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Kettner Edelmetalle
01.12.2025
07:39 Uhr

Merz' Bauturbo entpuppt sich als Rohrkrepierer: Höhere Mieten statt bezahlbarer Wohnungen

Die Große Koalition unter Kanzler Friedrich Merz verspricht mit ihrer neuesten Baugesetzbuch-Novelle den großen Wurf im Kampf gegen die Wohnungsnot. Doch was als "Bauturbo" verkauft wird, könnte sich als teurer BlindgĂ€nger erweisen, der die Mieten weiter in die Höhe treibt und die Baukosten explodieren lĂ€sst. WĂ€hrend die Regierung von beschleunigten Verfahren schwĂ€rmt, warnen Kritiker vor einer gefĂ€hrlichen Mogelpackung, die am Ende vor allem eines produziert: noch teureren Wohnraum fĂŒr die ohnehin gebeutelten BĂŒrger.

Das MĂ€rchen von den 400.000 Wohnungen

Die Bundesregierung trĂ€umt weiterhin von jĂ€hrlich 400.000 neuen Wohnungen – ein Ziel, das selbst die Baubranche mittlerweile als "Illusion" bezeichnet. Die RealitĂ€t sieht dĂŒster aus: Hohe Zinsen, explodierende Materialkosten und ein Wust an Bauvorschriften wĂŒrgen jeden Fortschritt ab. Statt diese fundamentalen Probleme anzupacken, bastelt die Merz-Regierung an einer "umfassenden Novelle des Baugesetzbuches", die nach Ansicht des GrĂŒnen-Politikers Kassem Taher Saleh nichts weiter sei als eine "altbekannte Mogelpackung im neuen Gewand".

Der baupolitische Sprecher der GrĂŒnen trifft den Nagel auf den Kopf, wenn er kritisiert, dass die geplanten Maßnahmen kaum mehr böten als das "bare minimum". Die Prozesse wĂŒrden zwar etwas schneller, aber die eigentlichen Probleme blieben ungelöst. "Einfach nur schneller ist zu kurz gedacht", mahnt Taher Saleh – und man möchte hinzufĂŒgen: typisch fĂŒr eine Regierung, die lieber an Symptomen herumdoktert, statt die Krankheit zu heilen.

Deregulierung als Allheilmittel? Ein gefÀhrlicher Irrweg

Was die Koalition als großen Wurf verkauft, entlarvt sich bei genauerer Betrachtung als "lauwarme Neuauflage" bereits gescheiterter Konzepte. Die versprochene Beschleunigung komme ohne klare Richtung daher, kritisieren die GrĂŒnen. Es gehe um "Wohnungsbau um jeden Preis" – eine Strategie, die am Ende zu steigenden Mieten und Baukosten fĂŒr alle fĂŒhre. Besonders brisant: Die fehlende Verpflichtung zur Innenverdichtung bedeute einen klimapolitischen RĂŒckschritt, der kommende Generationen teuer zu stehen kommen werde.

Die Kritik beschrĂ€nkt sich keineswegs auf die Opposition. Selbst aus der Baubranche kommen harsche Worte. Peter HĂŒbner, PrĂ€sident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, sprach bereits im September von "Taschenspielertricks" der Regierung. Trotz des vollmundig angekĂŒndigten 500-Milliarden-Euro-Sondervermögens fĂŒr Infrastruktur und KlimaneutralitĂ€t wĂŒrden kaum zusĂ€tzliche Investitionen getĂ€tigt. Der normale Etat schrumpfe, die LĂŒcke werde mit dem Sondervermögen aufgefĂŒllt – ein klassisches Nullsummenspiel auf Kosten der Steuerzahler.

Die Rechnung zahlt der BĂŒrger

WĂ€hrend sich die Regierungsparteien gegenseitig auf die Schulter klopfen und von "konkreten Verbesserungen" schwadronieren, bleibt die entscheidende Frage unbeantwortet: Wer soll die ganzen schönen neuen Wohnungen eigentlich bezahlen können? Die Fokussierung auf "angespannte WohnungsmĂ€rkte" bedeute in der Praxis vor allem eines: Es werde dort gebaut, wo die Preise ohnehin schon astronomisch seien. Von bezahlbarem Wohnraum fĂŒr Normalverdiener keine Spur.

Felix Pakleppa vom Zentralverband des Deutschen Baugewerbes mag die Digitalisierung von Bauleitplanverfahren und die Straffung der Beteiligungsverfahren begrĂŒĂŸen. Doch was nĂŒtzen schnellere Verfahren, wenn am Ende Luxuswohnungen entstehen, die sich nur noch Besserverdiener leisten können? Die versprochene "Rechtssicherheit" komme vor allem den Investoren zugute, wĂ€hrend die Mieter weiter in die Röhre schauen.

Schaufensterpolitik statt echter Lösungen

Die GrĂŒnen fordern zu Recht "langfristige Planung statt politischer SchnellschĂŒsse". Doch genau das Gegenteil erleben wir: Eine Regierung, die mit hektischen Gesetzesnovellen HandlungsfĂ€higkeit simuliert, wĂ€hrend die eigentlichen Probleme ungelöst bleiben. Wo bleiben die verlĂ€ssliche Finanzierung, die ausreichenden PlanungskapazitĂ€ten und die durchdachte Digitalisierungsstrategie? Stattdessen erleben wir eine Politik, die wichtige GrĂŒnflĂ€chen opfert und "mehr Konflikte" schĂŒrt, statt fĂŒr eine bessere Beteiligung aller am Bauen zu sorgen.

Die SPD-Abgeordnete Esra Limbacher tönt vollmundig, der "Traum vom eigenen Zuhause" mĂŒsse fĂŒr die Menschen erreichbar sein. Doch ihre Partei trĂ€gt die Politik mit, die genau diesen Traum fĂŒr immer mehr Menschen zum Albtraum werden lĂ€sst. "Den zu hohen Mieten begegnen wir mit zusĂ€tzlichem Wohnraum", verspricht sie – verschweigt aber, dass dieser Wohnraum fĂŒr die meisten unbezahlbar bleiben wird.

Ein Blick in die Zukunft: DĂŒstere Aussichten

Was bleibt, ist die bittere Erkenntnis: Die Merz-Regierung setzt die gescheiterte Wohnungspolitik ihrer VorgĂ€nger nahtlos fort. Statt mutiger Reformen erleben wir kosmetische Korrekturen, die das Grundproblem nicht lösen. Die Wohnungsnot werde sich weiter verschĂ€rfen, die Mieten weiter steigen – und am Ende zahlen die BĂŒrger die Zeche fĂŒr eine Politik, die sich in Symbolhandlungen erschöpft.

Es brĂ€uchte einen echten Paradigmenwechsel: massive öffentliche Investitionen in den sozialen Wohnungsbau, eine konsequente Begrenzung von Bodenspekulation und vor allem den politischen Willen, sich mit mĂ€chtigen Interessengruppen anzulegen. Doch davon ist bei der Großen Koalition nichts zu sehen. Stattdessen erleben wir eine Politik, die den Markt machen lĂ€sst – und sich dann wundert, wenn der Markt genau das tut, was er immer tut: die Preise nach oben treiben.

Die deutsche Wohnungspolitik steht vor einem Scherbenhaufen. Und die aktuelle Regierung ist dabei, die Scherben nur neu zu sortieren, statt endlich aufzurĂ€umen. Das Ergebnis dieser Schaufensterpolitik werden die BĂŒrger schon bald auf ihren Mietabrechnungen sehen – in Form weiter steigender Kosten fĂŒr ein GrundbedĂŒrfnis, das sich immer mehr Menschen nicht mehr leisten können.

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