
Kreditkarten-Zinsdeckel: JPMorgan-Chef warnt vor wirtschaftlicher Katastrophe

Die Finanzwelt steht Kopf, und wieder einmal ist es Donald Trump, der für Aufruhr sorgt. Der US-Präsident hat beim Weltwirtschaftsforum in Davos seinen umstrittenen Plan bekräftigt, die Zinsen auf Kreditkarten bei zehn Prozent zu deckeln. Was auf den ersten Blick wie ein Geschenk an die gebeutelten amerikanischen Verbraucher klingt, könnte sich nach Ansicht von Branchenexperten als wirtschaftliches Desaster entpuppen.
Dimon schlägt Alarm: 80 Prozent der Amerikaner würden Kreditzugang verlieren
Jamie Dimon, der mächtigste Banker der Wall Street und langjähriger Chef von JPMorgan Chase, fand in Davos deutliche Worte. Der Vorschlag würde 80 Prozent der Amerikaner den Zugang zu Krediten abschneiden, warnte er vor versammelter Wirtschaftselite. Und dabei handele es sich ausgerechnet um jene Reservekredite, auf die viele Bürger in Notlagen angewiesen seien.
Die Ironie der Geschichte? Dimon schlug vor, das Experiment zunächst in Vermont und Massachusetts zu testen – ausgerechnet jenen Bundesstaaten, die von den linken Senatoren Bernie Sanders und Elizabeth Warren vertreten werden. Beide haben sich seit Jahren für eine Deckelung der Kreditkartenzinsen stark gemacht. Der Seitenhieb des Bankenchefs sorgte im Publikum für Gelächter, dürfte aber den politischen Befürwortern weniger gefallen haben.
Trump unter Druck: Lebenshaltungskosten als politisches Minenfeld
Der Präsident steht vor den Kongresswahlen unter erheblichem Druck, die explodierenden Lebenshaltungskosten in den Griff zu bekommen. Seine Argumentation klingt zunächst einleuchtend: Die Gewinnmargen der Kreditkartenunternehmen würden mittlerweile 50 Prozent übersteigen, und die hohen Schulden verhinderten, dass Amerikaner für Anzahlungen auf Eigenheime sparen könnten.
„Ich bitte den Kongress, die Kreditkartenzinsen für ein Jahr auf zehn Prozent zu deckeln"
So formulierte Trump seine Forderung in Davos. Doch die Realität ist komplizierter, als es populistische Versprechen vermuten lassen.
Bankenbranche in Aufruhr: Aktien stürzen ab
Die Ankündigung traf die Finanzbranche völlig unvorbereitet. Bankaktien gerieten unter Druck, als Investoren die Aussicht auf ein Ende eines der profitabelsten Geschäftszweige der Branche verdauten. Kreditkarten generieren für Banken starke Renditen, weil sie hohe Zinsen verlangen, um das größere Ausfallrisiko bei unbesicherten Krediten zu kompensieren.
Jeremy Barnum, Finanzchef von JPMorgan, ließ bereits durchblicken, dass rechtliche Schritte gegen eine solche Regulierung nicht ausgeschlossen seien. Wenn schwach begründete Direktiven das Geschäftsmodell radikal verändern würden, müsse man davon ausgehen, dass alle Optionen auf dem Tisch lägen, erklärte er unmissverständlich.
Citigroup-Chefin skeptisch gegenüber Umsetzung
Jane Fraser, die Vorstandsvorsitzende der Citigroup, zeigte sich in einem Interview wenig besorgt über eine tatsächliche Umsetzung. Sie erwarte nicht, dass der Kongress einer Deckelung der Kreditkartenzinsen zustimmen werde. Analysten teilen diese Einschätzung: Die Maßnahme würde eine Gesetzgebung erfordern, und angesichts der Spaltung zwischen Demokraten und Republikanern seien die Chancen auf eine Verabschiedung gering.
Die wahren Leidtragenden: Nicht die Banken
Dimon malte ein düsteres Bild der Konsequenzen. Die Leidtragenden wären nicht etwa die Kreditkartenunternehmen, sondern Restaurants, Einzelhändler, Reiseunternehmen, Schulen und Kommunen. Menschen würden ihre Wasserrechnungen nicht mehr bezahlen können, wenn ihnen der Zugang zu Notfallkrediten verwehrt bliebe.
Die großen Wall-Street-Banken arbeiten bereits an Gegenvorschlägen, um die Politik zu beeinflussen. Man werde der Regierung eine fundierte Analyse der Auswirkungen vorlegen, kündigte Dimon an. Als mögliche Kompromisse werden innovative Angebote diskutiert: niedrigere Zinsen für bestimmte Kundengruppen, einfache Karten ohne Bonusprogramme, die tatsächlich zehn Prozent Zinsen verlangen könnten, oder niedrigere Kreditlimits.
Politisches Kalkül statt echte Reform?
Wirtschaftsstratege Brian Jacobsen von Annex Wealth Management brachte es auf den Punkt: Da der Präsident den Kongress um die Verabschiedung eines Gesetzes bitte, werde er nicht persönlich versuchen, Kreditzinsen festzusetzen. Das mache es höchst unwahrscheinlich, dass eine Zehn-Prozent-Obergrenze in absehbarer Zeit eingeführt werde. Allerdings gebe es Trump die Möglichkeit, mit dem Finger auf den Kongress zu zeigen, falls nichts passiere.
Ein klassisches politisches Manöver also: große Versprechen machen, die Verantwortung für das Scheitern aber anderen zuschieben. Die amerikanischen Verbraucher, die unter hohen Kreditkartenschulden ächzen, dürften von diesem Schauspiel wenig begeistert sein.
Fazit: Populismus trifft auf wirtschaftliche Realität
Der Vorstoß Trumps zeigt einmal mehr, wie schwierig es ist, komplexe wirtschaftliche Probleme mit einfachen Lösungen zu beheben. Eine pauschale Zinsdeckelung mag politisch attraktiv klingen, könnte aber unbeabsichtigte Konsequenzen haben, die gerade jene treffen, denen sie eigentlich helfen soll. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der Kongress dem Druck nachgibt oder ob die Bankenlobby sich durchsetzt.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor finanziellen Entscheidungen eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.
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