
Münchner Sicherheitskonferenz: Deutschland als geopolitischer Zwerg – eine schonungslose Diagnose

Wenn sich die internationale Polit-Elite alljährlich im Bayerischen Hof versammelt, um über die Zukunft der globalen Sicherheitsarchitektur zu debattieren, dann könnte man meinen, Deutschland spiele auf der Weltbühne noch eine gewichtige Rolle. Doch die Realität sieht offenbar ganz anders aus. Zum Auftakt der Münchner Sicherheitskonferenz 2026 hat der Geopolitik-Experte Tunç Akkoç eine Diagnose gestellt, die es in sich hat: Deutschland werde global als „geopolitischer Zwerg" wahrgenommen. Ein Befund, der zwar schmerzt, aber kaum überraschen dürfte.
Vom Wirtschaftsriesen zum strategischen Leichtgewicht
Akkoç, Gründer von Harici Media und Publishing Director des Journals „Global Geopolitics", zeichnet im Gespräch mit der Berliner Zeitung ein ernüchterndes Bild. Deutschland unter Bundeskanzler Friedrich Merz agiere selten aus einer klar formulierten, eigenen weltpolitischen Vision heraus. Stattdessen reagiere man, laviere, verwalte – und verliere dabei stetig an Einfluss. Wer keine eigene Strategie hat, der wird eben zum Spielball jener, die eine haben.
Und ist das verwunderlich? Jahrelang hat sich die deutsche Politik in ideologischen Grabenkämpfen um Gendersternchen, Heizungsgesetze und Lastenfahrräder verzettelt, während Mächte wie China, Russland und die Türkei ihre geopolitischen Schachfiguren mit kühler Präzision positionierten. Die Quittung kommt nun in Form einer schwindenden Relevanz auf der Weltbühne.
Der Globale Süden geht eigene Wege
Besonders bemerkenswert ist Akkoçs Einschätzung zur Wahrnehmung der Münchner Sicherheitskonferenz jenseits des transatlantischen Raums. Außerhalb Europas und der USA gelte das Forum vor allem als Stimmungsbarometer des westlichen Bündnisses – nicht mehr, nicht weniger. Der Globale Süden, so der Experte, gehe zunehmend eigene Wege und lasse sich von westlichen Belehrungen nicht länger beeindrucken. Länder in Afrika, Asien und Lateinamerika suchten pragmatische Partnerschaften – und fänden diese immer häufiger in Peking oder Moskau statt in Berlin oder Brüssel.
Diese Entwicklung ist kein Zufall. Sie ist das Ergebnis einer europäischen Außenpolitik, die jahrelang moralische Überlegenheit predigte, während sie gleichzeitig ihre eigene Verteidigungsfähigkeit sträflich vernachlässigte. Wer anderen Staaten Lektionen in Demokratie und Menschenrechten erteilen will, aber nicht einmal in der Lage ist, seine eigene Armee angemessen auszustatten, der verliert unweigerlich an Glaubwürdigkeit.
Merz' Versprechen und die bittere Realität
Friedrich Merz war mit dem Versprechen angetreten, Deutschland wieder auf Kurs zu bringen. Doch die Große Koalition mit der SPD scheint eher ein Korsett der Kompromisse als ein Motor der Erneuerung zu sein. Das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur klingt auf dem Papier beeindruckend, doch es bleibt die bange Frage: Wird dieses Geld tatsächlich in strategisch relevante Projekte fließen – oder versickert es in der bürokratischen Wüste deutscher Verwaltungsapparate?
Während Donald Trump in Washington mit brachialer Zollpolitik und unberechenbaren Alleingängen die transatlantische Partnerschaft auf eine harte Probe stellt, fehlt Europa – und insbesondere Deutschland – eine überzeugende Antwort. Man reagiert, statt zu agieren. Man verwaltet den Niedergang, statt ihn aufzuhalten.
Ein Weckruf, der gehört werden muss
Die Worte von Tunç Akkoç sollten als das verstanden werden, was sie sind: ein schonungsloser Weckruf. Deutschland kann es sich nicht leisten, weiterhin als geopolitischer Zwerg durch die Weltgeschichte zu stolpern. Es braucht eine klare strategische Vision, eine starke Landesverteidigung und den Mut, nationale Interessen auch dann zu vertreten, wenn es unbequem wird. Ob die aktuelle Regierung dazu in der Lage ist, darf bezweifelt werden. Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt – auch wenn sie in Berlin manchmal auf sehr dünnem Eis steht.
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