
Gründergeist erwacht: Junge Deutsche wollen raus aus dem Angestelltendasein
Eine bemerkenswerte Entwicklung zeichnet sich auf dem deutschen Arbeitsmarkt ab: Immer mehr junge Menschen träumen davon, ihr eigener Chef zu werden. Während die ältere Generation offenbar die Sicherheit eines festen Arbeitsplatzes bevorzugt, zeigt sich bei den unter 25-Jährigen ein regelrechter Aufbruch in Richtung unternehmerischer Freiheit.
Jeder zweite junge Angestellte liebäugelt mit der Selbstständigkeit
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Laut einer aktuellen Umfrage des Versicherungsunternehmens HDI können sich mittlerweile 52 Prozent der Angestellten unter 25 Jahren vorstellen, den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen. Ein bemerkenswerter Anstieg, denn im Vorjahr lag dieser Wert noch bei bescheidenen 40 Prozent. Auch die Generation der 25- bis 39-Jährigen zeigt wachsendes Interesse – hier kletterte die Gründungsbereitschaft von 41 auf 45 Prozent.
Doch was treibt diese jungen Menschen an? Ist es die Sehnsucht nach Unabhängigkeit, die Frustration über starre Unternehmensstrukturen oder schlicht der Wunsch, das eigene Schicksal selbst in die Hand zu nehmen? Vermutlich eine Mischung aus allem. Die Pandemie-Jahre haben vielen vor Augen geführt, wie schnell vermeintlich sichere Arbeitsplätze ins Wanken geraten können.
Die Generation 40 plus bleibt skeptisch
Ganz anders präsentiert sich das Bild bei den älteren Beschäftigten. Lediglich 26 Prozent der über 40-Jährigen können sich eine berufliche Selbstständigkeit vorstellen – zwei Prozentpunkte weniger als noch im Vorjahr. Man könnte fast meinen, die Erfahrung habe sie gelehrt, dass der sichere Hafen eines Angestelltenverhältnisses doch seine Vorzüge hat. Oder liegt es daran, dass familiäre Verpflichtungen und laufende Kredite das Risiko einer Firmengründung schlicht zu groß erscheinen lassen?
Homeoffice als Katalysator für Gründerträume
Besonders interessant: Die Umfrage offenbart einen klaren Zusammenhang zwischen flexiblen Arbeitsmodellen und Gründungsbereitschaft. Beschäftigte, die regelmäßig im Homeoffice arbeiten, zeigen überdurchschnittlich häufig Interesse an einer selbstständigen Tätigkeit. Wer einmal erfahren hat, wie produktiv man ohne ständige Kontrolle und endlose Meetings arbeiten kann, fragt sich offenbar schnell: Warum nicht gleich für sich selbst?
Auch die IT-Branche sticht hervor. Hier ist die Gründungsbereitschaft besonders ausgeprägt – wenig verwunderlich, wenn man bedenkt, dass digitale Geschäftsmodelle oft mit vergleichsweise geringem Startkapital realisiert werden können.
Männer gründungswilliger als Frauen
Ein altbekanntes Muster bestätigt sich auch in dieser Erhebung: Männliche Angestellte zeigen mit 37 Prozent eine höhere Gründungsbereitschaft als ihre weiblichen Kolleginnen mit 31 Prozent. Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von unterschiedlicher Risikobereitschaft bis hin zu strukturellen Hürden, die Frauen bei der Unternehmensgründung nach wie vor stärker betreffen.
„Unternehmergeist hat maßgeblich zum Wohlstand Deutschlands beigetragen. Deshalb ist die Förderung des Unternehmertums für die Gesellschaft existenziell."
Mit diesen Worten mahnt HDI-Vorstandschef Jens Warkentin die Politik, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Denn eines ist klar: Deutschland braucht dringend mehr Gründer, mehr Mut zum Risiko, mehr unternehmerischen Pioniergeist. Die überbordende Bürokratie, die hohe Steuer- und Abgabenlast sowie ein Bildungssystem, das Unternehmertum kaum fördert, stehen diesem Ziel jedoch nach wie vor im Weg.
Für die repräsentative Studie wurden im Juni und Juli dieses Jahres insgesamt 3.739 erwerbstätige Menschen vom Marktforschungsinstitut YouGov befragt, darunter 3.376 Angestellte.
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