
Sabotage oder Vandalismus? Berliner S-Bahn-Chaos wirft unbequeme Fragen auf

Die Hauptstadt steht wieder einmal vor einem verkehrspolitischen Scherbenhaufen. Durchgeschnittene Glasfaserkabel und ein ausgebranntes Aufsichtsgebäude legen den S-Bahn-Verkehr auf einer der wichtigsten Strecken Berlins lahm. Tausende Pendler müssen sich mit einem kümmerlichen 20-Minuten-Takt begnügen, während die Behörden noch immer im Dunkeln tappen. Die bange Frage, die viele Berliner umtreibt: Hat die berüchtigte Vulkangruppe erneut zugeschlagen?
Infrastruktur am Boden: Der Schaden ist verheerend
Was sich in der Nacht zu Montag am S-Bahnhof Humboldthain abspielte, hat das Zeug zum Lehrstück über den desolaten Zustand deutscher Infrastruktursicherheit. Unbekannte Täter durchtrennten armdicke Glasfaserkabel, die für die Signaltechnik unverzichtbar sind. Die Folgen sind dramatisch: Zwischen Bornholmer Straße und Nordbahnhof herrscht bis mindestens Donnerstagmorgen nur noch Notbetrieb. Fünf S-Bahn-Linien sind betroffen, darunter die S1, S2 und S25, die in einen Nord- und Südabschnitt zerstückelt wurden.
Ein Bahnsprecher räumte ein, dass der Schaden erheblich sei. Die Wiederherstellung der Leitungen samt anschließender Prüf- und Abnahmephase verschlingt wertvolle Zeit. Zeit, die Berlins ohnehin strapazierte Pendler nicht haben.
Die Vulkangruppe: Phantom oder reale Bedrohung?
Die Bundespolizei hält sich bedeckt. Es gebe bislang keine Hinweise auf einen gezielten Anschlag, so Sprecher Michael Teich. Doch die Nervosität ist spürbar. Die sogenannte Vulkangruppe hat in der Vergangenheit bereits mehrfach Anschläge auf die Berliner Infrastruktur verübt und sich dabei auf linksextremistische Motive berufen. Dass nun ausgerechnet Glasfaserkabel zerstört wurden, die für Kupferdiebe völlig wertlos sind, nährt den Verdacht auf politisch motivierte Sabotage.
„Ist schon schräg, was für Leute in Berlin unterwegs sind"
So bringt es ein S-Bahner auf den Punkt. Eine Hypothese lautet, dass die Täter ursprünglich Kupferkabel stehlen wollten und aus Frustration die Glasfaserleitungen zerschnitten. Die Deutsche Bahn hatte Kupferkabel markiert, was das Entdeckungsrisiko für Diebe erhöht. Doch ob Wut oder Kalkül hinter der Tat steckt, bleibt vorerst Spekulation.
Neujahrsnacht-Desaster: Wenn Böller zur Waffe werden
Als wäre das nicht genug, kämpft die S-Bahn noch mit den Nachwirkungen eines weiteren Vorfalls. In der Neujahrsnacht brannte das Aufsichtsgebäude auf dem Ringbahnhof Wedding vollständig aus. Die Vermutung: Feuerwerkskörper wurden gezielt in das Gebäude geworfen. Die Flammen griffen auf das Bahnsteigdach über, die Statik musste geprüft werden. Erst Anfang Februar sollen die Ringlinien S41 und S42 dort wieder halten können – sofern das Wetter mitspielt. Die vollständige Sanierung zieht sich bis ins Frühjahr 2026.
Ein S-Bahner kommentierte die Entwicklung mit bemerkenswerter Nüchternheit: Sachbeschädigungen habe es immer gegeben, meist zerbrochene Scheiben. Doch was nun geschehe, sei eine völlig andere Qualität.
340 Kilometer Strecke – und kein Schutz in Sicht
Die drängendste Frage bleibt unbeantwortet: Warum wird die kritische Infrastruktur nicht besser geschützt? Die Antwort der Bahn klingt wie eine Kapitulationserklärung. Das Streckennetz umfasse 340 Kilometer, eine lückenlose Überwachung sei schlicht nicht machbar. Nur in neuen Tunnelanlagen wie am BER seien die Sicherungsmaßnahmen auf hohem Niveau.
Fahrgäste beklagen derweil mangelnde Information und fehlendes Servicepersonal. Hinweise würden nur auf Deutsch erteilt – in einer Stadt, die sich so gerne als Weltmetropole inszeniert. Die Kritik ist berechtigt, doch sie lenkt vom eigentlichen Skandal ab: Eine Millionenstadt ist offenbar nicht in der Lage, ihre Lebensadern vor Saboteuren zu schützen.
Ein Symptom tieferliegender Probleme
Was sich in Berlin abspielt, ist mehr als ein lokales Ärgernis. Es ist ein Spiegelbild des Zustands deutscher Infrastruktur und Sicherheitspolitik. Während andernorts über Milliardenprogramme für Klimaschutz und Digitalisierung debattiert wird, können Unbekannte mit einem Seitenschneider den Verkehr einer Hauptstadt lahmlegen. Die politisch Verantwortlichen sollten sich fragen lassen, ob ihre Prioritäten noch stimmen. Denn eines steht fest: Solange kritische Infrastruktur derart verwundbar bleibt, ist es nur eine Frage der Zeit bis zum nächsten Chaos.
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