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06.02.2026
22:59 Uhr

Kuba signalisiert Gesprächsbereitschaft – doch Trumps Regime-Change-Pläne werfen lange Schatten

Kuba signalisiert Gesprächsbereitschaft – doch Trumps Regime-Change-Pläne werfen lange Schatten

Während die Trump-Administration den wirtschaftlichen Würgegriff um die Karibikinsel immer enger zieht, streckt Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel die Hand zum Dialog aus. Doch die Bedingungen, die er stellt, dürften in Washington auf wenig Gegenliebe stoßen. Ein diplomatisches Kräftemessen bahnt sich an, das weitreichende Konsequenzen haben könnte.

Havanna fordert Verhandlungen auf Augenhöhe

Der kubanische Staatschef machte am Donnerstag unmissverständlich klar, dass sein Land durchaus bereit sei, mit den Vereinigten Staaten in einen Dialog zu treten. „Kuba ist willens, mit den USA zu verhandeln", verkündete Díaz-Canel. Allerdings fügte er sogleich hinzu, dass dies nur „ohne Druck oder Vorbedingungen" geschehen könne. Eine bemerkenswerte Forderung angesichts der Tatsache, dass Washington gerade alles daran setzt, die kubanische Wirtschaft in die Knie zu zwingen.

Die Kernbotschaft aus Havanna ist eindeutig: Jegliche Gespräche müssten „von einer Position der Gleichheit aus, mit Respekt für unsere Souveränität, unsere Unabhängigkeit und unser Selbstbestimmungsrecht" geführt werden. Díaz-Canel beklagte zudem, dass Kuba seit langem „intensiven Medienkampagnen voller Verleumdung, Hass und psychologischer Kriegsführung" ausgesetzt sei.

Trumps Ölblockade zeigt Wirkung

Die amerikanische Strategie ist so simpel wie brutal: Man will Kuba den Ölhahn zudrehen. Nach dem Sturz des Maduro-Regimes in Venezuela hat sich diese Möglichkeit dramatisch verbessert. Die USA können nun von der Übergangsregierung in Caracas verlangen, die Ölexporte nach Havanna einzustellen. Venezuela war stets Kubas wichtigster Energielieferant. Auch Mexiko hat kürzlich seine Ölverkäufe an die Insel eingestellt – offensichtlich um nicht selbst ins Fadenkreuz des Weißen Hauses zu geraten.

Doch es gibt noch eine Rettungsleine für das kommunistische Regime. Moskaus Botschafter in Kuba, Viktor Koronelli, erklärte unmissverständlich: „Russisches Öl wurde Kuba in den vergangenen Jahren mehrfach geliefert. Wir erwarten, dass diese Praxis fortgesetzt wird." Einmal mehr zeigt sich, wie geopolitische Verflechtungen die amerikanischen Sanktionsbemühungen unterlaufen können.

Menschliche Tragödien im Schatten der Großmachtpolitik

Während Politiker Schachzüge planen, leiden Menschen. Kubanische Einwanderer in den USA fürchten zunehmend, in ihre Heimat zurückgeschickt zu werden – in ein Land, dessen Wirtschaft sich durch die Sanktionen im freien Fall befindet. Die emotionalen Kosten dieser Politik sind immens.

„Es war brutal. Stellen Sie sich vor, Dylan umarmt jedes Abend sein Telefon, wenn er seinen Vater sieht. Das würde ich keiner Mutter wünschen."

So beschreibt eine betroffene Mutter die Situation ihrer Familie – zerrissen zwischen zwei Welten, gefangen in einem politischen Konflikt, den sie nicht beeinflussen kann.

Regime-Change als offenes Ziel

Präsident Trump selbst hat seine Absichten kaum verhüllt. „Viele Menschen, die in unserem Land leben, werden von Kuba sehr schlecht behandelt", erklärte er kürzlich. „Sie alle haben für mich gestimmt, und wir wollen, dass sie gut behandelt werden." Seine Vision: Kubaner sollen in ihre Heimat zurückkehren können – in ein „freies Kuba".

Hinter den Kulissen wird diese Rhetorik von konkreten Aktionen begleitet. Das Wall Street Journal berichtete, dass das Weiße Haus aktiv nach Insidern innerhalb der kubanischen Regierung sucht, die dabei helfen könnten, das kommunistische Regime noch vor Jahresende zu stürzen. Eine bemerkenswert offene Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines souveränen Staates.

Ein gefährliches Spiel mit ungewissem Ausgang

Die Situation erinnert an vergangene Jahrzehnte amerikanischer Kuba-Politik – eine Geschichte voller gescheiterter Invasionen, endloser Embargos und diplomatischer Eiszeiten. Ob Trumps aggressive Strategie diesmal zum Erfolg führt oder lediglich das Leid der kubanischen Bevölkerung vergrößert, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch sicher: Die geopolitischen Spannungen in der Karibik werden in den kommenden Monaten weiter zunehmen.

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