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Kettner Edelmetalle
18.02.2026
07:00 Uhr

Moskaus gieriger Griff nach dem Gold: Russland plant massive Steueroffensive auf Edelmetalle

Moskaus gieriger Griff nach dem Gold: Russland plant massive Steueroffensive auf Edelmetalle

Wenn einem Staat das Geld ausgeht, wird er erfinderisch – und gefährlich. Russland liefert gerade ein Lehrstück dafür, wie ein kriegführendes Land seine eigene Wirtschaft systematisch auswringt, um die klaffenden Löcher im Staatshaushalt zu stopfen. Im Visier: Gold, Platin und Buntmetalle. Was Analysten der Sberbank-Investmentsparte SberCIB in einer aktuellen Analyse vorschlagen, gleicht einer fiskalischen Kriegserklärung an die heimische Rohstoffbranche.

Das Haushaltsloch verdoppelt sich – und der Kreml gerät unter Druck

Die Zahlen sind ernüchternd. Während das russische Finanzministerium für den Bundeshaushalt 2026 ein Defizit von 3,8 Billionen Rubel eingeplant hatte, rechnen die SberCIB-Analysten mit einer nahezu Verdopplung auf 7,3 Billionen Rubel. Der Grund? Die Annahmen, auf denen der Haushalt basiert, erweisen sich als Wunschdenken. Statt der kalkulierten 59 US-Dollar je Barrel Öl gehen die Analysten von lediglich 46 Dollar aus. Und der Rubel zeigt sich mit einem erwarteten Kurs von 83 je Dollar deutlich stärker als die im Budget veranschlagten 92 Rubel – was paradoxerweise die Einnahmen in Landeswährung schmälert.

Hohe Zinsen und steigende Metallpreise auf den Weltmärkten stützen den Rubel auf einem Niveau, das dem Kreml in dieser Situation alles andere als gelegen kommt. Ein starker Rubel mag für den Bürger auf den ersten Blick erfreulich klingen, doch für einen Staat, der seine Rohstoffe in Dollar verkauft und die Erlöse in Rubel umrechnet, ist er schlicht ein Einnahmenvernichter.

Gold als neue Melkkuh des Kremls

Die Lösung, die SberCIB vorschlägt, ist so naheliegend wie brutal: Die Steuerlast soll auf umsatzstarke Branchen umgelegt werden – allen voran auf die Goldproduktion. Die Argumentation klingt bestechend einfach: Die Goldpreise in Russland seien gegenüber 2024 um über 70 Prozent gestiegen, hätten sich im Vergleich zu 2023 sogar mehr als verdoppelt. Auch Platin habe mit 5.000 Rubel pro Gramm einen Anstieg von über 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. Kupfer zog ebenfalls kräftig an.

Eine Erhöhung der Rohstofffördersteuer würde nach Einschätzung der Analysten allein in der Goldproduktion eine Billion Rubel an zusätzlichen Einnahmen generieren. Polyus, Russlands größter Goldproduzent, würde dabei seine EBITDA-Marge von derzeit komfortablen 73 Prozent auf immer noch respektable 50 Prozent sinken sehen – kein Todesstoß, aber ein empfindlicher Aderlass.

Steuerbelastung im internationalen Vergleich noch niedrig

Bemerkenswert ist, dass die Steuerbelastung im russischen Goldbergbau tatsächlich niedriger liegt als in vielen anderen Förderländern. Usbekistan etwa besteuert seine Goldproduzenten deutlich schärfer. Zudem existieren in Russland weiterhin großzügige Steuervergünstigungen für hochprofitable Projekte wie Sukhoi Log. Hier schlummert also durchaus Potenzial für den Fiskus – die Frage ist nur, wie weit man den Bogen spannen kann, bevor die Branche unter der Last zusammenbricht.

Der Öl- und Gassektor ist ausgereizt

Walerij Andrianow von der Finanzuniversität der russischen Regierung bringt es auf den Punkt: Der Öl- und Gassektor könne nicht länger die wichtigste Einnahmequelle des Haushalts bleiben. Das Potenzial für Steuererhöhungen in diesem Bereich sei vollständig ausgeschöpft. Die Lage verschärfe sich zusätzlich durch den Stopp der Öllieferungen über die Druschba-Pipeline in der Ukraine seit dem 27. Januar sowie durch wachsende Sanktionsfolgen und steigende Preisnachlässe auf russisches Öl.

Andrianow empfiehlt der Regierung, die Steuerlast auf Wirtschaftszweige umzulegen, für die dies lediglich eine „Beseitigung von Übergewinnen aufgrund günstiger Marktbedingungen" bedeuten würde. Eine elegante Umschreibung für das, was es tatsächlich ist: staatliche Enteignung von Unternehmensgewinnen zur Kriegsfinanzierung.

Russland im Steuer- und Abgabenfieber

Die Goldsteuer ist dabei nur die Spitze des Eisbergs. Eine Verdreifachung des Rohstofffördersteuersatzes für Metalle, die Norilsk Nickel fördert, könnte das Haushaltsdefizit um weitere 200 Milliarden Rubel reduzieren. Maxim Schaposchnikow, Berater des Managementfonds Industrial Code, hält eine Erhöhung der Fördersteuer für wahrscheinlich, da die Preise deutlich von den Produktionskosten abgewichen seien. Auch Olga Belenkaja von FG Finam räumt ein, dass die Regierung angesichts der hohen Edelmetallpreise möglicherweise eine Übergewinnsteuer einführen werde.

Doch damit nicht genug. Bereits beschlossen ist eine Technologieabgabe für Importeure und russische Hersteller, die ab September schrittweise greifen soll. Die Folgen für den Verbraucher? Smartphones dürften um 5 bis 10 Prozent teurer werden, Laptops sogar um 15 Prozent. Die Regierung greift also nicht nur bei Rohstoffen zu, sondern bei allem, was in Russland noch von Wert ist.

Ein Warnsignal auch für den Westen

Was in Russland geschieht, sollte auch hierzulande aufmerksam beobachtet werden. Denn die Versuchung, in Zeiten fiskalischer Not nach den Edelmetallen zu greifen, ist keineswegs ein russisches Phänomen. Auch in der EU und speziell in Deutschland, wo Anlagegold bislang von der Mehrwertsteuer befreit ist, könnten findige Finanzpolitiker auf ähnliche Ideen kommen – insbesondere angesichts des 500 Milliarden Euro schweren Sondervermögens, das die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz aufgelegt hat und dessen Zinslast künftige Generationen schultern müssen.

Die russische Steueroffensive zeigt eindrücklich, wohin es führt, wenn ein Staat seine Ausgaben nicht im Griff hat und stattdessen immer neue Einnahmequellen anzapft. Der Kreml zieht die Schlinge um seine eigene Wirtschaft immer enger – Unternehmen und Bevölkerung sollen gleichermaßen für die Kosten eines Krieges aufkommen, den sie nicht gewählt haben. Es ist ein Muster, das in der Geschichte schon oft zu beobachten war: Erst werden die offensichtlichen Quellen besteuert, dann die weniger offensichtlichen, und am Ende trifft es jeden.

Für Anleger in physischen Edelmetallen unterstreicht diese Entwicklung einmal mehr den zeitlosen Wert von Gold und Silber als Vermögenssicherung. Gerade in Zeiten, in denen Staaten weltweit ihre Schulden in schwindelerregende Höhen treiben und die Suche nach neuen Steuerquellen immer aggressiver wird, erweist sich physisches Edelmetall als unverzichtbarer Baustein eines breit diversifizierten Portfolios. Wer sein Vermögen langfristig schützen will, kommt an Gold und Silber nicht vorbei.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener sorgfältiger Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für Verluste, die aus der Umsetzung der in diesem Artikel genannten Informationen entstehen könnten, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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