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Kettner Edelmetalle
21.02.2026
08:55 Uhr

Indiens Ölpolitik im Wandel: Saudi-Arabien verdrängt Russland – auf Druck aus Washington

Was sich derzeit auf den globalen Ölmärkten abspielt, ist weit mehr als ein simples Verschieben von Handelsströmen. Es ist Geopolitik in Reinform – und Indien steht mittendrin im Kreuzfeuer zwischen Washington, Moskau und Riad. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Saudi-arabische Rohöllieferungen nach Indien dürften in diesem Monat den höchsten Stand seit 2020 erreichen, während russische Importe spürbar zurückgehen.

Trumps Zollkeule zeigt Wirkung

Laut Daten des Analysehauses Kpler werden die saudischen Lieferungen auf zwischen 1,0 und 1,1 Millionen Barrel pro Tag geschätzt – Volumina, wie man sie zuletzt im November 2019 gesehen habe. Damit rückt Saudi-Arabien gefährlich nahe an Russland heran, das mit rund 1,2 Millionen Barrel pro Tag zwar noch Indiens größter Lieferant bleibt, aber weit entfernt von den über 2 Millionen Barrel, die in Spitzenzeiten der vergangenen drei Jahre erreicht wurden.

Der Hintergrund ist so durchsichtig wie brisant: US-Präsident Donald Trump hatte bereits Anfang Februar ein Handelsabkommen mit Indien angekündigt, das Zollsenkungen explizit an die Bedingung knüpfte, dass Neu-Delhi seine Käufe russischen Rohöls einstellt. Mehr noch – Trump schlug vor, Indien solle stattdessen amerikanisches und möglicherweise sogar venezolanisches Öl kaufen. Ein klassisches Manöver der Trump'schen Außenhandelspolitik: Wer nicht spurt, zahlt drauf.

Indien laviert – aber wie lange noch?

Premierminister Narendra Modi steht vor einem Dilemma, das an Brisanz kaum zu überbieten ist. Einerseits kann sich Indien die günstigen russischen Barrel, die nach dem Beginn des Ukraine-Krieges 2022 massenhaft von Europa nach Asien umgeleitet wurden, schlicht nicht entgehen lassen. Andererseits sind die amerikanischen Strafzölle von 20 Prozent auf EU-Importe ein unmissverständliches Signal dafür, was Handelspartnern blüht, die Washingtons Wünschen nicht nachkommen.

Die aktuellen Importzahlen zeigen, dass indische Käufer bislang keinen abrupten Schnitt vollzogen haben. Doch für März prognostiziert Kpler einen weiteren Rückgang der russischen Lieferungen auf nur noch 800.000 bis 1 Million Barrel pro Tag. Sollte dieser Trend anhalten, könnte Saudi-Arabien erstmals seit Jahren wieder zum wichtigsten Öllieferanten Indiens aufsteigen.

China springt in die Bresche

Was Indien weniger kauft, nimmt Peking offenbar gerne ab. Während die indischen Spot-Käufe russischen Öls nachlassen, steuern Chinas Importe russischen Rohöls auf einen Rekordmonat zu. Daten von Vortexa und Kpler beziffern die chinesischen Zuflüsse auf etwa 2,07 bis 2,08 Millionen Barrel pro Tag im Februar. Es handelt sich also weniger um einen Zusammenbruch der russischen Exporte als vielmehr um eine tektonische Verschiebung der globalen Handelsströme.

Geopolitisches Schachspiel mit ungewissem Ausgang

Für den aufmerksamen Beobachter offenbart diese Entwicklung einmal mehr die fragile Architektur der globalen Energiemärkte. Trump nutzt seine Zollpolitik als geopolitische Waffe – und zwingt Verbündete wie Indien in eine Ecke, aus der es keinen schmerzfreien Ausweg gibt. Moskau verliert zwar einen wichtigen Abnehmer, findet aber in China einen willigen Ersatz. Und Saudi-Arabien? Riad reibt sich die Hände und füllt die Lücke, die Russland hinterlässt.

Für Anleger und Bürger gleichermaßen bedeutet dieses geopolitische Schachspiel vor allem eines: Unsicherheit. Volatile Energiepreise, schwankende Währungen und unberechenbare Handelsbeziehungen machen langfristige Planungen nahezu unmöglich. In solchen Zeiten erweisen sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber einmal mehr als verlässlicher Anker der Vermögenssicherung – unabhängig davon, welcher Machthaber gerade welche Zölle verhängt oder welche Handelsrouten umlenkt.

Russlands Anteil an Indiens Ölimporten im Januar war der niedrigste seit Ende 2022 – ein Trend, der sich im Frühjahr weiter verstärken dürfte.

Die Frage, die sich stellt, ist nicht ob, sondern wann Indien vollständig einknickt. Denn eines hat die Geschichte immer wieder gezeigt: Wer im Weißen Haus sitzt, bestimmt die Spielregeln des Welthandels. Ob das fair ist, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich der Information und spiegeln die Meinung unserer Redaktion wider. Jede Anlageentscheidung muss eigenverantwortlich und nach sorgfältiger eigener Recherche getroffen werden. Für etwaige finanzielle Verluste, die aus Anlageentscheidungen auf Basis dieses Artikels resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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