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Kettner Edelmetalle
10.02.2026
19:52 Uhr

Macron sucht Draht zu Putin – und stellt sich gegen Trump

In einer bemerkenswerten diplomatischen Kehrtwende hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nach Jahren der Funkstille wieder direkte Gesprächskanäle mit dem Kreml eröffnet. Was auf den ersten Blick wie ein Friedenssignal wirken mag, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als strategisches Manöver gegen Washington. Denn Macron geht es offenkundig weniger um einen Friedensschluss in der Ukraine als vielmehr darum, Europa nicht zum Zuschauer einer amerikanisch-russischen Verhandlungslösung degradieren zu lassen.

Der Kreml bestätigt: Die Kanäle sind wieder offen

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bestätigte die Wiederaufnahme von Kontakten auf „technischer Ebene" zwischen Paris und Moskau. „Ja, es hat tatsächlich Kontakte gegeben, und wir können das bestätigen", erklärte Peskow gegenüber Journalisten. Sollten Wille und Notwendigkeit vorhanden sein, könnten diese Kontakte „ziemlich schnell" zu einem Dialog auf höchster Ebene führen. Moskau habe Macrons Äußerungen über die Notwendigkeit, Beziehungen zu Russland aufzubauen, zur Kenntnis genommen und finde solche Aussagen „ermutigend".

Peskow ging sogar noch weiter und räumte ein, dass ein vollständiger Abbruch der Kontakte zwischen Russland und Europa „unlogisch, kontraproduktiv und schädlich für alle Seiten" sei. Russland habe stets die Aufrechterhaltung des Dialogs unterstützt, der nach fester Überzeugung Moskaus helfen könne, die drängendsten und komplexesten Probleme zu lösen. Konfrontation werde diese jedenfalls nicht lösen.

Macrons wahres Motiv: Europa soll nicht am Katzentisch sitzen

Doch wer glaubt, der französische Präsident habe plötzlich seine Rolle als Friedensstifter entdeckt, der irrt gewaltig. In einem Interview am Dienstag gab Macron selbst zu, was er aus den Gesprächen gewonnen habe: „Die Bestätigung, dass Russland derzeit keinen Frieden will." Entscheidend sei jedoch, dass man die Gesprächskanäle auf technischer Ebene wiederhergestellt habe. Sein Wunsch sei es, diese Erkenntnisse mit den europäischen Partnern zu teilen und einen „gut organisierten europäischen Ansatz" in der Diplomatie mit Moskau zu entwickeln.

Der eigentliche Kern seiner Strategie wird in einem einzigen Satz deutlich: Europa müsse direkt mit Putin verhandeln, „um nicht von Dritten abhängig zu sein". Übersetzt heißt das: Die EU dürfe sich nicht länger aus den amerikanisch-russischen Gesprächen heraushalten lassen, wie es unter der Trump-Administration bisher der Fall gewesen sei. Ein bemerkenswertes Eingeständnis – denn es offenbart, wie sehr sich das transatlantische Machtgefüge verschoben hat.

Scharfe Töne gegen Washington

Besonders brisant sind Macrons kaum verhüllte Angriffe auf die amerikanische Regierung. Die Trump-Administration sei „offen antieuropäisch" und strebe die „Zerstückelung" der EU an, erklärte er gegenüber Le Monde, der Financial Times und anderen Medien. Man habe monatelang versucht, sich zu arrangieren und Kompromisse zu finden. „Diese Strategie funktioniert nicht", so Macron unverblümt.

Europa werde „in fünf Jahren hinweggefegt", wenn es sich Trump nicht entgegenstelle, warnte der französische Präsident in dramatischen Worten. „Die Menschen sind verzweifelt. Man weiß nicht mehr, wie weit die Amerikaner zu gehen bereit sind. Es geht nicht nur um Grönland. Wir sind an diesem Punkt auf uns allein gestellt." Zudem prognostizierte er weitere Spannungen mit Washington, insbesondere im Bereich der Digitalregulierung. Die USA würden Europa in den kommenden Monaten „mit Sicherheit" wegen der Regulierung digitaler Technologien angreifen, warnte Macron – und verwies auf mögliche Importzölle als Vergeltung für die Anwendung des europäischen Digital Services Act.

Ein diplomatisches Spiel mit ungewissem Ausgang

Die französische Regierung hat bereits in vorbereitenden Treffen auf Beraterebene klargestellt, dass sie kein Friedensabkommen für die Ukraine „abnicken" werde, das ohne europäische Beteiligung oder ohne direkte ukrainische Mitsprache zustande komme – insbesondere wenn es die Sicherheit der EU betreffe. Eine Position, die man durchaus als Affront gegenüber Washington verstehen kann.

Was bleibt, ist ein faszinierendes geopolitisches Schauspiel. Macron, der jahrelang auf der diplomatischen Seitenlinie saß und zusehen musste, wie Trump und Putin die Spielregeln diktierten, versucht nun verzweifelt, Relevanz zurückzugewinnen. Ob das Weiße Haus sich davon sonderlich beeindruckt zeigt, darf bezweifelt werden. Trump hat in der Vergangenheit keine Gelegenheit ausgelassen, den französischen Präsidenten öffentlich zu verspotten – und dürfte auch diesmal nicht davor zurückschrecken.

Für Deutschland und die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz stellt sich indes eine entscheidende Frage: Wird Berlin Macrons europäischen Führungsanspruch mittragen, oder geht die Große Koalition lieber eigene Wege? Eines ist jedenfalls klar: Die Zeiten, in denen Europa sich bequem hinter dem amerikanischen Schutzschild verstecken konnte, sind endgültig vorbei. Und vielleicht – nur vielleicht – ist das gar nicht die schlechteste Nachricht. Denn ein Europa, das endlich lernt, seine eigenen Interessen zu vertreten, statt sich in ideologischen Grabenkämpfen über Gendersternchen und Klimaneutralität zu verlieren, wäre ein Europa, das seinen Bürgern tatsächlich dienen könnte.

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