kritischer Schwelle
Die Wirtschaftsvereinigung Stahl schlägt Alarm: Die Kapazitätsauslastung ist auf unter 70 Prozent gefallen. Für eine energieintensive Branche wie die Stahlproduktion bedeutet dies nichts weniger als eine existenzielle Bedrohung. Seit 2018 wurde die als überlebenswichtig geltende Schwelle von 40 Millionen Tonnen bereits sechsmal unterschritten. Die Branche verharrt, wie es die Vereinigung selbst formuliert, auf „Rezessionsniveau".
Doch damit nicht genug. Auch die Nachfrage auf dem deutschen Markt zeigt sich „außergewöhnlich schwach". Mit hochgerechneten 30 Millionen Tonnen liegt die Marktversorgung sogar unter dem bereits niedrigen Durchschnitt der vergangenen vier Jahre. Ein Teufelskreis aus sinkender Nachfrage, steigenden Kosten und internationalem Konkurrenzdruck droht die einst stolze deutsche Stahlindustrie zu ersticken.
Importflut und Energiepreise als Sargnägel
Besonders bitter: Während deutsche Stahlwerke ihre Hochöfen drosseln müssen, flutet billiger Importstahl den europäischen Markt. Bereits jede dritte in der EU eingesetzte Tonne stammt aus dem Nicht-EU-Ausland. Globale Überkapazitäten, insbesondere aus Asien, sowie die aggressive Zollpolitik der USA unter Präsident Trump verschärfen die Lage zusätzlich.
„Für die Branche kommt derzeit vieles zusammen: eine historisch schwache Nachfrage, ein ungebremst wachsender Importdruck und international nicht wettbewerbsfähige Energiepreise"
Mit diesen Worten beschreibt Kerstin Maria Rippel, Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Stahl, die dramatische Situation. Die Energiefrage bleibt dabei der zentrale Hemmschuh – nicht nur für das Überleben der Branche, sondern auch für den von der Politik geforderten Umbau zur Klimaneutralität.
Politisches Versagen auf ganzer Linie
Die Forderung der Branche ist unmissverständlich: „2026 muss das Jahr der Standortsicherung werden." Doch kann man der neuen Bundesregierung unter Friedrich Merz zutrauen, hier endlich die richtigen Weichen zu stellen? Die Vorgängerregierung hat jahrelang zugesehen, wie die deutsche Industrie unter explodierenden Energiekosten und bürokratischen Auflagen zusammenbrach. Ob Ankündigungen und Vorschläge der EU-Kommission für Schutzinstrumente tatsächlich umgesetzt werden, bleibt abzuwarten.
Die Wahrheit ist unbequem: Deutschland hat sich durch eine ideologiegetriebene Energiepolitik selbst ins Abseits manövriert. Während andere Industrienationen ihre Stahlproduktion mit günstiger Energie wettbewerbsfähig halten, zahlen deutsche Unternehmen Strompreise, die jeden internationalen Vergleich zur Farce werden lassen. Die Zeche für diese Politik zahlen am Ende die Arbeiter in den Stahlwerken – und mit ihnen ganze Regionen, deren wirtschaftliche Existenz an dieser Schlüsselindustrie hängt.
Es ist höchste Zeit, dass die Politik aufwacht und mit „Druck und Tempo" gegensteuert, wie es die Branche fordert. Denn eines ist sicher: Ohne eine starke Stahlindustrie wird auch der Rest der deutschen Wirtschaft nicht lange überleben können.
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