
Münchner Sicherheitskonferenz als „Zirkus" entlarvt: Iran tobt nach Einladung des Exil-Prinzen
Was einst als gewichtiges diplomatisches Forum galt, in dem Staatsmänner und Sicherheitsexperten die drängendsten Fragen der Weltpolitik erörterten, scheint sich zunehmend in eine Bühne für politisches Theater zu verwandeln. Die Münchner Sicherheitskonferenz – einst Stolz deutscher Außenpolitik – hat sich nach Ansicht Teherans in einen regelrechten „Zirkus" verwandelt. Und so absurd die Wortwahl des iranischen Außenministers Abbas Araghchi auch klingen mag: Ganz von der Hand zu weisen ist seine Kritik nicht.
Teheran ausgesperrt, Exil-Prinz hofiert
Der Stein des Anstoßes: Die Organisatoren der Konferenz hatten hochrangige iranische Regierungsvertreter von der diesjährigen Veranstaltung ausgeschlossen – angeblich als Reaktion auf tödliche Proteste und Unruhen, die das Land zuletzt erschütterten. Stattdessen lud man Reza Pahlavi ein, den im Exil lebenden Sohn des letzten iranischen Schahs, der 1979 durch die Islamische Revolution gestürzt wurde.
Araghchi reagierte mit beißendem Spott. „Traurig zu sehen, wie die normalerweise seriöse Münchner Sicherheitskonferenz zum ‚Münchner Zirkus' wird, wenn es um den Iran geht", schrieb er in einer Reihe von Beiträgen auf der Plattform X. Die EU sei „verwirrt" und unfähig zu verstehen, was im Iran tatsächlich geschehe. Europa habe jegliches geopolitisches Gewicht in der Region verloren und sei zu einem „leerhändigen und peripheren" Akteur verkommen – irrelevant für ernsthafte Verhandlungen, insbesondere über das iranische Atomprogramm.
Ein Prinz ohne Volk?
Reza Pahlavi genießt zweifellos Unterstützung unter Teilen der iranischen Diaspora im Westen. Zehntausende pro-monarchistische Iraner versammelten sich in München, um gegen das Regime in Teheran zu protestieren. Doch die unbequeme Wahrheit bleibt: Für die über 90 Millionen Iraner in der Islamischen Republik ist Pahlavi kaum mehr als ein historischer Nachname – verbunden mit einer Monarchie, die vielen Iranern vor allem durch harsche Repression und extreme Armut der nicht-königlichen Bevölkerungsschichten in Erinnerung geblieben ist.
Besonders brisant: Pahlavi nutzte die Münchner Bühne nicht etwa für diplomatische Zurückhaltung, sondern forderte gegenüber Reuters unverhohlen, Washington solle den Iran lieber bombardieren als mit ihm zu verhandeln. Eine Aussage, die man sich auf der Zunge zergehen lassen muss. Ein Mann, der vorgibt, sein Land in eine „säkulare Demokratie" führen zu wollen, ruft gleichzeitig eine fremde Macht dazu auf, eben dieses Land militärisch anzugreifen. Die Ironie könnte kaum größer sein.
Europas schwindende Relevanz
So berechtigt die Kritik am iranischen Regime auch sein mag – und sie ist in vielen Punkten mehr als berechtigt –, so sehr muss man sich fragen, ob die Münchner Sicherheitskonferenz mit solchen Einladungen nicht ihre eigene Glaubwürdigkeit untergräbt. Araghchis Vorwurf, Europa bevorzuge mittlerweile „Performance statt Substanz", trifft einen wunden Punkt. Denn tatsächlich scheint die europäische Außenpolitik zunehmend orientierungslos zu agieren – getrieben von moralischen Gesten statt von strategischem Kalkül.
Pahlavi hat seit langem mit Washington-nahen Oppositionsgruppen zusammengearbeitet und beim Weißen Haus dafür lobbyiert, als legitimer Herrscher Teherans anerkannt zu werden. Inwieweit er tatsächlich das Ohr der aktuellen Trump-Administration hat, bleibt allerdings unklar. Was hingegen klar ist: Die Einladung eines Exil-Prinzen, der Bombenangriffe auf sein eigenes Land fordert, als Ersatz für diplomatischen Dialog mit der tatsächlichen Regierung eines 90-Millionen-Volkes – das ist keine Sicherheitspolitik. Das ist bestenfalls Symbolpolitik, schlimmstenfalls gefährliche Naivität.
Für Deutschland, das sich so gerne als Vermittler und Brückenbauer inszeniert, ist diese Episode ein weiteres Zeichen dafür, wie weit der Anspruch und die Wirklichkeit europäischer Diplomatie mittlerweile auseinanderklaffen. Statt echte Verhandlungskanäle offenzuhalten, setzt man auf medienwirksame Gesten – und wundert sich dann, wenn die eigene geopolitische Relevanz schwindet wie Schnee in der Frühlingssonne.
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