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30.01.2026
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Industrieflucht nach Osten: Deutsche Konzerne kehren der Heimat den Rücken

Was sich derzeit in der deutschen Industrielandschaft abspielt, gleicht einem schleichenden Exodus biblischen Ausmaßes. Während in Zwickau, Schwäbisch Gmünd und Heidenau die Produktionshallen verstummen, entstehen wenige hundert Kilometer östlich hochmoderne Fabriken, die mit deutschem Kapital und deutschem Know-how befeuert werden. BMW, Mercedes, Henkel, ZF, Bosch – die Liste der Abwanderer liest sich wie das Who's Who der deutschen Wirtschaft.

Der Schock von Zwickau: Ein Menetekel für den Standort Deutschland

Anfang 2023 traf es Sachsen wie ein Hammerschlag. Der Autozulieferer GKN Driveline gab seinen profitablen Standort in Zwickau-Mosel auf – mehr als 800 Beschäftigte verloren ihre Arbeit, obwohl das Werk bis zuletzt schwarze Zahlen schrieb und Gelenkwellen für BMW, Mercedes und Lamborghini fertigte. Die offizielle Begründung? Strukturelle Veränderungen in der Automobilindustrie, fallende Preise, steigende Kosten. Was das Unternehmen zunächst verschwieg: Zeitgleich entstand im ungarischen Miskolc ein neues Gelenkwellen-Werk, großzügig gefördert mit Steuererleichterungen und staatlichen Beihilfen.

Sachsens damaliger Wirtschaftsminister Martin Dulig reagierte mit hilflosem Unverständnis. Er könne nicht nachvollziehen, warum der Standort nicht gehalten werden könne, während gleichzeitig in Ungarn investiert werde. Die IG Metall kündigte Proteste an. Doch was nützen Proteste, wenn die wirtschaftlichen Realitäten eine andere Sprache sprechen?

Henkel macht Ostdeutschland dicht – trotz gegenteiliger Beteuerungen

GKN war nur der Anfang. Ende 2024 schloss der Düsseldorfer Konsumgüterriese Henkel sein Klebstoff-Werk im sächsischen Heidenau bei Dresden. Rund 40 Mitarbeiter standen vor dem Nichts. Die Produktion von Heißschmelz-Klebstoffen für die Möbel-, Automobil- und Lebensmittelindustrie wandert nun ins ungarische Környe. Damit hat Henkel keinen einzigen Produktionsstandort mehr in Ostdeutschland – eine bemerkenswerte Entwicklung, hatte doch Henkel-Chef Carsten Knobel noch Ende August 2024 öffentlich beteuert, man werde kein Werk in Deutschland schließen. So viel zur Verlässlichkeit von Konzernversprechen.

Milliarden fließen nach Ungarn – während Deutschland leer ausgeht

Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache. BMW eröffnete 2025 in Debrecen sein erstes europäisches Werk seit zwei Jahrzehnten. Über zwei Milliarden Euro flossen in die hochmoderne Fabrik, die ausschließlich Elektroautos der Neuen Klasse produziert. Mercedes-Benz kündigte im Februar 2025 an, sein bestehendes Werk im ungarischen Kecskemét für eine Milliarde Euro zu erweitern – die Kapazität soll auf 200.000 Fahrzeuge pro Jahr verdoppelt werden. Gleichzeitig reduziert der Konzern die Produktion in deutschen Werken um 100.000 Einheiten jährlich.

Mercedes-Finanzvorstand Harald Wilhelm erklärte die Strategie mit entwaffnender Offenheit: Der Anteil der Produktion in Ländern mit niedrigeren Kosten solle von 15 Prozent im Jahr 2023 auf 30 Prozent bis 2030 steigen. Die Produktionskosten in Ungarn lägen etwa 70 Prozent unter dem deutschen Niveau. Siebzig Prozent! Da kann man noch so viel von Standorttreue und sozialer Verantwortung schwadronieren – am Ende regiert die Bilanz.

ZF: 14.000 Stellen in Deutschland weg, neue Werke in Ungarn und Serbien

Der Technologiekonzern ZF Friedrichshafen baut in Ungarn gleich zwei neue Werke. In Kecskemét und Debrecen entstehen Fabriken für Stoßdämpfer und Achsmodule, die die neuen Elektromodelle von BMW und Mercedes beliefern sollen. Das Investitionsvolumen beträgt rund 62 Millionen Euro für 313 neue Arbeitsplätze. Der ungarische Staat steuert etwa zehn Prozent als Zuschuss bei. Gleichzeitig kündigte ZF an, bis 2028 konzernweit bis zu 14.000 Stellen in Deutschland zu streichen. Laut Betriebsrat sind über 30 Prozent der deutschen Werke bedroht.

„Wenn Mosel erst mal weg ist, ist das nächste Werk dran."

So formulierte es der Zwickauer Betriebsrat Jörg Kirsten – fatalistisch, aber wohl realistisch.

Serbien: Die Startrampe für den Weltmarkt

Nicht nur Ungarn profitiert von der deutschen Industrieflucht. Auch Serbien, das nicht zur EU gehört, zieht deutsche Industriechampions magnetisch an. Continental eröffnete im Februar 2023 eine hochmoderne Elektronikfabrik in Kać bei Novi Sad – 150 Millionen Euro Investition, 1500 Arbeitsplätze. ZF betreibt seit 2019 ein Werk im serbischen Pančevo, der Abgasspezialist Boysen eröffnete 2021 in Subotica seine größte Auslandsfabrik.

Serbien lockt mit einem einzigartigen Vorteil: Das Land unterhält Freihandelsabkommen sowohl mit der EU als auch mit der Eurasischen Wirtschaftsunion, der Türkei, Großbritannien und seit Oktober 2023 auch mit China. In Serbien produzierte Waren können damit zollfrei in Märkte mit zusammen rund 2,7 Milliarden Verbrauchern exportiert werden. In 15 Sonderwirtschaftszonen genießen Unternehmen zusätzlich Zollfreiheit auf importierte Materialien und Maschinen sowie Steuerbefreiungen.

Die bittere Wahrheit: Deutschland hat sich selbst aus dem Rennen genommen

Die Gründe für die Massenflucht sind vielschichtig, aber im Kern erschreckend simpel. Ein Industriearbeiter verdient in Ungarn im Schnitt rund 1.500 Euro brutto monatlich, in Deutschland über 4.600 Euro. Ungarn erhebt mit neun Prozent den niedrigsten Körperschaftsteuersatz in der EU – in Deutschland liegt die effektive Steuerbelastung für Unternehmen bei etwa 30 Prozent. Bei den Energiekosten zahlten deutsche Haushalte 2025 im Schnitt 38 bis 39 Cent pro Kilowattstunde, Unternehmen je nach Größe 13 bis 18 Cent, während Ungarn mit etwa zehn Cent die niedrigsten Preise aufwies.

Marko Graf, Hauptgeschäftsführer der IHK Osnabrück, bringt es auf den Punkt: In Deutschland werde Investoren leider viel zu selten der sprichwörtliche rote Teppich ausgerollt. Spätestens in der Umsetzungsphase hole sie die Bürokratie ein. In Ungarn und Serbien hingegen würden Investoren mit offenen Armen empfangen, Verfahren beschleunigt und Probleme pragmatisch gelöst.

Der Industriestrompreis: Ein Placebo für die Wirtschaft

Ab diesem Jahr soll ein gedeckelter Industriestrompreis Entlastung bringen – mit einem Zielwert von fünf Cent pro Kilowattstunde. Doch was nach großem Wurf klingt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als homöopathische Maßnahme. Laut dem Bundesverband der Deutschen Gießerei-Industrie wird die reale Entlastung in der Praxis nur bei wenigen Zehntelcent liegen. Der Deckel gilt nur für die Strombeschaffung, nicht für Netzentgelte, Umlagen oder Steuern. EU-Beihilfevorgaben begrenzen zudem die Förderung auf 50 Prozent des Verbrauchs – und verlangen, dass mindestens die Hälfte der erhaltenen Mittel in Dekarbonisierung investiert wird.

Das Ende von „Made in Germany"?

Ein entscheidender Befund dieser Entwicklung: Deutschland verliert seine einstigen Standort-Alleinstellungsmerkmale. Jahrzehntelang galt die deutsche Industrie als führend in Qualität und Produktivität; der Slogan „Made in Germany" als wertvolles Qualitätslabel. Doch Ungarn und Serbien haben aufgeholt. Deutsche Firmen loben ausdrücklich die Qualifikation, Produktivität und Leistungsbereitschaft der lokalen Belegschaften. Bosch sorgt durch duale Ausbildungsprojekte vor Ort dafür, dass die personellen Kompetenzen nahezu auf Westniveau liegen.

ZF eröffnete 2023 in Novi Sad ein eigenes Entwicklungszentrum mit 150 Ingenieuren, das an Elektroantrieben der nächsten Generation arbeitet. Know-how-intensive Bereiche werden direkt in Serbien aufgebaut, nicht mehr zwingend in Deutschland. Wenn selbst die Forschung und Entwicklung abwandert, was bleibt dann noch?

Ein politisches Versagen mit Ansage

Was wir hier erleben, ist das Ergebnis jahrelanger politischer Fehlentscheidungen. Während die Ampel-Regierung sich mit Gendersternen, Heizungsverboten und ideologischen Grabenkämpfen beschäftigte, haben andere Länder ihre Hausaufgaben gemacht. Viktor Orbáns Ungarn mag in Brüssel als Enfant terrible gelten – aber seine „Wirtschaft-First-Politik" zieht Investoren an wie das Licht die Motten. Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz steht vor einem Scherbenhaufen, den andere hinterlassen haben.

Die Deindustrialisierung Deutschlands ist keine Naturkatastrophe, sondern ein hausgemachtes Desaster. Hohe Energiekosten, erdrückende Bürokratie, eine Steuerlast, die Unternehmen in die Flucht treibt, und eine Politik, die Investoren als Bittsteller behandelt statt als Partner – das ist das Rezept für den wirtschaftlichen Niedergang. Die Frage ist nicht mehr, ob Deutschland seinen Status als Industrienation verliert, sondern nur noch, wie schnell es geschieht.

Für Anleger, die angesichts dieser beunruhigenden Entwicklungen nach Stabilität suchen, könnten physische Edelmetalle wie Gold und Silber eine sinnvolle Ergänzung zur Vermögenssicherung darstellen. In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und schwindender industrieller Substanz haben sich diese bewährten Wertanlagen historisch als verlässlicher Anker erwiesen.

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